mini|hochkant=1.3|Italienische Villa mit Rosentalgasse (2009) Die Italienische Villa (auch Villa Möbius) in der Leipziger Nordwestvorstadt ist ein repräsentatives Wohngebäude am Beginn des Waldstraßenviertels im Stil der NeorenaissanceDenkmaltext italienischer Prägung. Es steht mit Vorplatz und Einfriedung unter Denkmalschutz.
Lage und Beschreibung Die Italienische Villa ist der Kopfbau einer Häuserreihe in geschlossener Bauweise längs der Rosentalgasse mit der Doppelhausnummer 1–3. Am Anfang der Reihe fließt an ihrer Rückseite der Elstermühlgraben, in den an der Italienischen Villa der Pleißemühlgraben mündet. Das Haus steht unweit des Naturkundemuseums.
Das Villa ist ein dreigeschossiges Gebäude mit einer Putzfassade, die im Erdgeschoss ein horizontales Fugenmuster aufweist. Die Hauptfront zum Vorplatz ist aufwändig gestaltet. Dem dreigeschossigen, dreiachsigen Mittelrisalit ist ein Altan auf zwei gusseisernen Stützen mit einem eisernen Ziergeländer vorgesetzt. Darunter führt eine kurze Freitreppe zu einem Hauseingang. Die Rundbogenfenster der ersten Etage besitzen verzierte Überdachungen, und die Ecken des Gebäudes und der Lisene sind in dieser Etage als rahmende flache Pilaster mit korinthischen Kapitellen ausgebildet. Die Bereiche zwischen den Fenstern des Mezzaningeschosses zeigen filigranen Stuckdekor. Über dem breit ausladenden Hauptgesims mit Akanthusblattkonsolen erhebt sich ein flachgeneigtes, schiefergedecktes Walmdach.
Der Eingang von der Straßenseite ist ein schmuckreiches Rundbogenportal. Die letzte Fensterachse der Straßenseite ist auf die Front des Nachbarhauses zurückgesetzt. Eine stärkere stufenweise Gliederung zum Nachbarhaus hin findet sich auf der zum Elstermühlgraben gewandten Seite. So entsteht der Eindruck eines quer zur Straße stehenden, die Schmuckseite zur Innenstadt richtenden Gebäudes, was auch durch die Richtung des Dachfirsts betont wird, der ein Ziergitter trägt.
Geschichte 1870 errichtete (oder entwarf ?) der Zimmermeister und Bauunternehmer Julius Seibt das Haus am Eingang zur Rosentalgasse für den Maurermeister Friedrich Ryssel, der das Parterre bewohnte und die oberen Wohnungen vermietete,Leipziger Adressbücher weshalb das Gebäude auch Ryssels Wohnhaus genannt wurde. 1895 verkauften Ryssels Erben das Anwesen an den Leipziger Neurologen und Psychiater Paul Julius Möbius (1853–1907), der aber erst 1896 einzog. Nun kam der Name Villa Möbius auf. Möbius bewohnte das Gebäude und betrieb hier seine Praxis bis zu seinem Tod im Jahr 1907, obwohl er das Haus bereits 1904 an einen Kaufmann F. Starke verkauft hatte.
Vor Zerstörung im Zweiten Weltkrieg blieb das Haus verschont.Siehe dazu Karte in Nach 1990 wurde es saniert und beherbergt heute Büroräume.
Literatur Die italienische Villa. In: Wolfgang Hocquél, Richard Hüttel: Die Villen des Leipziger Bürgertums. Passage Verlag, Leipzig 2024, ISBN 978-3-95415-157-8, S. 46/47.
Weblinks
Einzelnachweise
Italienische Villa Kategorie:Erbaut 1870 Kategorie:Neorenaissancebauwerk in Leipzig Kategorie:Kulturdenkmal in Leipzig Kategorie:Waldstraßenviertel