Sieben Schmerzen Mariens ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in Gundelsheim, Landkreis Bamberg. Sie wurde 1967–1969 nach Plänen von Gregor Neundorfer und Peter Seemüller gebaut.
Baugeschichte Im Jahre 1899 wurde in Gundelsheim, das zur Pfarrei Memmelsdorf gehörte, eine Kapelle errichtet, die schon bald zu klein wurde. Schon in den 1930er Jahren überlegt man, eine eigene Kirche zu bauen. Durch den Zweiten Weltkrieg blieben diese Pläne unverwirklicht. 1955 wurde ein Kirchenbauverein gegründet, nachdem die Bevölkerungszahl Gundelsheims durch den Zuzug von Geflüchteten enorm angewachsen war. Ein von Landwirt Hans Postler 1961 gestiftetes Grundstück wurde gegen einen geeigneteren Bauplatz am Ortsrand getauscht. Das Bamberger Architekturteam Peter Seemüller und Gregor Neundorfer erhielt den Planungsauftrag, legte 1966 die Pläne der kirchlichen Baubehörde vor. 1967 war Baubeginn, am 7. September 1969 wurde die neue Kirche von Erzbischof Josef Schneider geweiht.
Außenansicht Die Gundelsheimer Kirche mit ihrer markanten Silhouette ist weithin sichtbar. Dass die Kirche anfänglich Bug eines Ozeanriesen oder Seelensilo genannt wurde, lag an der sehr modernen und ungewohnten Erscheinung: über dem Grundriss aus zwei Ellipsen (oder Doppelparabeln) schwingen sich zwei unterschiedlich große, gewellte fensterlose, einstmals materialsichtige, heute gelblich getünchte Betonschalen empor, aus einer der beiden zieht sich der Kirchturm empor, auf der gegenüberliegenden Seite verbindet eine große Fensterwand die beiden Ellipsen, ein großes geschwungenes Vordach aus Beton markiert den Eingang. Vorbild für die im ländlichen Franken hochmoderne Kirche war die Wallfahrtskirche Notre-Dame-du-Haut im französischen Ronchamp mit ihren asymmetrischen Formen und den wie eingerollt scheinenden Betondachflächen.
Innenraum Der Innenraum ist ein organisch schwingendes Gebilde mit unterschiedlich schwingenden seitlichen Wandschalen und einer nach unten konvex geführten Holzdecke. Eine große helle vertikale Fensterbahn sowie durchbricht die großen Wandflächen sowie eine horizontale Reihe kliner buntverglaster Fenster.
Veränderungen Durch zahlreiche Renovierungen, vor allem durch den Verlust der einstigen schalungsrauen Sichtbetonflächen sowohl an den Aussenwänden als auch im Inneren und eine neu hinzugefügte Farbigkeit hat der einstmal noch expressivere Kirchenbau etwas an Wirkung verloren, doch ist er insgesamt unter den Nachkriegskirchenbauten im Erzbistum Bamberg herausragend.
Ausstattung/Beteiligte Künstler Heinrich Schreiber, Kronach: Bildhauerarbeiten, Tabernakel, Ambo, Gabentisch, Taufstein, Weihwasserbecken Anton Greiner aus Stegaurach: Glasfenster Karl-Konrad/Konrad Seufert (* 1939) aus Bamberg: Bronzegegenstände: Tabernakeltür, Kreuzgruppe (Kruzifix und Marienfigur), Kreuzweg, Osterleuchter, Altarleuchter, Bronzemontierung der Pietà
Literatur Robert Wachter, Kirchenbauten im Erzbistum Bamberg während der Amtszeit von Erzbischof Dr. Josef Schneider. 2 Bände. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2017, ISBN 978-3-7319-0084-9, S. 523–530.
Einzelnachweise
Kategorie:Gundelsheim (Oberfranken) Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Bamberg Kategorie:Architektur (Bayern) Gundelsheim