Die Black-Witch-Reihe (englisch The Black Witch Chronicles) ist eine fünfteilige Fantasy-Romanserie der US-amerikanischen Schriftstellerin Laurie Forest. Neben den 2017 bis 2025 erschienenen fünf Büchern der Hauptreihe wurden zwei Novellen veröffentlicht. Die Übersetzung der ersten vier Bände in die deutsche Sprache erfolgte durch Freya Rall.

Die Reihe ist den Genres High Fantasy und Romantasy zuzuordnen. Sie greift die Themen Rassismus, Ableismus, Homophobie und Frauenfeindlichkeit auf und lässt sich daher als klassischer Fantasy-Bildungsroman bezeichnen. Im Verlauf der Erzählung kommt mit dem Schutz der Umwelt ein weiterer Aspekt hinzu. Im englischen Sprachraum werden die Bücher ab einem Alter von 14 Jahren eingeordnet.

Grundthema der Erzählung ist der Kampf der Völker der Fantasy-Welt gegen einen Feind, der alles bestehende Leben vernichten und durch entartete Lebensformen ersetzen möchte. Der eigenen Rettung entgegen stehen die religiöse und gesellschaftliche Abneigung der Völker zueinander, was dem Bösen in die Hände spielt. Einer in vielen Varianten vorliegenden Prophezeiung folgend soll es am Ende zu einem Kampf zwischen der Schwarzen Hexe, die meist als das Symbol des Bösen gesehen wird, und einem geflügelten Wesen, das für die Guten kämpfen soll, kommen.

Inhalt

Die Roman-Welt Aerda (englisch Erthia) hat zumindest zwei Kontinente. Einer davon wurde durch das Wirken des Dunkelstabs für dessen Bevölkerung unbewohnbar, die Einwohner starben aus. Der aus Gardnerien stammende religiöse Fanatiker Marcus Vogel holt sich diesen Zauberstab in der Annahme, den eigenen Kontinent von aus seiner Sicht unreinen Völkern und sich selbst von einer als von ihm abartig empfundenen Abweichung befreien zu können.

Auf diesem sehr facettenreichen Kontinent existieren westliche und östliche Königreiche, die sich aus historischen und religiösen Gründen distanziert und verhasst gegenüberstehen. Jedes Volk hält sich für etwas besonderes, was sich besonders auf den Glauben an eine Rassenreinheit im Laufe der Romane als Irrglaube herausstellt. Die Fae unterdrückten die Celten, später die Celten die Fae, und schließlich begannen die Gardnerier zu dominieren. Stets führten die Machtwechsel auch zu ethnischen Säuberungen. Neben den Celten und Gardneriern haben noch die Alfsigr-Elfen, Verpatianer, Lykaner (Werwölfe) und Amaz (eine Frauengesellschaft ohne Männer) eigene Reiche im Westen. Die Fae leben in der Versklavung. Im Osten des Kontinents befindet sich das Reich der Noi.

Mit den Runen und den Affinitätslinien gibt es zwei magische Systeme auf dem Kontinent. Die Affinitätslinien haben sich bei den Gardneriern und Alfsigr herausgebildet, und sie werden je nach Stärke in verschiedene Magiestufen eingeteilt. Es wird nach Wasser-, Feuer-, Luft-, Erd- und Lichtadern unterschieden, die in der Jugend erwachen. Wie sich im Verlauf der Erzählung zeigt, sind die Affinitätslinien ein gekappter Überrest einer früheren Verbindung zum Wurzelwerk von Aerda. Sie sind der Beweis, dass unter den Vorfahren der Gardnerier auch Fae waren. Völker ohne magische Fähigkeiten nutzen Runen, um bestimmte Eigenschaften und Fähigkeiten zu erlangen. Portalrunen beispielsweise ermöglichen das Überbrücken größerer Entfernungen.

Die Gardnerier halten sich ihrer Überlieferung folgend für ein reines Volk. Hier findet sich ein Anklang auf Nazi-Ideologien. Sie glauben an ein Goldenes Zeitalter, in dem sich eine neue Schwarze Hexe enthüllt und alle anderen Völker vernichtet. Politisch gewinnt Marcus Vogel immer mehr an Macht. Er will die Auslöschung der Andersartigen umsetzen. Bereits in jungen Jahren werden Jungen und Mädchen des gardnerischen Volkes magisch als Paare aneinander gebunden, um die Reinheit zu erhalten. Ein Bruch dieser Verwindung führt bei den Mädchen zu dauerhaften Schmerzen, was die grundsätzliche Unterdrückung von Frauen bei den Gardneriern widerspiegelt, während es auf die Jungen keine Auswirkung hat.

