Die Insel Schmidtbülten, auch Schmidt-Bülten, ist eine Insel im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Sie ist eine Insel der Darß-Zingster Boddenkette und gehört zum Rückseitendelta der Ostsee im Prerower Strom.
Lage mini|Veränderung des Schmidt-Bülten von 1835 bis 2025 Der Schmidtbülten liegt im Prerower Strom südlich von Zingst. Durch menschlichen Einfluss auf die Strömung und Schließung des Flussdeltas zur Ostsee hat sich das Aussehen der Insel im 19. und 20. Jahrhundert wesentlich geändert. Der Bülten gehörte vor 1871 zur Gemeinde Zingst, danach zur Gemeinde Wieck am Darß im Landkreis Vorpommern-Rügen im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns. Die ursprüngliche Größe der ehemals dreiteiligen Inselgruppe um 1856 betrug 11,8 ha, heute ist die Fläche als eine Insel mit ca. 28 ha angegeben. Die heutige Ausdehnungen sind etwa 900 m Nord-Süd Länge und 400 m West-Ost Breite.
Geschichte mini|Sommerweide der Wasserbüffel Im Jahr 1835 gab es den Inselnamen Schmidtbülten noch nicht, die Insel wurde im Urmeßtischblatt Prerow nur Bülten (Bulte – kleine sumpfige Schilfinseln) genannt, der zweite Teil als Schmidt. Der Name könnte sich von der auf Zingst ansässigen Zieglerfamilie Schmidt ableiten.Die Bülten in der Karte von 1835, Preußisches Urmeßblatt 1 : 25000, L.Gr. v. Schlieffen, Karte 1541 Prerow/Darß 1856 wird der Begriff Zingster Schmidt Bülten im Protokoll der Übergabe der 47,2 Morgen große Inselgruppe an die Gemeinde Wiek a. Darß amtlich beschrieben. Auf den historischen Karten sah man im Eiland eine mit Schilf bewachsene Grube, vermutlich eine Erkundungsgrabung der Schmidt Ziegler nach muschelkalkhaltigen Böden zur Gewinnung von Kalk, ähnlich den Grabungen für die Kalkbrennerei auf der Sundischen Wiese, später dann als Viehtränke genutzt. Die östliche Insel, hier Schmidt genannt, wird 1885 als Zingster Wiese benannt, später dann als Stadtkavel bezeichnet. Durch Zuschüttung der ehemals trennenden Wasserflächen ist die Schmidt mit der festen Insel Zingst verbunden worden. Der Prerower Strom ist heute am östlichen Ufer mit einem Deich versehen. Der noch 1835 existierende kleine dritte südöstliche Inselteil wurde abgetragen und abgebaggert. Die danach neu entstandene größere Insel wurde dann nach 1924 alleinig als Schmidtbülten bezeichnet. Ab 1976 wurde die offene Bucht des Bülten als Aufspülfeld für das Baggergut aus der Fahrrinnenvertiefung im Bodstedter Bodden benutzt, dadurch bekam der heutige große Schmidtbülten die südliche Inselzunge angebaut. Die heute auf der nur 0,9 m hohen Insel liegenden zwei Teiche sind verlandet. Seit 2007 werden Wasserbüffel durch das Gut Darß in der Sommerweide fast das ganze Jahr auf der Insel gehalten. Die Wasserbüffel reduzieren das Rohrdickicht und fördern das Entstehen von offenen Flächen, wie Salzwiesen und Uferzonen.
Literatur Jahrbuch der Pommerschen Geographie Gesellschaft Greifwald, Greifswald Pommern, 1913 Im Zeichen der Eule – Der Schmidt-Bülten vor dem Prerowstrom, Friedrich Schulz, Scheunen-Verlag
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Insel (Mecklenburg-Vorpommern) Kategorie:Fischland-Darß-Zingst Kategorie:Naturschutzgebiet in Mecklenburg-Vorpommern