Der 6. Weltcup der Biathlonsaison 2025/26 fand im mährischen Nové Město na Moravě in der Tschechischen Republik statt. Die Wettkämpfe in der Vysočina Arena, dem Austragungsort zweier Weltmeisterschaften, wurden als Ersatz für den aufgrund der Olympischen Spiele entfallenden Weltcup in Antholz vom 19. bis 25. Januar 2026 ausgetragen und galten als Generalprobe für den zwei Wochen später beginnenden Saisonhöhepunkt.
Wettkampfprogramm +6. Weltcup in Nové Město na Moravě Datum Männer Frauen Do, 22.01.26 18:15 Uhr Kurzeinzel (15 km) Fr, 23.01.26 18:15 Uhr Kurzeinzel (12,5 km) Sa, 24.01.26 13:15 Uhr Single-Mixed-Staffel 15:15 Uhr Mixedstaffel (4 × 6 km) So, 25.01.26 15:15 Uhr Massenstart (15 km) 18:15 Uhr Massenstart (12,5 km)
Teilnehmende Nationen und Athleten Wenn Klammern um die Zahl der Athleten stehen, hat dies zur Bedeutung, dass vom entsprechenden Verband mehr Athleten für das Weltcupwochenende nominiert worden waren, als Startplätze in den Einzelrennen für die Nation zur Verfügung standen.
Nation Anzahl Athlet Athletin Europa (23 Nationen) 2 César Beauvais, Thierry Langer 4+1 Wesselin Beltschinski, Georgi Dschorgow, Walentin Karabadschakow, Wassil Saschew Raja Adschamowa (7)+6 Philipp Horn, Simon Kaiser, Johannes Kühn, Leonhard Pfund, Roman Rees, Danilo Riethmüller, Elias Seidl Marlene Fichtner, Hanna Kebinger, Julia Kink, Franziska Preuß, Sophia Schneider, Anna Weidel 4+4 Mark-Markos Kehva, Yaroslav Neverov, Rasmus Tiislär, Mehis Udam Grete Gaim, Hanna-Brita Kaasik, Emma Roberta Rajando, Tuuli Tomingas 5+5 Tuomas Harjula, Arttu Heikkinen, Otto Invenius, Jimi Klemettinen, Tero Seppälä Inka Hämäläinen, Noora Kaisa Keränen, Venla Lehtonen, Sonja Leinamo, Suvi Minkkinen 6+6 Émilien Claude, Fabien Claude, Quentin Fillon Maillet, Émilien Jacquelin, Oscar Lombardot, Éric Perrot Camille Bened, Justine Braisaz-Bouchet, Lou Jeanmonnot, Océane Michelon, Jeanne Richard, Julia Simon 1+1 Sondre Slettemark Ukaleq Astri Slettemark 4+5 Patrick Braunhofer, Tommaso Giacomel, Lukas Hofer, Elia Zeni Hannah Auchentaller, Michela Carrara, Rebecca Passler, Lisa Vittozzi, Dorothea Wierer 1 Iva Morić 3+3 Renārs Birkentāls, Edgars Mise, Aleksandrs Patrijuks Baiba Bendika, Sanita Buliņa, Annija Sabule 3+3 Nikita Čigak, Maksim Fomin, Vytautas Strolia Natalija Kočergina, Judita Traubaitė, Lidija Žurauskaitė 3+1 Pawel Magasejew, Maxim Makarow, Michail Ussow Aljona Makarowa 6+4 Sverre Dahlen Aspenes, Johan-Olav Botn, Isak Leknes Frey, Martin Nevland, Vetle Paulsen, Endre Strømsheim Juni Arnekleiv, Siri Skar, Ingrid Landmark Tandrevold, Guro Ytterhus 5+5 Simon Eder, Patrick Jakob, David Komatz, Magnus Oberhauser, Dominic Unterweger Anna Andexer, Anna Gandler, Lisa Hauser, Anna Juppe, Tamara Steiner 4+4 Konrad Badacz, Jan Guńka, Wojciech Skorusa, Marcin Zawół Joanna Jakieła, Anna Mąka, Natalia Sidorowicz, Kamila Żuk 4+2 George Colțea, Raul Flore, Cornel Puchianu, Dmitri Schamajew Andreea Mezdrea, Anastassija Tolmatschowa 6+6 Viktor Brandt, Jesper Nelin, Martin Ponsiluoma, Sebastian Samuelsson, Henning