mini|320px|Einer der fünf noch vorhandenen Grabsteine Der Evangelische Friedhof in Kępa Tarchomińska (Cmentarz ewangelicki na Kępie Tarchomińskiej) war ein Begräbnisplatz im heutigen Warschauer Stadtbezirk Białołęka. Er wurde im Zweiten Weltkrieg geschlossen; noch vorhandene Gräber stehen unter Denkmalschutz.Cmentarz ewangelicki przy ul. Kępa Tarchomińska, razemdlabialoleki.waw.pl (polnisch, abgerufen am 12. Oktober 2025) Der Friedhof ehemaliger deutschstämmiger Bewohner aus dem 19. Jahrhundert liegt an der Ulica Kępa-Tarchomińska 6., 18. April 2024, Stadtverwaltung Warschau (polnisch, abgerufen am 12. Oktober 2025)
Geschichte Kępa Tarchomińska war ein Dorf in der Nähe von Warschau. 1977 wurde es nach Warschau eingemeindet und wird seitdem als Wohnsiedlung bezeichnet. Die Gründer des Dorfes waren sogenannte „Olęder“ – so wurden ausländische Siedler genannt, zumeist Deutsche oder Holländer. Diese im 19. Jahrhundert eingewanderten Bauern waren in der Lage, vormals versumpftes und deshalb brachliegendes Land durch die Anlage von Kanälen und Entwässerungsgräben der Nutzung als Ackerland und Wiesen zuzuführen. Sie trugen damit zur Entwässerung des Ödlandes im heutigen Stadtbezirk Białołęka bei.
Die evangelischen Olęder errichteten wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Nähe ihres Dorfes einen Friedhof für verstorbene Gemeindemitglieder. Die Begräbnisstätte wurde bis zum Zweiten Weltkrieg genutzt, als die Nachkommen der Einwanderer das Dorf verließen. Es gibt noch fünf Grabsteine auf dem 800 Quadratmeter großen Areal.
In Białołęka sind fünf evangelische Friedhöfe erhalten geblieben, zu denen der in Kępa Tarchomińska gehört. Im Jahr 2007 gründete sich die Bürgerinitiative „Moja Białołęka“ mit dem Ziel, auf diesen Friedhöfen Bildungs- und Parkanlagen zu schaffen. Die Überreste der Friedhofs in Kępa Tarchomińska sind mittlerweile als Parkfläche im Raumordnungsplan des Stadtbezirks ausgewiesen. Der Friedhof wurde auch in das Warschauer Denkmalschutzprogramm für die Jahre 2010 bis 2013 aufgenommen. Es erfolgte eine Restaurierung der historischen Grabsteine in Kooperation des Bezirksamts Białołęka und der Evangelisch-Augsburgischen Kirche.Lapidarium - Miejsce Pamięci Osadników Ewangelickich przy ul. Ruskowy Bród, mojabialoleka.pl (polnisch, abgerufen am 12. Oktober 2025)
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Einzelnachweise
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