Das Kloster Smotschewo »Heiliger Nikolaus im Sommer« () ist ein Nonnenkloster im geistlichen Bezirk Dupniza der Diözese Sofia der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche. Seine Gründung erfolgte in den 2000er Jahren auf private Initiative.

Lage Die Klosteranlage befindet sich ca. 15 km südlich der Stadt Dupniza (Дупница) in der Oblast Kjustendil. Sie liegt auf einem westlichen Ausläufer des Rila-Gebirges, ca. 2 km südsüdwestlich des heute zur Stadt Rila gehörenden Dorfs Smotschewo (). Von dort ist sie über einen Fahrweg erreichbar.

Geschichte Keimzelle des Klosters war die ehemalige Kapelle »Heiliger Nikolaus im Sommer« (). Sie erinnerte an die Übertragung der Reliquien des Heiligen Nikolaus von Myra in Lykien nach Bari im Jahre 1087. Das jeweils am 9. Mai gefeierte Fest wird in den orthodoxen Kirchen auch kurz als "Nikolaustag im Sommer" oder "Sommer-Nikolaus" bezeichnet.Albena Besowska: Der heilige Nikolaus und seine Verehrung in Bulgarien (bnr.bg, 2017) Der Bau geht auf einen Einwohner von Smotschewo zurück, der sieben seiner acht Kinder verloren hatte. Eines Nachts erschien ihm im Traum der Heilige Nikolaus und offenbarte ihm, dass er eine Kapelle errichten solle, um sein letztes Kind vor dem Tod zu bewahren. Das 1908 fertiggestellte Gebäude wurde nach und nach zu einem Gebets- und Andachtsort für die Einwohner Smotschewos.: (mitropolia-sofia.org, 2024; bulgarisch, Übersetzung: Kloster Smotschewo „Hl. Nikolaus im Sommer“)

Initiator der Klostergründung ist Angel Rafailow () (* 1954) aus Blagoewgrad. (svetimesta.com; bulgarisch, Übersetzung: Kloster Smotschewo "Hl. Nikolaus im Sommer") (struma.news, 2020; bulgarisch, Übersetzung: Das Kloster von Smotschewo, das nach einer Prophezeiung von Wanga erbaut wurde, feierte sein Patronatsfest): (spisanie8.bg, 2023; bulgarisch, Übersetzung: Zu Gast beim Heiligen Nikolaus) (pirinpress.com, 2024; bulgarisch, Übersetzung: Smotschewo - Das zauberhafte Eckchen im Südwesten, das wir nicht kennen) Als 1995 seine 17-jährige Tochter bei einem Autounfall ums Leben kam verlor er den Lebensmut und verfiel in Depressionen. Jahre später sah er im Traum den Heiligen Nikolaus. Dieser Traum wiederholte sich mehrere Male. Zuletzt wies ihn der Heilige auf eine baufällige Kapelle in der Nähe des Dorfs Smotschewo hin. Mit Hilfe seiner aus diesem Ort stammenden Frau fand er das beschriebene Gebäude. Im Jahr 2000 hatte er genügend Spenden gesammelt und begann mit ehrenamtlichen Unterstützern, die Kapelle zu restaurieren. (www.novini.org, 2022; bulgarisch, Übersetzung: Das Kloster im Dorf Smotschewo) Bei den Arbeiten stieß er auf ein Artefakt, auf dem das Jahr der Fertigstellung der Kapelle vermerkt war. Im Jahre 2002 konnte die Restaurierung abgeschlossen werden. Aufgrund zweier wundertätiger Ikonen entwickelte sich die Kapelle zu einem Pilgerort.

Weitere Spenden versetzten Angel Rafailow in die Lage, die Kapelle in eine Kirche umbauen zu lassen und 2007 die Gründung eines Klosters in Angriff zu nehmen. Auch hierbei erfuhr er von der Bevölkerung Smotschewos aktive Unterstützung. Nach der Vision einer heilenden Quelle ließ Rafailow an der vorbestimmen Stelle einen Brunnen bauen und stieß bei einer Teufe von 30 m auf Grundwasser. Das Brunnenwasser soll bei Magen- und Augenleiden Erleichterung bringen. Im Jahre 2024 lebte bereits die erste Nonne im Kloster. Der Zuzug weiterer Schwestern wird erwartet.

