Die Franz-Joseph-Straße ist eine Innerortsstraße in den Stadtbezirken Schwabing-Freimann (Nr. 12) und Schwabing-West (Nr. 4) von München.

Verlauf Die Straße beginnt im Osten an der Leopoldstraße und verläuft zunächst nördlich des Leopoldparks in generell westlicher Richtung über die Friedrichstraße und die Südseite des diese unterbrechenden Habsburgerplatzes zur Kurfürstenstraße und zu der mit dieser parallelen Nordendstraße; zwischen beiden Straßen verlief der Türkengraben, mit dessen Bau 1702 begonnen, der aber niemals fertiggestellt wurde und dessen Reste 1811 verfüllt wurden. Westlich der Nordendstraße schließt sich der Elisabethplatz an, der in die Elisabethstraße übergeht, die sich bis zur Schwere-Reiter-Straße fortsetzt. An der Friedrichstraße tritt die Franz-Joseph-Straße vom Stadtbezirk Schwabing-Freimann in den Stadtbezirk Schwabing-West über.

Öffentlicher Personennahverkehr Durch die Franz-Joseph-Straße verkehren keine öffentlichen Verkehrsmittel. Jedoch wird der Ostteil durch die nahegelegene U-Bahn-Station Giselastraße und die Stadtbuslinie 54 erschlossen. Den Westteil erreicht man mit den Straßenbahnlinien 27 und 28, die am Elisabethplatz halten. Am Westende der Straße ist der U-Bahnhof Elisabethplatz der künftigen Linie U 9 geplant.

Geschichte Die neuen, von der streng geometrisch geplanten Maxvorstadt abweichenden Baulinien folgende, um 1900 bebaute Straße galt als „feine Straße“Vgl. Reinhard Bauer: Schwabing. Das Stadtteilbuch. Bavarica-Verlag Dr. Reinhard Bauer, München 1997, ISBN 3-923395-06-X, S. 90/91.

Namensgeber Die Straße ist nach Kaiser Franz Joseph I. von Österreich(-Ungarn) (1830–1916) benannt.Vgl. Reinhard Bauer: Schwabing. Das Stadtteilbuch. Bavarica-Verlag Dr. Reinhard Bauer, München 1997, ISBN 3-923395-06-X, S. 149

Bekannte Bewohner Zu den prominenten Bewohnern der Straße gehörten:Martin Arz: Schwabing. Reiseführer für Münchner. Hirschkäfer Verlag München 2016, ISBN 978-3-940839-45-9, S. 142Reinhard Bauer: Schwabing. S. 151 Ingeborg Bachmann Willy von Beckerath Karl von Gareis Olaf Gulbransson Karl Ritter von Halt Georg von Hertling Korfiz Holm Peter Igelhoff Thomas Mann Felix Mottl Ferdinand von Rezniček Hans und Sophie Scholl Eduard Thöny Ludwig Thoma Leo Trotzki Frank Wedekind Rudolf Wilke

Außerdem: Karl Amadeus Hartmann (1905–1963), Komponist Jennifer Nitsch (1966–2004), SchauspielerinJan Grossarth: Ein Stern, der verglühte. Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 8. Juni 2005, abgerufen am 15. Oktober 2025.

