Andrea Ulrike Steinbicker (* 1979 in Münster als Andrea Ulrike SwintekProf. Dr. med. Andrea Ulrike Steinbicker, abgerufen am 15. Oktober 2025.) ist eine deutsche Anästhesiologin, Intensivmedizinerin und Hochschullehrerin am Universitätsklinikum Köln der Universität zu Köln.
Leben und Wirken Steinbicker studierte Humanmedizin an den Universitäten Münster, Alicante und Duisburg-Essen. 2005 wurde sie von der Universität Duisburg-Essen zur Dr. med. promoviert. Neben ihrem Studium absolvierte sie bei der Weltgesundheitsorganisation in Genf ein berufsbegleitendes Public-Health-Studium, das sie mit dem Titel „Master of Public Health (MPH)“ abschloss. Ab 2009 war Steinbicker als Stipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft in den USA tätig und arbeitete und forschte hier unter anderem am Massachusetts General Hospital und der Harvard Medical School. 2011 kehrte sie nach Deutschland zurück und arbeitete als Anästhesiologin am Universitätsklinikum Münster. 2015 wurde sie in das Junge Kolleg der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste aufgenommen.Molekulare Grundlagen der Eisenregulation: Dr. Steinbicker in Junges Kolleg der NRW-Wissenschaftsakademie aufgenommen, abgerufen am 15. Oktober 2025 Anschließend absolvierte sie an der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie des Universitätsklinikums Münster ihre Weiterbildung zur Fachärztin für Anästhesiologie und wurde dort zur Oberärztin und 2019 schließlich zur Leitenden Oberärztin ernannt.
2021 wurde Steinbicker zur Professorin für Anästhesiologie und Intensivmedizin und stellvertretende Klinikdirektorin der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie am Universitätsklinikum Frankfurt berufen. 2023 wurde sie zudem in den Beirat des Interdisziplinären Arbeitskreises für Klinische Hämotherapie (IAKH) und in die Jury für den Lohfert-Preis der Christoph-Lohfert-Stiftung berufen. Darüber hinaus ist sie Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin, wo sie sich in verschiedenen Kommissionen und seit 2009 auch im Mentoringprogramm des Wissenschaftlichen Arbeitskreises wissenschaftlicher Nachwuchs in Anästhesiologie und Intensivmedizin engagiert. Hierfür wurde ihr 2023 die Manfred-Specker-Medaille verliehen.Manfred-Specker-Medaille, abgerufen am 15. Oktober 2025.
Zum 1. August 2024 wechselte Steinbicker auf den Lehrstuhl für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin an das Universitätsklinikum Köln der Universität zu Köln. Gleichzeitig übernahm sie in Nachfolge von Bernd Böttiger die Leitung der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin.Prof. Andrea Steinbicker übernimmt Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, abgerufen am 15. Oktober 2025.
Forschung Steinbickers Forschungsschwerpunkte liegen vor allem im Bereich des Blutes und der Anämie. Insbesondere zur Bekämpfung letzterer forscht sie im Bereich der Eisentherapie, unter anderem zur molekulare Regulation der Eisenhomöostase und Erythropoese. Insbesondere die prä- und postoperative Eisengabe zur Behandlung einer Anämie bilden einen Schwerpunkt ihrer klinischen Forschung. Zum Patient Blood Management hat sie in ihrer Zeit am Universitätsklinikum Münster ein interdisziplinäres Projekt geleitet, das 2017 mit dem Lehrpreis der Universität Münster ausgezeichnet wurde. Als Alternative zur Eisengabe forscht sie auch zu künstlichen Sauerstoffträgern und zur Nutzung von autologer Eigenblutaufbereitung. Bereits mehrfach leitete sie von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Forschungsprojekte. Dazu gehören das Projekt „Iron Signaling“, das einen molekulargenetischen Schwerpunkt hatte. Zudem leitete sie das Projekt „FerrOs – Rolle des Eisenstoffwechsels in der osteohepatischen Achse“. Zudem leitet sie die Projekte „Einfluss von Eisen und Anämie auf den Knochenmetabolismus und Frakturen“ und „Das 4-“T”-Zusammenspiel (Type I BMP Rezeptoren/TFR1/TFR2/TMPRSS6) in Eisenregulation und Knochenhomöostase“.Andrea Steinbicker bei der DFG, abgerufen am 15. Oktober 2025
Darüber hinaus befasst sie sich mit dem zweiten Zweig des von ihr geleiteten Instituts, der Intensivmedizin. Hier richtete sie eine Nachsorgeambulanz Intensivmedizin zur Nachbetreuung von ehemaligen Intensivpatienten. Hierfür wurde sie 2023 mit dem Förderpreis für Konzepte zur Verbesserung der intensivmedizinischen Versorgungsqualität des Wissenschaftlichen Vereins zur Förderung der klinisch angewendeten Forschung in der Intensivmedizin e. V. (WIVIM e. V.) ausgezeichnet.Hanse-Preise, abgerufen am 15. Oktober 2025.
Bislang (Stand Oktober 2025) hat Steinbicker mindestens 120 Fachpublikationen verfasst.Andrea Steinbicker bei researchgate.net, abgerufen am 15. Oktober 2025
Weblinks
Andrea Steinbicker bei ihrem Lehrstuhl an der Universität zu Köln
Einzelnachweise
Kategorie:Anästhesist Kategorie:Intensivmediziner Kategorie:Hochschullehrer (Universität Münster) Kategorie:Hochschullehrer (Universität zu Köln) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1979 Kategorie:Frau Kategorie:Mediziner (21. Jahrhundert)