Hedevig Sophie Rosing (* 16. Mai 1827 in Horsens; † 30. November 1913 in Kristiania, auch bekannt als Hedevig Rossing) war eine dänisch-norwegische Gehörlosenpädagogin und Frauenrechtlerin. Sie war die erste Frau, die Mitglied einer königlichen Kommission in Norwegen wurde, und die erste Frau, die das gleiche Gehalt wie ihre männlichen Kollegen erhielt.
Leben Hedevig Rosing wuchs in Dänemark auf, wo ihr in Norwegen geborener Vater Ulrik Fredrik Rosing Gemeindepfarrer war. Ihre Mutter Ursula Sophie Lasson (1786–1838) war die Tochter des Generals Ivar Christian Lasson.
Sie arbeitete als Privatlehrerin und als Lehrerin in einer Volksschule in Dänemark. 1865 heiratete sie ihren Cousin, den norwegischen Chemiker Anton Rosing, und kam so nach Norwegen. Nur zwei Jahre später wurde sie Witwe und fand eine Anstellung an der Grundschule in Kristiania. 1872 wurde sie Lehrerin an Fredrik Glad Balchens Gehörlosenschule, und nachdem sie dort acht Jahre gearbeitet hatte und eine lange Auslandsreise unternommen hatte, eröffnete sie 1881 ihre eigene Privatschule für Gehörlose, die als Fru Rossings taleskole for døve bekannt wurde. Ursprünglich hatte sie vor, eine kleine Familienschule zu gründen, gab diesen Plan jedoch auf, weil sie gemäß dem Gesetz über abnormale Schulen von 1881 keine staatliche Unterstützung für eine derartige Schule erhalten konnte. Sie war bis 1895 Schulleiterin und ging dann mit der höchsten Rente (1.200 Kronen) in den Ruhestand, die jemals einer Frau in Norwegen gewährt wurde.
Hedevig Rosing setzte sich ihr ganzes Leben lang aktiv für die Rechte der Frau ein und war um die Jahrhundertwende Vorstandsmitglied des Norsk Kvinnesaksforening und des Landskvindestemmeretsforeningen. 1885 forderte der Norsk Kvinnesaksforening die Regierung auf, eine Frau in die Kommission zu berufen, die die Volksschulgesetze von 1889 ausarbeiten sollte. Hedevig Rosing wurde ernannt und war damit die erste Frau in einer königlichen Kommission. NKF-Vorsitzender Aadel Lampe schrieb: «i sitt politiske syn var hun nærmest konservativ, men hvor der gjaldt kvindernes frigjørelse og ret, der var hun radikal, med som hun var med liv og sjæl.»Aadel Lampe (1919): «Hedevig Rosing», Nylænde, årg. 33, nr. 2, s. 17–22Fredrikke Marie Qvam (1907): «Hedevig Rosing», Nylænde, årg. 21, nr. 10, s. 147–148
Rosing schrieb mehrere Bücher und ihr Buch Barnets første Bog erfreute sich großer Beliebtheit und wurde über mehrere Jahrzehnte hinweg in zahlreichen Auflagen veröffentlicht. Das Buch setzte den Standard für spätere ABC-Bücher für Grundschulen. Es wurde auch in Nynorsk unter dem Titel Fyrste boka aat barnet veröffentlicht, übersetzt von Hans Seland.
Sie erhielt 1907 die Borgerdådsmedalje in gold.
Sie ist mit ihrem Mann auf dem Vår Frelsers Gravlund in Oslo begraben.
Werke 1872: Folkedigteren Jasmin, Christiania 1873: Folkedigteren Robert Burns, Christiania 1874: Om blinde, døvstumme og aandssvage Børn, Christiania 1878: Fyrtaarnet og dets beboere, København 1878: Nogle Ord om de Døvstumme, København 1879: Barnets første Bog, utkom i mange opplag 1879: Veiledning ved Undervisning i samtidig Læsning og Skrivning efterly Lyd og Stavemetoden, Kristiania, utkom i flere opplag 1883: Om Døvstummes undervisning, Kristiania 1884: Schematisk oversigt over klasserne i fru Rosings taleskole for døvstumme, Kristiania 1884: Udkast til læsebog for døve børn i de første skoleaar, Kristiania 1885: Fru Rosings taleskole for døvstumme i Kristiania – Skolens virksomhed fra dens oprettelse Januar 1881 indtil 30te Juni 1884, Kristiania 1887: Fru Rosings taleskole for døvstumme i Kristiania II – Skolens virksomhed i toaaret fra 1ste juli 1884 til 30te juni 1886, Kristiania 1887: Udkast til læsebog for døve børn i mellemklasserne, Kristiania 1890: En liden religionsbog til skolebrug, Kristiania 1899: Fru Hedevig Rosings taleskole for døve i Kristiania 1895-1899, Holmestrand 1903: De Døves forenings 25-aars jubileum, Kristiania 1907: Fyrste boka aat barnet, ved Hans Seland, Alb. Cammermeyers Forlag, Kristiania
Literatur
Thorbjørn Johan Sander: Hedevig Rosing. In: Norsk biografisk leksikon. 2. Auflage, Band 7: Njøs–Samuelsen. 2003 (norwegisch, nbl.snl.no).
Einzelnachweise
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