Sjökvist, Malte Stefansson Anna Hedström, Anna-Karin Heijdenberg, Annie Lindh, Anna Magnusson, Johanna Nordqvist, Johanna Skottheim 4+6 Joscha Burkhalter, Jeremy Finello, Matthias Riebli, Sebastian Stalder Amy Baserga, Aita Gasparin, Lena Häcki-Groß, Coralie Langel, Lea Meier, Lydia Mettler 3+4 Šimon Adamov, Jakub Borguľa, Artur Ischakov Paulína Bátovská Fialková, Ema Kapustová, Anastasiya Kuzmina, Mária Remeňová 4+3 Miha Dovžan, Lovro Planko, Matic Repnik, Toni Vidmar Polona Klemenčič, Živa Klemenčič, Lena Repinc 5+5 Petr Hák, Vítězslav Hornig, Mikuláš Karlík, Michal Krčmář, Tomáš Mikyska Lucie Charvátová, Jessica Jislová, Ilona Plecháčová, Tereza Vinklárková, Tereza Voborníková 5+5 Bohdan Borkowskyj, Anton Dudtschenko, Taras Lessjuk, Witalij Mandsyn, Bohdan Zymbal Chrystyna Dmytrenko, Walerija Dmytrenko, Julija Dschyma, Olena Horodna, Oleksandra Merkuschyna 1+1 Marcus Bolin Webb Chloé Dupont Amerika (2 Nationen) 2+4 Haldan Borglum, Matthew Strum Emily Dickson, Gillian Gowling, Moira Green, Janice Grundahl 4+3 Václav Červenka, Maxime Germain, Bjorn Westervelt, Campbell Wright Margie Freed, Deedra Irwin, Joanne Reid Asien (3 Nationen) 2 Kiyomasa Ojima, Mikito Tachizaki 3+3 Ässet Düissenow, Wladislaw Kirejew, Alexander Muchin Milana Genewa, Darja Klimina, Aischa Rakischewa 1 Jekaterina Awwakumowa Ozeanien (1 Nation) 1+1 Noah Bradford Darcie Morton
Ausgangslage Als Führende der Gesamtwertung gingen beim letzten Wettkampfwochenende vor den Olympischen Spielen Tommaso Giacomel und Lou Jeanmonnot an den Start.
Einige Nationen gingen in Nové Město mit veränderten Kadern an den Start. So befand sich die norwegische Nationalmannschaft in einem Trainingslager und es starteten im Männerfeld mit Ausnahme von Isak Frey und dem rückkehrenden Johan-Olav Botn ausschließlich Athleten, die nicht für die Olympischen Spiele nominiert worden waren. Ingrid Landmark Tandrevold war hingegen wieder zurück in der Mannschaft, sie war eine von allerdings nur vier nominierten Norwegerinnen. Vetle Rype Paulsen und Guro Ytterhus debütierten. Während Frankreichs Mannschaften im Vergleich zum Wochenende in Ruhpolding unverändert waren, fehlten im schwedischen Team Hanna und Elvira Öberg sowie Ella Halvarsson und Linn Gestblom. Ihr Weltcupdebüt gab Johanna Nordqvist, auch Annie Lindh und Anna Hedström waren schon länger nicht mehr auf der höchsten Wettkampfebene am Start gewesen.
Auch das deutsche Team trat mit Ausnahme der Olympiastarter Preuß und Weidel nicht mit der A-Mannschaft auf. Unter den Nominierten befanden sich die Debütanten Elias Seidl und Leo Pfund sowie Hanna Kebinger und Roman Rees, die seit längerer Zeit nicht mehr im Weltcup gestartet waren. Der österreichische Verband hatte anstelle von Fabian Müllauer und Lukas Haslinger Magnus Oberhauser und Patrick Jakob nominiert, für das italienische Team war Rebecca Passler im Tausch mit Linda Zingerle wieder zurück. Im Schweizer Team bereitete sich Niklas Hartweg privat auf die Olympischen Spiele vor und fehlte somit im Aufgebot.
