Jack Kimble (auch mit dem username @RepJackKimble bei Twitter) ist eine fiktive und satirische Figur, die auf den Social-Media-Plattformen Twitter und Bluesky aktiv ist. Er wird als republikanisches Mitglied des US-Repräsentantenhauses dargestellt und wurde auch schon als Spaßkandidat (Novelty candidate) eingesetzt. Mehrere Beiträge des Accounts gingen viral und wurden fälschlicherweise für Beiträge eines echten amerikanischen Politikers gehalten.
Beschreibung Kimble, 2009 von dem Pädagogen Joe Linehan aus Chicago ins Leben gerufen, präsentiert sich als republikanischer Kongressabgeordneter aus dem fiktiven 54. Kongresswahlbezirk Kaliforniens (Congressional districts) (Kalifornien hat derzeit 52 Kongresswahlbezirke und hatte nie mehr als 53). In den Anfangsjahren des Accounts wurden Firmenlogos neben dem Profil platziert.
In seiner Twitter-Bio wird Kimble als „Mitverfasser von Poes Gesetz“ („co-sponsor of Poe’s Law“) bezeichnet. Dieses Sprichwort besagt, dass Parodie fälschlicherweise als ernst gemeint wahrgenommen wird, wenn keine klare Absicht dahintersteckt.
Kimble kandidierte bei den US-Präsidentschaftswahlen 2024 als Spaßkandidat, und warb mit dem Slogan, Corn Dogs gegenüber Funnel Cake zu bevorzugen. Die Tweets von @RepJackKimble persiflieren im Allgemeinen die Republikanische Partei.
Öffentlich wirksame Tweets Im Jahr 2010 zitierte ein Artikel der HuffPost einen Tweet von Kimble zu einem Artikel über den 14. Zusatzartikel zur US-Verfassung. Kimble wurde dabei fälschlicherweise für einen echten Kongressabgeordneten gehalten. Ebenfalls 2010 twitterte Kimbles Account, dass der Irakkrieg und der Krieg in Afghanistan die Steuerzahler nichts gekostet hätten. Der Journalist Jonathan Capehart zitierte den Account in einem Meinungsbeitrag für die Washington Post und hielt Kimble ebenfalls für einen echten Kongressabgeordneten. Im selben Jahr bezeichnete der Christian Science Monitor den Account als einen der größten Spaßkandidaten im US-Wahlkampf 2010 und verglich seine Tweets mit der Persona von Stephen Colbert in der Fernsehshow „Colbert Report“.
2013 twitterte Kimble über Gesetze zur gleichgeschlechtlichen Ehe (Legal status of same-sex marriage) und kritisierte diese mit der Frage: „Was hindert sie daran, uns zu zwingen, schwul zu sein?“ („what’s to stop them from requiring us to be gay?“) Der politische Berater Ben LaBolt retweetete den Tweet.
2019 twitterte Kimble ein Video der jungen Alexandria Ocasio-Cortez, einer New Yorker Kongressabgeordneten, die in einer Nachstellung einer Szene aus „The Breakfast Club“ tanzte.
Im Juni 2024 twitterte Kimble, das Urteil gegen Donald Trump in New York sei „ungerecht“ („unfair“), da Juristen vor Gericht versucht hätten seine Schuld zu beweisen. Vor der US-Vizepräsidentschaftsdebatte 2024 twitterte Kimble, JD Vance habe Tim Walz in der Debatte „vernichtend geschlagen“ („destroyed“). Der Tweet wurde etwa zwölf Stunden vor Beginn der Debatte veröffentlicht.
Im Januar 2025 forderte Kimble auf Twitter die Umbenennung des Ontariosees in „Lake America“; Präsident Donald Trump unterzeichnete im August 2026 eine Executive Order zur Umsetzung der Namensänderung. Ebenfalls 2025 twitterte Kimble, er habe nicht gewusst, dass es beim „One Big Beautiful Bill Act“ um den Haushalt gehe. Auf die Aufforderung, Gesetzesentwürfe vor der Abstimmung zu lesen, antwortete er mit „Mein Fehler“ („my bad“). Dies persiflierte die Tatsache, dass viele republikanische Kongressabgeordnete den vollständigen Gesetzesentwurf nicht gelesen hatten. Im selben Jahr verbreitete sich in den chinesischen sozialen Medien Kimbles Vorschlag, amerikanisches Rindfleisch nach Indien statt nach China zu exportieren. Im Juli 2026, als Berichte über Mitch McConnells anhaltenden Krankenhausaufenthalt nach einem medizinischen Notfall im Juni die Runde machten, veröffentlichte Kimble einen Tweet, in welchem er behauptete, fast 45 Minuten mit dem Senator gesprochen zu haben. In dem Tweet beschrieb er McConnell als „scharfsinnig“ und „guten Zuhörer“, der ihn „alles reden ließ“, gefolgt von einem stillen Gebet und einem Blickduell, das McConnell für sich entschieden habe.„sharp… great listener… let me do all of the talking.“ Der Tweet wurde irrtümlicherweise in der Sendung „CNN This Morning“ zusammen mit Aussagen tatsächlicher republikanischer Politiker ausgestrahlt, die behaupteten, mit McConnell gesprochen zu haben. Die Sendung entschuldigte sich am folgenden Tag.
Veröffentlichungen 2013 erschien Profiles in Courageousness, eine fiktionale Autobiographie von Kimble, und 2022 Detective Jesus #1: Thou Shalt Not Kill, ein satirischer Kriminalroman unter dem gleichen Pseudonym.
Siehe auch Jakob Maria Mierscheid
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Einzelnachweise
Kategorie:2009 Kategorie:Netzkultur Kategorie:X (soziales Netzwerk) Kategorie:Satire Kategorie:Fiktive Person Kategorie:Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten