Strator (lat. Pferdehalter) bezeichnete ursprünglich eine Art Reitknecht in römischen Kavallerieeinheiten. Er war als einfacher Soldat Angehöriger der römischen Armee und diente Offizieren und hohen Beamten. Er war auch beim römischen Marschlager für die Einrichtungen von Ställen (stabuli) und den Transport der Verpflegung des Pferdes zuständig. Am Hof der römischen Kaiser gab es in der Spätantike eine eigene schola stratorum, geführt von einem comes sacri stabuli (später Konstabler genannt) oder tribunus stabuli.Zum Strator der Antike Zur Spätantike Ralf Scharf: Der comes sacri stabuli in der Spätantike. In: Tyche. Band 5, 1990, S. 135–147 (online).

Im Mittelalter war der Stratordienst ein Akt der rituellen Selbstdemütigung, bei der der zu Fuß gehende Strator einer reitenden höhergestellten Person über eine bestimmte Strecke das Pferd am Zügel führte. Im 11. und 12. Jahrhundert bildete der vom Kaiser zu erbringende Stratordienst neben dem Fußkuss ein zentrales Element bei der Begegnung mit dem Papst. 1155 kam es zum Eklat, als Barbarossa Papst Hadrian IV. den Stratordienst verweigerte.Roman Deutinger: Sutri 1155 Mißverständnisse um ein Mißverständnis. In: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters, Bd. 60 (2004), S. 97–133, hier: S. 109 (online). Auch Alexander III. verweigerte er den Dienst. Letztlich wurden die Unstimmigkeiten im Frieden von Venedig 1157 geklärt.

Siehe auch Liste der Dienstgrade und Truppengattungen in der römischen Armee

Literatur

Anmerkungen

Kategorie:Römischer Dienstgrad Kategorie:Militärgeschichte (Mittelalter)