Nazem El Sayed (* 1975 in Bint Dschbeil) ist ein libanesischer Lyriker und Journalist, dessen Prosagedichte in mehrere Sprachen übertragen und in Anthologien veröffentlicht wurden. Er gehört zur Beirut39-Auswahl der 39 wichtigsten jüngeren Autorinnen und Autoren aus der arabischen Welt.
Leben El Sayed wuchs als zehntes von elf Kindern in einer Bäckerfamilie auf. Er studierte Arabische Literatur an der Libanesischen Universität. Seit 1996 arbeitet er als Journalist und schrieb für As-Safir, die Kulturbeilage von An-Nahar sowie für Al-Hayat; seit 2007 berichtete er für die in London erscheinende Al-Quds al-arabi. In Beirut gehörte er zu den Mitbegründern und Organisatoren eines wöchentlichen Dichtertreffens in der Restauration Jadal Bizanty. Er lebt im Großraum Washington, D.C.
Wirken El Sayeds Debütband Burtuqāla muqaschschara min ad-dāchil (‚Eine von innen geschälte Orange‘) erschien im Jahr 2002. Es folgten al-ʿAin al-āchira (‚Das letzte Auge‘) und 2007 die Prosadicht-Suite Arḍ maʿzūla bi-n-naum (‚Ein vom Schlaf isoliertes Land‘). Das 2007 erschienene Buch wurde in der libanesischen Tageszeitung as-Safir ausführlich besprochen. Stilistisch betonte El Sayed seine Neigung zur Lyrik mit starker Bildlichkeit und setzt sich von einer emotionsarmen Programmatik ab. Zugleich beschrieb er seinen Weg vom Kritiker und Kulturjournalisten hin zu einer länger angelegten prosaischen Dichtung mit narrativen Bögen. Übersetzungen seiner Gedichte erschienen 2018 in World Literature Today. Im Rahmen der Initiative (Dis)Placed der in Philadelphia ansässigen Organisation Al-Bustan Seeds of Culture setzte er sich zudem literarisch mit Erfahrungen von Flucht und Entwurzelung auseinander. Seine Zugehörigkeit zur Beirut39-Auswahl prägte seine Rezeption im arabischen Sprachraum und darüber hinaus.
Einzelnachweise
Kategorie:Lyrik Kategorie:Journalist (Libanon) Kategorie:Autor Kategorie:Libanese Kategorie:Geboren 1975 Kategorie:Mann