Hussein Jelaad (; * 1970) ist ein jordanischer Dichter, Erzähler und Journalist, der in der arabischen Gegenwartsliteratur durch Lyrikbände, eine vielbeachtete Kurzgeschichtensammlung und essayistische Prosa bekannt wurde. Er arbeitet bei Al Jazeera als leitender Redakteur. Nach zwei Lyrikbänden – al-ʿālī yuṣlab dāʾiman (‚Der Erhabene wird immer gekreuzigt‘, 1999) und kamā yakhsaru al-anbiyāʾ (‚Wie die Propheten verlieren‘, 2007) – veröffentlichte er die Kurzgeschichtensammlung ʿuyūn al-ġaraqā (‚Augen der Ertrunkenen‘, 2023), gefolgt von dem Essay- und Gesprächsband šurfat Ādam (‚Adams Balkon‘, 2025). Im Jahr 2009 wurde er vom Hay Festival auf die Beirut39-Liste der 39 vielversprechendsten jungen Autorinnen und Autoren der arabischen Welt gesetzt.
Leben Jelaad wurde 1970 geboren und ist Mitglied des jordanischen Schriftstellerverbandes (Rābiṭat al-Kuttāb al-Urdunīyīn), in dessen Verwaltungsrat er 2004/2005 mitwirkte. Zu Beginn seiner Laufbahn arbeitete er als Kulturjournalist und veröffentlichte Beiträge in den jordanischen Tageszeitungen Al-Rāʾī und Al-Arab al-Yawm sowie als freier Autor für die libanesische An-Nahar; später zog er nach Doha und wechselte zur Redaktion von Al Jazeera. Bei Al Jazeera ist er als redaktioneller Leiter und veröffentlicht regelmäßig kulturjournalistische Texte. 2006 wurde er zum „Botschafter der jordanischen Poesie“ beim in Chile ansässigen World Poets Movement (Ḥarakat Shuʿarāʾ al-ʿĀlam) berufen.
Wirken Mit seinem ersten Band al-ʿālī yuṣlab dāʾiman (‚Der Erhabene wird immer gekreuzigt‘, 1999) und dem zweiten Band kamā yakhsaru al-anbiyāʾ (‚Wie die Propheten verlieren‘, 2007) profilierte sich Jelaad mit seiner Lyrik, bevor er mit ʿuyūn al-ġaraqā (‚Augen der Ertrunkenen‘, 2023) eine Sammlung kurzer Prosatexte vorlegte, die – wie zeitgenössische Kritiken hervorhoben – Erinnerungsräume und Verlusterfahrungen in knapper, bildreicher Prosa aufruft. In šurfat Ādam (‚Adams Balkon‘, 2025) bündelte er literaturkritische Essays und Gespräche mit arabischen und internationalen Autorinnen und Autoren und verband diese mit philosophischen Reflexionen über Sprache, Literatur und Erkenntnis. Das Buch wurde im Frühjahr 2025 unter anderem auf der Doha International Book Fair vorgestellt. Jelaad betont die zentrale Stellung der Poesie als „Wesenskern der Sprache“ und hebt die Rolle von Literatur und kritischem Schreiben in der Gegenwartskultur hervor. Bereits 2009 wurde sein literarisches Potenzial durch die Auswahl in die Beirut39-Liste gewürdigt, die vom Hay Festival in Kooperation mit UNESCO kuratiert wurde. Seine kulturjournalistischen Rezensionen und Essays erscheinen fortlaufend auf Al Jazeera.
Einzelnachweise
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