Ergebnisse 22. Januar 2026 (Do.) Kurzeinzel (15 km) 23. Januar 2026 (Fr.) Kurzeinzel (12,5 km) 24. Januar 2026 (Sa.) Single-Mixed-Staffel 24. Januar 2026 (Sa.) Mixedstaffel (4 × 6 km) 25. Januar 2026 (So.) Massenstart (15 km) 25. Januar 2026 (So.) Massenstart (12,5 km)
Verlauf Kurzeinzel Männer Start: Donnerstag, 22. Januar 2026, 18:15 Uhr
Platz Sportler Zeit Schießfehler 1 36:30,6 min 0+0+0+0 2 +41,8 0+0+0+0 3 +54,1 0+0+0+0 4 +1:46,2 0+1+0+0 5 +1:57,9 0+0+0+0 6 +2:04,0 2+0+0+0 7 +2:16,5 0+1+0+0 8 +2:30,7 1+0+0+1 9 +2:31,9 1+1+0+0 10 +2:33,0 0+1+0+3 11 +2:34,2 1+1+0+0 13 +2:48,9 0+0+0+2 26 +3:57,5 1+0+0+1 30 +4:05,1 1+0+0+1 33 +4:15,9 0+1+0+2 34 +4:19,0 0+0+1+2 38 +4:36,9 2+1+0+1 43 +4:58,0 0+1+1+1 51 +5:17,6 2+0+1+2 57 +5:55,7 1+3+0+2 64 +6:33,2 1+3+0+0 66 +6:35,8 2+3+0+1 67 +6:36,6 1+0+1+3 69 +6:47,3 1+3+2+0 72 +6:57,4 0+0+1+2 77 +7:15,5 1+3+3+2 83 +7:44,4 0+0+3+2
Gemeldet: 99 Nicht am Start:
Da einige der weltbesten Athleten fehlten, ergab sich beim verkürzten Einzelwettkampf in Nové Město ein recht unübliches Ergebnis. Siegreich war Éric Perrot, der am Schießstand fehlerfrei blieb und seinen ebenfalls fehlerlosen Landsmann Émilien Jacquelin deutlich hinter sich ließ. Generell dominierten die französischen Herren, so stellten sie mit Oscar Lombardot (bestes Karriereergebnis) und Émilien Claude (zweitbestes Ergebnis) noch zwei weitere Athleten unter den besten Sechs. Rang drei belegte Lukas Hofer, der dank zwanzig Treffern zum ersten Mal in seiner Karriere einen Podestplatz im Einzel erreichte und allgemein erstmals seit März 2022 auf ein Podest im Weltcup stieg. In Abwesenheit der besten Norweger überraschten Martin Nevland und Sverre Dahlen Aspenes mit ihrem jeweils besten Karriereresultat, auch Roman Rees (Siebter beim diesjährigen Weltcupeinstand) und Renārs Birkentāls (Neunter und damit bestes Weltcupergebnis) zeigten starke Leistungen. In seinem Debütrennen belegte Leo Pfund auf Anhieb Platz 13, weitere persönliche Bestergebnisse gab es durch Dmitri Schamajew (18.), Arttu Heikkinen (19.), Patrick Jakob (26.) und Vetle Paulsen (32.). Am Schießstand makellos blieben genannte Perrot, Jacquelin, Hofer, Nevland und Schamajew, die schnellste Kurszeit bot der zehntplatzierte Tommaso Giacomel.
Frauen Start: Freitag, 23. Januar 2026, 18:15 Uhr
Platz Sportler Zeit Schießfehler 1 35:50,3 min 0+0+1+0 2 +1,4 0+0+0+1 3 +1:02,2 0+0+1+1 4 +1:06,8 1+0+1+0 5 +1:15,7 0+0+1+0 6 +1:27,0 0+0+0+0 7 +1:29,7 0+0+1+0 8 +1:38,4 0+1+0+1 9 +1:40,9 0+1+2+0 10 +1:44,6 0+1+0+1 12 +1:49,5 0+2+0+1 14 +2:12,0 0+2+1+0 15 +2:17,8 1+1+0+0 16 +2:26,0 1+1+0+0 24 +2:59,2 1+0+0+1 25 +3:08,5 2+2+0+1 28 +3:15,1 2+0+1+1 33 +3:37,9 2+0+0+2 34 +3:38,8 0+2+0+3 41 +4:15,1 0+2+0+2 42 +4:18,1 0+2+2+1 44 +4:25,3 1+1+1+2 45 +4:29,8 0+3+1+1 46 +4:30,6 1+1+2+1 47 +4:32,1 1+3+0+2 55 +4:50,2 1+3+0+3 77 +6:49,2 1+2+4+1 83 +7:25,0 2+3+0+0
Gemeldet: 93 Nicht am Start:
Wie im Männerwettkampf gab es auch im Dameneinzel einen französischen Doppelsieg, bei dem sich Justine Braisaz-Bouchet (mit Laufbestzeit) mit einem knappen Vorsprung gegen Lou Jeanmonnot durchsetzte und damit ihren ersten Saisonsieg feierte. Das Podest komplettierte, ebenfalls zum ersten Mal in der Saison, Franziska Preuß. Die Schweizer Mannschaft klassierte sich mit allen fünf Starterinnen unter den besten 25, Lena Häcki-Groß überzeugte dabei mit ihrer mit Abstand besten Saisonleistung. Durch einige Absagen verwirklichten erneut einige Athletinnen persönliche Bestleistungen, unter den besten 40 waren dies Tamara Steiner (6.), Siri Skar (7.), Lea Meier (12.), Marlene Fichtner (16.), Ilona Plecháčová (18.), Mária Remeňová (20.), Lydia Mettler (24.), Anastassija Tolmatschowa (29.), Margie Freed (31.) und Walerija Dmytrenko (39.). Am Schießstand fehlerfrei blieben lediglich Steiner und Tolmatschowa.