Kunst und Architektur Klosterhof Der Klosterhof bildet ein nach Norden ausgerichtetes Rechteck. Ihm schließt sich im Süden ein dreiecksförmiger Wirtschaftshof an. Die Klosterpforte als auch die Einfahrt zum Wirtschaftshof befinden sich im Westen des Areals am Fahrweg nach Smotschewo. Rechts neben der Klosterpforte ist ein Mosaik des Heiligen Nikolaus in die Außenmauer eingelassen. In der Nordostecke des Hofs steht die geostete Kirche »Heiliger Nikolaus im Sommer«. An der Ostseite des Geländes befindet sich der Brunnen, aus dem das heilende Wasser gehoben werden kann.Iliyan Pavlov: (www.sharenacherga.com, 2022; bulgarisch, Übersetzung: Kloster Smotschewo „Heiliger Nikolaus im Sommer“ – Dorf Smotschewo) Der nördliche Teil des Westflügels beherbergt Quartiere für Pilger und Besucher. Er weist drei Geschosse auf. Hofseitig verfügen seine beiden oberen Stockwerke über hölzerne Arkaden. Im später fertiggestellten Südteil befinden sich neben den Wohnräumen der Nonnen die Kapellen »Hl. Mutter Gottes« (), »Hl. Iwan Rilski« () und »Hl. Petka« (). Zwei der Kapellen liegen den oberen Stockwerken. Über ihnen erheben sich unterschiedlich große Kuppeln, die jeweils auf achteckigen Tambouren ruhen. Ein weiteres Gebäude im Südostteil befindet sich 2025 noch im Bau. Der Klosterhof wurde von freiwilligen Helfern als Park mit vielen Blumenbeeten gestaltet. Den Pilgern und Besuchern stehen Pavillons und Bänke sowie ein Kinderspielplatz zur Verfügung.

Klosterkirche »Heiliger Nikolaus im Sommer« rechts|mini|Die Kirche »Heiliger Nikolaus im Sommer« (2014) Die Kapelle »Heiliger Nikolaus im Sommer« aus dem Jahre 1908 war ein kuppelloser Bau ohne Apsis und Vorhalle. Ihr Innenraum wurde durch jeweils ein Fenster an den Seitenwänden erhellt. Der Neubau hat größere Ausmaße. Er verfügt über eine Apsis, eine Kuppel auf einem durchfensterten Tambour und eine äußere Vorhalle (Exonarthex). Über dem Exonarthex erhebt sich ein kleiner Glockenturm, der 2024 noch über kein Geläut verfügte. Die Außenmauern sind weiß verputzt. Auf der Nord- und Südseite befinden sich jeweils drei Fenster. Zusätzlich gibt es eine Lichtöffnung in der Apsis. Die Decke des Gemeinderaums (Naos) ist mit Medaillons von Aposteln und Heiligen geschmückt. In der Kuppel befindet sich das Fresko "Christus Pantokrator". Die Apsis zieren Fresken des Hl. Johannes Chrysostomos () sowie des Hl. Basilius des Großen (). Ein Ikonostas fehlte im Jahre 2024 noch.

rechts|mini|Naos (2014) In der Kirche werden die beiden wundertätigen Ikonen »Hl. Mutter Gottes« () und »Hl. Nikolaus der Wundertäter« () aufbewahrt. Sie gehören zu den wenigen Ikonen die auf einem Metalluntergrund gemalt wurden. Ihr Alter wird auf 300 Jahre geschätzt. Beide stammen aus der alten Kapelle. Die Ikone des Heiligen Nikolaus wurde in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts durch zwei betrunkene Jäger beschädigt, die sie als Zielscheibe missbrauchten. Sie ist inzwischen restauriert. Die Mittel dafür stellte eine private Spenderin aus Blagoewgrad zur Verfügung. (vipmediapress.com, 2023; bulgarisch, Übersetzung: Kloster Smotschewo „Heiliger Nikolaus im Sommer“ begeht sein Patronatsfest!) In ausliegenden Büchern können Gläubige ihren Dank für die Unterstützung durch die Mutter Gottes und den Hl. Nikolaus ausdrücken. (dnes.bg, 2025; bulgarisch, Übersetzung: Wenn ein heiliger Ort aus Trauer geboren wird: das Kloster Heiliger Nikolaus) Weitere Ikonen in der Kirche sind Gaben privater Stifter.

Gedenktage Das Patronatsfest des Klosters ist der Gedenktag der Übertragung der Reliquien des Heiligen Nikolaus von Myra nach Bari im Jahr 1087, der am 9. Mai begangen wird. Am 14. Februar wird zusätzlich dem Patron der Gärtner und Winzer, dem Hl. Tryphon (, auch Трифон Зарезан, Tryphon Zarezan) gedacht. (ilindenpres.bg, 2024; bulgarisch, Übersetzung: Eine emblematische Laube versammelt Smotschewo zum Fest Tryphon Zaresan)

Weblinks

Einzelnachweise

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