Die A Reality Tour war die letzte weltweite Konzerttournee des britischen Singer-Songwriters David Bowie zur Unterstützung seines 2003 veröffentlichten und namensgebenden Album Reality.
Hintergrund Bereits im Juni 2003 kündigte Bowie seine erste große Welttournee seit seiner Outside World Tour (1995/96) an mit der Absicht, in 17 Ländern vor insgesamt über einer Million Zuschauern spielen zu wollen.http://news.bbc.co.uk/2/hi/entertainment/2992862.stmhttps://web.archive.org/web/20130921053608/http://news.sky.com/story/191268/bowie-on-world-tour Bowie begann seine A Reality Tour am 7. Oktober 2003 in Frederiksberg und endete abrupt am 25. Juni 2004 mit seinem Auftritt beim Hurricane Festival in Scheeßel. Die Tournee führte Bowie und seine Band durch Nordamerika, Europa, Australien, Neuseeland, Asien und Mittelamerika und war mit insgesamt 113 Konzerten die längste und umfangreichste Tournee in Bowies Karriere.http://www.dvdmg.com/bowierealitytour.shtml
Die Proben für die Tour begannen im Juli 2003, wobei die Band seiner vorherigen Heathen Tour größtenteils unverändert blieb; lediglich Mark Plati war aufgrund anderen Aufträgen verhindert, wodurch Gitarrist Gerry Leonard schließlich zum neuen musikalischen Leiter der Band ernannt wurde.Pegg, Nicholas (2016). The Complete David Bowie (überarbeitete und aktualisierte Ausgabe). London: Titan Books . ISBN 978-1-78565-365-0.
Die Tour selbst wurde vom Bowie-Biografen Nicholas Pegg als „in mancher Hinsicht [...] noch theatralischer“ als die „Sound+Vision Tour“, eines von Bowies eher theatralischen Unternehmungen, beschrieben.Pegg, Nicholas (2016). The Complete David Bowie (überarbeitete und aktualisierte Ausgabe). London: Titan Books . ISBN 978-1-78565-365-0. Die Bühne umfasste einen riesigen LED-Bildschirm mit einem erhöhten Laufsteg, mehrere Plattformen, die sich ins Publikum erstreckten, Treppen und „riesige, weißgebleichte Äste“, die „anmutig von beiden Seiten der Bühne herabhingen“.Pegg, Nicholas (2016). The Complete David Bowie (überarbeitete und aktualisierte Ausgabe). London: Titan Books . ISBN 978-1-78565-365-0. Bowie selbst half bei der Gestaltung der Bühne zusammen mit der Designerin Therese Depreze, dem Lichtdesigner Tom Kenny und der visuellen Leiterin Laura Frank.Pegg, Nicholas (2016). The Complete David Bowie (überarbeitete und aktualisierte Ausgabe). London: Titan Books . ISBN 978-1-78565-365-0.
Als Vorgruppen der Konzerte traten unter anderem Macy Gray, The Dandy Warhols, Brooke Fraser, die Stereophonics und The Polyphonic Spree auf.
Die A Reality Tour war nicht nur finanziell erfolgreich (sie spielte 46 Millionen US-Dollar ein und war damit die neunterfolgreichste Tour des Jahres 2004https://www.billboard.com/music/music-news/madonna-heads-list-of-years-top-tours-65316/), sondern wurde auch von Publikum wie Konzertkritikern äußerst positiv aufgenommen. So meinte ein Kritiker zu Bowies Auftritt am 24. Januar 2004 in Vancouver: „Mit Bowies nahezu makellosem Gesang, seiner brillanten Band und seiner raffiniert umgesetzten Show endete das Konzert mit einem der besten Old-School-Rockkonzerte, die das Heimstadion der Canucks je veranstaltet hat.“https://www.straight.com/blogra/614791/david-bowies-final-vancouver-show-2004# Die Kritik zum nächsten Konzert in Seattle einen Tag später fiel ähnlich positiv aus. Bowie sei „immer noch durch und durch ein Superstar … und versprühe immer noch Charme und Sexappeal“, und die Setlist sei eine „Huldigung seines gesamten Lebenswerks“.MacDonald, Patrick (26 January 2004). "David Bowie: Supercool rock icon ever ch-ch-changing for the better". The Seattle Times. pp. E1 – E3. Bowies Konzert in Las Vegas am 6. Februar 2004 wurde so beschrieben, als würde er „zwischen den Liedern lachen und scherzen“, während das Publikum „in den Gängen tanzte“. Die Kritik war insgesamt positiv.Gehman, Pleasant (2004), "Now that's a Reality show", HRH, pp. 82–87
Der überwiegend positive Verlauf der Tournee wurde durch einschneidende Ereignisse getrübt: So mussten im Dezember 2003 mehrere Konzerte aufgrund einer Halsentzündung bei Bowie in Nordamerika abgesagt und verschoben werden. Am 6. Mai 2004 wurde der Auftritt in Miami abgesagt, nachdem der Lichttechniker Walter „Wally Gator“ Thomas während der Installierung der Lichtanlage in den Tod stürzte.http://news.bbc.co.uk/1/hi/entertainment/music/3692651.stm Am 25. Juni 2004 klagte Bowie während eines Auftritts beim Hurricane Festival über Schmerzen im Brust- und Schulterbereich. Zunächst wurde fälschlicherweise angenommen, handele sich um einen eingeklemmten Nerv in der Schulter, doch später stellte sich heraus, die Ursache für die Schmerzen eine akut verstopfte Koronararterie handelte, die bei Bowie beinahe zu einem Herzinfarkt geführt hätte und eine Notfall-Angioplastie in einer Hamburger Klinik erforderlich machte. Die restlichen vierzehn Konzerte der europäischen Festival-Tournee wurden daraufhin abgesagt.http://news.bbc.co.uk/2/hi/entertainment/3878889.stm In den Jahren nach seiner Genesung reduzierte Bowie seine musikalische Produktivität, unternahm keine Tourneen mehr und trat nur noch vereinzelt auf der Bühne auf. Bis zu seinem Tod am 10. Januar 2016 veröffentlichte er nur noch zwei Studioalben.