Mixed Single-Mixed-Staffel Start: Samstag, 24. Januar 2026, 13:15 Uhr
Platz Land Sportler Zeit Strafrunden+ Nachlader 1 Suvi Minkkinen Tero Seppälä 34:59,8 min 0+1 0+1 / 0+1 0+1 0+1 0+1 / 0+1 0+1 2 Jeanne Richard Émilien Claude +11,3 0+0 0+0 / 0+0 0+0 0+0 0+2 / 0+3 0+1 3 Juni Arnekleiv Martin Nevland +16,7 0+0 0+2 / 0+0 0+0 0+1 0+2 / 0+0 0+3 4 Amy Baserga Sebastian Stalder +35,7 0+0 0+2 / 0+2 0+3 0+1 0+1 / 0+0 0+1 5 Olena Horodna Witalij Mandsyn +35,9 0+1 0+1 / 0+1 0+3 0+0 0+2 / 0+2 0+2 6 Lucie Charvátová Tomáš Mikyska +1:02,8 0+1 0+2 / 0+2 0+3 1+3 0+1 / 0+1 0+0 7 Lisa Hauser Simon Eder +1:11,4 0+2 0+0 / 0+0 0+1 0+2 0+3 / 0+0 0+2 8 Joanna Jakieła Wojciech Skorusa +1:47,4 0+0 0+2 / 0+2 0+0 0+0 0+3 / 0+2 0+0 9 Regina Ermits Mark-Markos Kehva +1:51,1 0+1 0+0 / 0+1 0+0 0+2 0+2 / 0+1 0+1 10 Anastassija Tolmatschowa Dmitri Schamajew +2:10,5 0+2 0+3 / 0+0 0+1 0+2 0+2 / 0+1 0+0 13 Hannah Auchentaller Patrick Braunhofer +2:31,2 0+3 0+3 / 0+0 2+3 0+3 0+1 / 0+1 0+1 Marlene Fichtner Leonhard Pfund DSQ 0+0 0+1 / 0+0 0+0 0+0 0+2 / 0+0 0+1
Gemeldet und am Start: 24 Staffeln Überrundet: , , , Disqualifiziert:
Die Single-Mixed-Staffel in Nové Město endete zunächst mit einer großen Überraschung: Leonhard Pfund verließ fast zeitgleich mit Tero Seppälä das letzte Schießen, überholte den Finnen auf der Schlussrunde und überquerte auf Rang eins die Ziellinie. Nach mehreren Minuten Wartezeit wurde das Endergebnis annulliert und die deutsche Staffel disqualifiziert. Grund dafür war ein Verstoß gegen die Regel 11.3.4.g des IBU-Regelwerks, nach welcher Marlene Fichtner beim Verlassen des Schießstandes ihren linken Arm nicht wie vorgegeben im Trageriemen hielt, sondern außerhalb. So wurde Finnland nachträglich zum Rennsieger ernannt, Frankreich und Norwegen komplettierten das Podest. Starke Ergebnisse gab es beispielsweise für die Ukraine und Rumänien, Schweden und Italien verpassten hingegen die Top-10.
Mixedstaffel Start: Samstag, 24. Januar 2026, 15:15 Uhr