Steffi Brandl (* 8. März 1897 in Mährisch-Ostrau, Markgrafschaft Mähren, Österreich-Ungarn; † 1966 in New York) war eine österreichische Fotografin, die in Wien, Berlin und New York wirkte.
Leben und Wirken Stephanie Katser stammte aus einer jüdischen Familie, die in Mähren lebte. Ihr Vater Moritz Katser war Bergwerksdirektor in Witkowitz, ihre Mutter hieß Juliane. Sie hatte drei Schwestern.Iris Meder, Steffi Brandl, in David. Jüdische Kulturzeitschrift, 12/2014, mit vielen biographischen Details Stephanie machte seit 1918 eine Ausbildung zur Fotografin an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien. Seit 1921 arbeitete sie bei Trude Fleischmann, die damals die renommierteste der jungen Fotografinnen in Österreich war.Elke Tesch, Steffi Brandl. Eine Portraitfotografin, Berlin 1982
1925 heiratete sie den Architekten Ernst Brandl und zog mit ihm 1926 nach Berlin, wo ihre ältere Schwester Nora wohnte. Sie eröffnete ein Fotostudio in Schöneberg in der Grunewaldstraße 46 und wechselte 1930 zum Kurfürstendamm 211 in die Nähe der Schwester.Iris Meder, Steffi Brandl, in David, 12/2014 (Text), mit Adressen verschiedener Fotografen am Kurfürstendamm Spätestens seit dieser Zeit hatte sie mehrere Assistentinnen. In ihrem Studio wurden vor allem Porträtfotografien angefertigt, darunter von Tänzerinnen, Schauspielerinnen, Bildhauerinnen, Schriftstellerinnen und Sängerinnen, Steffi Brandl fotografierte auch exklusiv Puppen von Käthe Kruse. Ihre Assistentin fertigte ein Porträt des alten Malers Max Liebermann an. Um 1935 heiratete sie und hieß seitdem Steffi Olsen.
1938 emigrierte sie nach New York, wo sie in den 1950er Jahren im Fotostudio Echo mit ihrem früheren Namen Steffi Brandl arbeitete. 1966 starb sie dort.
Ihre Eltern und ihre ältere Schwester Nora emigrierten um 1935 nach London. Ihre jüngeren Zwillingsschwestern Elisabeth und Anna promovierten in Wien als Nationalökonomin bzw. Agrarwissenschaftlerin, sie wurden 1943 in das KZ Auschwitz deportiert und starben dort.
Über das Leben von Steffi Brandl gab es in den folgenden Jahrzehnten kaum biographische Informationen. 2013 erforschte die Fotografiehistorikerin Elke Tesch mit einem Stipendium viele Details ihres Lebens. Ein Teil ihres Nachlasses befindet sich in der Berlinischen Galerie. Einige Originalabzüge aus ihrem Studio erzielten bei Auktionen vierstellige Preise.Adolf Loos, um 1926 Dorotheum, 25. Januar 2024, Nr. 37, mit handschriftlicher Widmung von Adolf Loos für den Sohn eines ehemaligen Mitarbeiters Trude Fleischmann, um 1925 OstLicht, Photo Autumn 2022, Nr. 40
Ausstellungen (Auswahl) Fotografien von Steffi Brandl waren in mehreren Ausstellungen zu sehen Berlinische Galerie, Berlin fotografisch. Fotografie in Berlin 1860–1982, 1982 Essen, Fotografieren heißt teilnehmen, 1994 Neue Galerie New York, Albertina Wien, Portrait im Aufbruch. Photographie in Deutschland und Österreich 1900–1938, 2005 Wien Museum, Der selbstbewusste Blick. Trude Fleischmann, 2011 Georg-Kolbe-Museum Berlin, Der absolute Tanz. Tänzerinnen der Weimarer Republik, 2021 Berlinische Galerie, Schau mich an! Frauenporträts der 1920er Jahre, 2021 Frauenporträts der der 1920er Jahre Berlinische Galerie, mit drei Fotoabbildungen Museum of Modern Art, New York, DauerausstellungSleeping Beauty, 1929 Museum of Modern Art (2025)
Literatur Biographische Literatur
Elke Tesch: Steffi Brandl. Eine Berliner Portraitfotografin. Berlinische Galerie, Berlin 2016 Iris Meder: Steffi Brandl. Wiederentdeckung einer Fotografin. In David. Jüdische Kulturzeitschrift. 12/2014 (Text), mit detaillierten biographischen Informationen Elke Tesch: Ausdruckstänzerinnen im Atelier der Fotografin Steffi Brandl In: Brygida Ochraim, Jutta Wallner (Hrsg.): Der absolute Tanz. Tänzerinnen der Weimarer Republik. Georg-Kolbe Museum, Berlin 2021. S. 177–186
Fotografien in Sammelbänden Lothar Brieger: Das Frauengesicht der Gegenwart. Ferdinand Enke, Stuttgart Das Deutsche Lichtbild. Jahresschau 1930, auch 1931, 1932, 1933 Janos Frecot: Berlin fotografisch. Fotografie in Berlin 1860–1982. Ausstellungskatalog. Berlinische Galerie, 1982 Fotografieren heißt teilnehmen. Ausstellungskatalog. Essen 1994 Klaus Honnef, Frank Weyers (Hrsg.): Und sie haben Deutschland verlassen ... müssen. Fotografien und ihre Bilder 1928–1997. 1997 Anton Holzer: Fotografie in Österreich. Geschichte, Entwicklungen, Protagonisten 1890–1955. Metro, Wien 2013
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Einzelnachweise
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