Wiktorija Walentinowna Boizowa (; * 2. September 1965 in Ufa, Baschkirische ASSR) ist eine sowjetische bzw. russische Rechtswissenschaftlerin und Hochschullehrerin.Газета «Истоки» (Республика Башкортостан, г. Уфа): День рождения землячки: Бойцова Виктория Валентиновна (abgerufen am 9. Oktober 2025).

Leben In Kalinin schloss Boizowa 1982 den Mittelschulbesuch mit einer Goldmedaille ab und studierte an der Staatlichen Universität Kemerowo in der Juristischen Fakultät (Abschluss 1987 mit Auszeichnung). Die dreijährige Aspirantur absolvierte sie an der Universität Leningrad, an deren Ende sie 1991 ihre Kandidat-Dissertation über die Rolle der allgemeinen staatsanwaltschaftlichen Aufsicht bei der Sicherstellung der rechtlichen Grundlagen der staatlichen Verwaltung mit Erfolg für die Promotion zur Kandidatin der juristischen Wissenschaften verteidigte.

Ab 1991 hielt Boizowa an der Staatlichen Universität Twer in der Juristischen Fakultät Vorlesungen über Rechtsschutzorgane, Verfassungsrecht Russlands und Strafrecht sowie Spezialvorlesungen über Gericht, Staatsanwaltschaft und Polizei im Ausland und über Menschenrechte. Sie erhielt 1993 das Staatliche Auslandsstudienstipendium für junge Forscher, mit dem sie ein Praktikum bei Christian von Bar im Institut für Internationales Privatrecht und Vergleichende Rechtswissenschaft der Universität Osnabrück durchführte.Christian von Bar: Liability for Information and Opinions causing pure Economic Loss to third Parties: A Comparison of English and German Case Law, in: Markesinis (ed.), The Gradual Convergence. Foreign Ideas, Foreign Influences, and English Law on the Eve of the 21st Century (Oxford 1994) S. 98–127. Übersetzung ins Russische (Luibov und Viktoria Boitsova), in: Recht und Staat (Rosydarstwo y Prawo) 7/1995 S. 115–127.

Darauf absolvierte Boizowa eine Doktor-Aspirantur im Moskauer Institut für Gesetzgebung und Vergleichende Rechtswissenschaft bei der Regierung der Russischen Föderation.

Von 1993 bis 1995 war Boizowa Mitglied der Projektgruppe der Kommission für Menschenrechte beim Präsidenten der Russischen Föderation und gehörte zu den Autoren des Föderationsgesetzprojekts für den Menschenrechtsbeauftragten der russischen Föderation und des Moskauer Gesetzprojekts für den Anwalt der Rechte der Waisenkinder. In der Moskauer staatlichen Juristischen Akademie verteidigte sie 1995 erfolgreich ihre Doktor-Dissertation über das Ombudsmann-Rechtsinstitut im System der Wechselwirkung des Staates und der Zivilgesellschaft für die Promotion zur Doktorin der juristischen Wissenschaften, worauf sie sogleich zur Professorin am Lehrstuhl für Verfassungsrecht und Aufsicht des Staatsanwalts der Universität Twer ernannt wurde.

Im Rahmen des Programms der kulturellen und wissenschaftlichen Zusammenarbeit Russlands und der Niederlande und der zweiseitigen Partnerschaft der Universität Twer und der Vrije Universiteit Amsterdam führte Boizowa von Januar bis Juli 1996 wissenschaftliche Untersuchungen an der Juristischen Fakultät der Vrije Universiteit Amsterdam durch. Auch arbeitete sie von Januar 1996 bis 1998 in dem internationalen wissenschaftlichen Projekt zur niederländischen Rechtskultur, was zu zwei Büchern und einer Reihe von Fachaufsätzen in Russischer Sprache führte.Golandskaja Prabobaja Kultura (abgerufen am 12. Oktober 2025).

Im September 1997 wurde Boizowa Professorin des Lehrstuhls für Verfassungsrecht und Kommunalrecht der Moskauer Staatlichen Juristischen Akademie (bis 2005). Sie wurde 1998 Mitglied der International Law Association und ein Jahr später Mitglied des Expertenrats beim russischen Menschenrechtsbeauftragten. Im Sommer 2000 besuchte sie die Juristische Fakultät der Central European University in Budapest.

Seit 2001 ist Boizowa Vizepräsidentin des nichtkommerziellen Moskauer Forschungszentrums für Rechtskulturen, in dem sie 2005–2011 forschte.

Von E. Schrage und Erhard Blankenburg erhielt Boizowa 2010 eine Beihilfe für den Besuch niederländischer Bibliotheken, um die Arbeit in dem Projekt für den Vergleich der russischen und der niederländischen Rechtskultur abzuschließen. Als Gastwissenschaftlerin in der Gruppe Christian von Bars, Direktor des Osnabrücker Instituts für Europäische Rechtsstudien, schloss sie 2011 die Übersetzung eines Kodex zum Europäischen Privatrecht mit Prinzipien, Definitionen und Modellvorschriften ins Russische ab.

Boizowas Zwillingsschwester Ljubow Boizowa war in analoger Weise Rechtswissenschaftlerin geworden und gestaltete ebenso erfolgreich ihr Leben.

Ehrungen, Preise Goldmedaille und Preis beim 7. Wettbewerb für junge Wissenschaftler der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (1998) Medaille der Russischen Akademie der Wissenschaften als Ergebnis des II. Wettbewerbs anlässlich des 275. Jahrestags der Akademie (2000)

Weblinks Katalog der Russischen Nationalbibliothek: Бойцова, Виктория Валентиновна

Einzelnachweise

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