Gebäude unter Denkmalschutz Nr. 1: Mietshaus, neuklassizistischer Walmdachbau, mit Kolossalsäulen, 1915 von den Gebrüdern Ludwig (Denkmalliste D-1-62-000-1766) Nr. 8: Mietshaus, freistehender, barockisierender Eckbau mit Stuckdekor und Karyatiden am Traufgesims, 1903–05 von Ludwig Grothe (Denkmalliste D-1-62-000-1767) Nr. 10: Mietshaus, stattlicher, neubarocker Eckbau, mit Erkern, Balkonen und Vorgartengitter an der Ostseite, um 1900; Gruppe mit Nr. 12 (Denkmalliste D-1-62-000-1768) Nr. 11: Mietshaus, Jugendstil, mit asymmetrisch geschweiftem Giebel, 1903 von Martin Dülfer; vereinfacht (Denkmalliste D-1-62-000-1769) Nr. 12: Mietshaus, neubarock, mit zwei Erkern, um 1890/1900; Gruppe mit Nr. 10 (Denkmalliste D-1-62-000-1770) Nr. 13: Rückgebäude, 1903 von Martin Dülfer; letzte Wohnung von Hans und Sophie Scholl (Denkmalliste D-1-62-000-1771) Nr. 14: Mietshaus, neubarock, reich gegliedert und stuckiert, mit Balkongittern, 1896–97 von Heinrich Neumann (Denkmalliste D-1-62-000-1772) Nr. 15/17 Rückgebäude: Mietshaus, dreigeschossiges Rückgebäude in barockisierenden Jugendstilformen mit Erkern, Balkons und Stuckdekor, um 1900 (Denkmalliste D-1-62-000-1774) Nr. 18: Mietshaus, im Kern neubarock, mit Balkon und Erkern, um 1890/1900, stark vereinfacht; ähnlich Nr. 10, 12 und 14 (Denkmalliste D-1-62-000-1775) Nr. 19: Mietshaus, Jugendstil, reich stuckiert, mit Erker und Balkongittern, 1903 von Franz (Ferenc) Nyilas. Rückgebäude zum Leopoldpark gleichzeitig, im barockisierenden Jugendstil mit Stuckdekor (Denkmalliste D-1-62-000-1776): Bekannt als Pfauenhaus mit der Pfauen-Apotheke.Martin Arz: Schwabing. Reiseführer für Münchner. Hirschkäfer Verlag München 2016, ISBN 978-3-940839-45-9, S. 108https://vielfaltdermoderne.de/franz-joseph-strasse/ Nr. 20: Mietshaus, neubarock, stattlicher Eckbau, mit Putzgliederung, um 1890; Wohnhaus Karl Amadeus Hartmanns; Gruppe mit Habsburgerplatz 2 und 4 (Denkmalliste D-1-62-000-1777), nach Kriegsbeschädigung verändertsiehe München Wiki Nr. 21: Mietshaus, Jugendstil, reich gegliedert, mit Erker und Balkonen, um 1904 von Max Langheinrich; bildet mit Nr. 23 und Friedrichstraße 18 eine Jugendstil-Baugruppe (Denkmalliste D-1-62-000-1778) Nr. 23: Mietshaus, Jugendstil, reich gegliederter Eckbau mit Erkern und Balkonen, um 1904 von Max Langheinrich; Gruppe mit Nr. 21 und Friedrichstraße 18 (Denkmalliste D-1-62-000-1779) Nr. 26: Wohn- und Geschäftshaus, zweiflügliger, sieben- bzw. achtgeschossiger Stahlbetonbau in Schottenbauweise mit Flachsatteldach mit größtenteils raumhohen Fensterelementen und vorgesetzten Balkonen oder Loggien, hofseitigen durchgehenden Laubengängen; im Hofraum Waschhaus über Garagen; von Sep Ruf, 1951–54 (Denkmalliste D-1-62-000-8468) Nr. 38: Mietshaus, viergeschossiger reich gegliederter Eckbau in Jugendstilformen mit Erkern, Balkons, Zwerchgiebeln und teils figürlichem Stuckdekor, 1903 von Max Langheinrich. Teilweise später aufgestockt; mit Einfriedung, wohl bauzeitlich (Denkmalliste D-1-62-000-1780). Hervorgehoben werden die spitzohrigen Fledermäuse, die den Abschluss der achteckigen Säulen bilden.Martin Arz: Schwabing. Reiseführer für Münchner. Hirschkäfer Verlag München 2016, ISBN 978-3-940839-45-9, S. 109 Nr. 40: Mietshaus, viergeschossiger Neurenaissancebau in Ecklage mit Erkerturm, Kastenerkern, Zwerchhäusern und Putzgliederung, 1898 von Rosa Barbist (Denkmalliste D-1-62-000-1781) Nr. 42: Mietshaus, viergeschossiger neubarocker Satteldachbau mit durch Erker und geschweiftem Zwerchgiebel betonter Mittelachse, Putzgliederung und Stuckdekor mit Jugendstilelementen, um 1900. 1900–1906 Wohnhaus von Frank Wedekind (Denkmalliste D-1-62-000-1782) Nr. 44: Mietshaus, viergeschossiger Mansarddachbau in Formen der deutschen Renaissance mit Doppelerkerfassade und polychromem Maßwerkdekor, um 1900 (Denkmalliste D-1-62-000-1783) Nr. 48: Mietshaus, viergeschossiger neubarocker Mansardwalmdachbau mit Erkertürmen, geschweiftem Zwerchgiebel und Putzgliederung, um 1900, vereinfacht (Denkmalliste D-1-62-000-1784)

Theater mini|Schauburg Schauburg, städtisches Kinder- und Jugendtheater, Nr. 47. Das Gebäude an der Ostseite des Elisabethplatzes war zuvor Ufa-Kino und Diskothek Blow-Up.

Unternehmen In der Franz-Joseph-Straße 2 hatte der 1960 gegründete Deutsche Taschenbuch Verlag (dtv) zunächst seinen Sitz, der später in die Isarvorstadt verlegt wurde.

Literatur Hans Dollinger: Die Münchner Straßennamen. 8. Aufl. 2016, Chr. Belser Ges. für Verlagsgeschäfte, Stuttgart, ISBN 978-3-7630-4039-1, S. 92. Reinhard Bauer: Schwabing. Das Stadtteilbuch. Bavarica-Verlag Dr. Reinhard Bauer, München 1997, ISBN 3-923395-06-X, S. 90 f. Heinrich Habel/Klaus Merken/Michael Petzet/Siegfried von Quast: Münchener Fassaden. Bürgerhäuser des Historismus und des Jugendstils. Prestel Verlag München 1974, ISBN 3-7913-0048-2, S. 284 und Abb. 106–112.

Einzelnachweise

Weblinks

Franz-Joseph-Straße im München Wiki Die Franz-Joseph-Straße auf der Website von Stadtgeschichte München

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