Liveaufnahmen Die beiden Auftritte in Dublin am 22. und 23. November 2003 wurden gefilmt und schließlich knapp ein Jahr später am 19. Oktober 2004 unter dem Titel A Reality Tour auf DVD veröffentlicht. Ein Livealbum derselben Konzertaufnahmen erschien am 25. Januar 2010 ebenfalls unter dem Titel A Reality Tour.
Setlist Die Setliste umfasste Titel aus Bowies über 30-jähriger Karriere, von The Man Who Sold the World (1970) bis hin zu Reality (2003), sowie Kollaborationen wie Sister Midnight (ursprünglich 1977 auf Iggy Pops Album The Idiot erschienen) und Under Pressure (als Single im Jahr 1981 von Queen und David Bowie veröffentlicht, später auf Queens Album Hot Space von 1982 zu finden) und Ausschnitte von Bowie-Klassikern wie Space Oddity und Golden Years. Die Band hatte für die Tour rund 60 Lieder geprobt, und das große Repertoire an verfügbaren Liedern erlaubte es ihnen, die Setlist von Abend zu Abend zu ändern und manchmal spontan zu erstellen, was eine Abweichung von einigen von Bowies früheren und stark choreografierten Tourneen wie der Serious Moonlight Tour (1983), der Glass Spider Tour (1987) und der Sound+Vision Tour (1990) darstellte. Bowie und seine Band spielten während der Tour jeden Abend über zwei Stunden und spielten an manchen Orten mehr als 30 Lieder.
Beispiel-Setlist Rebel Rebel New Killer Star Fame Cactus All the Young Dudes China Girl Battle For Britain (The Letter) The Loneliest Guy The Man Who Sold the World Afraid Sunday Heathen (The Rays) Under Pressure Life on Mars? Looking for Water Quicksand Days Ashes to Ashes I’m Afraid of Americans “Heroes” Changes Five Years Suffragette City Ziggy Stardust
Tourdaten Nr.DatumStadtLandVeranstaltungsortAnmerkungenLeg 1 – Europa17. Oktober 2003FrederiksbergForum København28. Oktober 2003StockholmGloben310. Oktober 2003HelsinkiHartwall Areena412. Oktober 2003OsloSpektrum515. Oktober 2003RotterdamSportpaleis Ahoy’616. Oktober 2003HamburgColor Line Arena718. Oktober 2003Frankfurt am MainFesthalle820. Oktober 2003ParisPalais Omnisport de Bercy921. Oktober 20031023. Oktober 2003AssagoFilaForum1124. Oktober 2003ZürichHallenstadion1226. Oktober 2003StuttgartSchleyerhalle1327. Oktober 2003MünchenOlympiahalle1429. Oktober 2003WienStadthalle1531. Oktober 2003KölnKölnarena161. November 2003HannoverPreussag Arena173. November 2003BerlinMax-Schmeling-Halle185. November 2003AntwerpenSportpaleis197. November 2003LilleLe Zénith208. November 2003AmnévilleLe Galaxie2110. November 2003NizzaPalais Nikaiaxx12. November 2003ToulouseLe Zénith Métropole2214. November 2003MarseilleLe Dôme2315. November 2003LyonHalle Tony Garnier2417. November 2003ManchesterManchester Evening News Arena2519. November 2003BirminghamNational Exhibition Centre2620. November 20032722. November 2003DublinThe Point Depot2823. November 20032925. November 2003LondonWembley Arena3026. November 20033128. November 2003GlasgowSECCLeg 2 – Nordamerika/Mittelamerikaxx6. Dezember 2003Atlantic CityBorgata Event Centerverlegt auf den 29. Mai 2004xx7. Dezember 2003FairfaxPatriot Centerverlegt auf den 16. Mai 2004xx9. Dezember 2003BostonFleetCenterverlegt auf den 30. März 2004xx10. Dezember 2003PhiladelphiaWachovia Centerverlegt auf den 29. März 2004xx12. Dezember 2003TorontoAir Canada Centreverlegt auf den 29. März 20043213. Dezember 2003MontréalCentre Bell3315. Dezember 2003New York CityMadison Square Garden3416. Dezember 2003UncasvilleMohegan Sun Arena3520. Dezember 2003NassauAtlantis Paradise IslandLeg 3 – Nordamerika367. Januar 2004ClevelandCSU Convocation Center379. Januar 2004Auburn HillsPalace of Auburn Hills3811. Januar 2004MinneapolisTarget Center3913. Januar 2004RosemontRosemont Theatre4014. Januar 20044116. Januar 20044219. Januar 2004DenverFillmore Auditorium4321. Januar 2004CalgaryPengrowth Saddledome4424. Januar 2004VancouverGeneral Motors Place4525. Januar 2004SeattleParamount Theatre4627. Januar 2004San JoseHP Pavilion at San Jose4730. Januar 2004ParadiseThe Joint4831. Januar 2004Los AngelesShrine Auditorium492. Februar 2004503. Februar 2004Wiltern Theatre515. Februar 2004PhoenixDodge Theatre526. Februar 2004ParadiseThe Joint537. Februar 2004Los AngelesWiltern TheatreLeg 4 – Australasien5414. Februar 2004WellingtonWestpac Stadium5517. Februar 2004BrisbaneEntertainment Centre5620. Februar 2004SydneyEntertainment Centre5721. Februar 20045823. Februar 2004AdelaideEntertainment Centre5926. Februar 2004MelbourneRod Laver Arena6027. Februar 2004611. März 2004PerthSupreme Court Gardens624. März 2004SingapurIndoor Stadium638. März 2004TokioNippon Budokan649. März 20046511. März 2004OsakaOsaka-jō Hall6614. März 2004HongkongConvention and Exhibition CentreLeg 5 – Nordamerika6729. März 2004PhiladelphiaWachovia Center6830. März 2004BostonFleetCenter691. April 2004TorontoAir Canada Centre702. April 2004OttawaCorel Centre714. April 2004Quebec CityColisée Pepsi727. April 2004WinnipegWinnipeg Arena739. April 2004EdmontonRexall Place7411. April 2004KelownaProspera Place7513. April 2004PortlandRose Garden Arena7614. April 2004SeattleKeyArena7716. April 2004BerkeleyCommunity Theatre7817. April 20047919. April 2004Santa BarbaraCounty Bowl8022. April 2004Los AngelesGreek Theatre8123. April 2004AnaheimArrowhead Pond8225. April 2004LovelandBudweiser Events Center8327. April 2004Bee CaveThe Backyard8429. April 2004The WoodlandsCynthia Woods Mitchell Pavilion8530. April 2004New OrleansSaenger Theatre865. Mai 2004TampaCarol Morsani Hallxx6. Mai 2004MiamiJames L. Knight Center878. Mai 2004AtlantaChastain Park Amphitheater8810. Mai 2004Kansas CityStarlight Theatre8911. Mai 2004St. LouisFox Theatre9013. Mai 2004HersheyStar Pavilion9114. Mai 2004LondonJohn Labatt Centre9216. Mai 2004FairfaxPatriot Center9317. Mai 2004PittsburghBenedum Center9419. Mai 2004MilwaukeeMilwaukee Theatre9520. Mai 2004IndianapolisMurat Theatre9622. Mai 2004MolineThe MARK of the Quad Cities9724. Mai 2004ColumbusVeterans Memorial Auditorium9825. Mai 2004BuffaloShea’s Performing Arts Center9927. Mai 2004ScrantonFord Pavilion10029. Mai 2004Atlantic CityBorgata Event Center10130. Mai 20041021. Juni 2004ManchesterVerizon Wireless Arena1032. Juni 2004UncasvilleMohegan Sun Arena1044. Juni 2004WantaghJones Beach Theater1055. Juni 2004HolmdelPNC Bank Arts CenterLeg 6 – Europa10611. Juni 2004AmsterdamAmsterdam Arena10713. Juni 2004NewportSeaclose ParkIsle of Wight Festival10817. Juni 2004BergenKoengenBergen Festival10918. Juni 2004OsloFrognerbadetNorwegian Wood Festival11020. Juni 2004SeinäjokiTörnäväProvinssirock11123. Juni 2004PragT-Mobile Arena11225. Juni 2004ScheeßelEichenringHurricane Festival
Band David Bowie: Gesang, Gitarre, Saxophon, Mundharmonika, Stylophone Earl Slick: Gitarre Gerry Leonard: Gitarre, Keyboards, Hintergrundgesang