Im westlichen Teil des Kontinents befindet sich in zentraler Lage das Land Verpatien, in dem sich eine von den umliegenden Völkern gemeinsam genutzte Universität befindet. Dennoch separieren sich die Studierenden dort je nach Volkszugehörigkeit. Diese Universität ist der Haupthandlungsort der ersten Bände. Später verlagert sich dieser an verschiedene Schauplätze im östlichen Bereich des Kontinents.

Elloren Gardner und Yvan Guriel

Elloren Gardner, kurz auch Ren genannt, ist die Enkelin der letzten Schwarzen Hexe Carnissa Gardner und sieht dieser absolut ähnlich. Sie wurde zusammen mit ihren Brüdern sehr behütet von ihrem Onkel aufgezogen. Denn ihre Eltern stellten sich gegen das Machtstreben der Gardnerier, arbeiteten im Widerstand, wurden entlarvt und von Ellorens Großmutter hingerichtet. Ellorens Tante dagegen ist eine überzeugte Anhängerin des gardnerischen Glaubens und versucht ihre Nichte machtbringend zu verkuppeln. Wie es scheint, hat die anfangs 19-Jährige keine magische Macht, doch ihre wahren Fähigkeiten wurden nur von ihrem Onkel – selbst vor ihr – verschleiert.

Der Celte Yvan Guriel arbeitet in der Küche der Universität von Verpatien. Sein Vater ist Valentin Guryev, ein Icaral, der fünfzehn Jahre vorher die Schwarze Hexe Carnissa Gardner tötete und dabei selbst ums Leben kam. Yvan ist ebenfalls ein Icaral, kann seine Flügel jedoch hinter einem Scheinzauber verbergen. Er wird lange für den Icaral der Prophezeiung gehalten, was sich am Ende als falsche Annahme herausstellt.

Anfangs zeigt Yvan offen seinen Hass gegenüber Elloren. Mit der Zeit erkennt er ihr Bemühen, ihre Vorurteile abzulegen, und die beiden kommen sich näher. Als sich Elloren nicht nur in ihn, sondern auch in Lukas Grey verliebt, scheint sich ein Konflikt anzubahnen, der sich durch den Tod des Gardneries von selbst erledigt.

Handlung

Band 1: Black Witch - Prophezeiung

Elloren wird von ihrer Tante in die gardnerische Hauptstadt mitgenommen. Sie möchte ihre Nichte mit dem Magi Lukas Grey verwinden. Die junge Frau ist beeindruckt von ihm und lässt sich küssen. Eine Verwindung verweigert sie, da sie ihrem Onkel versprochen hat, erst ihre Ausbildung abzuschließen. Dazu reist sie kurz darauf an die Universität von Verpatien. Da sie die Verwindung verweigert, muss sie sich das für das Studium benötigte Geld selbst in der Küche verdienen und lebt in einfachen Verhältnissen. So lernt sie Mitstudenten und Menschen aus den anderen Ländern kennen, erfährt von ihren Nöten und der Unterdrückung durch die Gardnerier. Langsam wandelt sich ihre Einstellung von der überzeugten Gardnerierin zur Rebellin. Sie freundet sich mit Icaralen und Lykanern an. Zudem verliebt sie sich in den Celten Yvan, dessen Zuneigung sie zwar spürt, der jedoch die Distanz zu ihr wahrt. Überzeugt von ihrem Tun retten Ren und ihre neuen Freunde eine vom Tod bedrohte Phoca und einen misshandelten Militärdrachen. Von ein paar Professoren wird sie mit dem Denken des Widerstands vertraut gemacht und schließlich in dessen Reihen aufgenommen.

Band 2: Black Witch - Erkenntnis

Die Studenten beginnen für die Julfeier zu planen, die an der Universität zusätzlich ein Familientreffen ist. Elloren fühlt sich noch immer zu Lukas hingezogen, dem sie versprochen hat, mit ihm auf das Fest zu gehen. Eine Verwindung lehnt sie noch immer ab. Während der Julfeier lernt Elloren die Familie ihrer lykanischen Freunde kennen. Doch am Abend schlägt die Stimmung um, als Gardnerier eine Hetzjagd auf andere Ethnien unternehmen, diese jagen und verstümmeln. Der Widerstand versucht Hilfe zu leisten. Bei den Amaz bittet Elloren um Unterstützung für die Phocas, die diese ihr letztlich erfolgreich gewähren. Elloren selbst unterwirft sich dem Willen ihrer Tante in der Hoffnung, damit mehr unterstützende Möglichkeiten für ihre Untergrundarbeit zu haben. Doch die Repressionen nehmen zu. Elloren mischt mit ihrer Freundin Tierney ein Betäubungsmittel in das Essen der Universität. So bleibt Zeit für die Flucht vieler Nicht-Gardnerier in sichere Länder. Kurz darauf wird Elloren mit Lukas zwangsverwunden. Sie verabscheut ihn dafür, nicht wissend, dass er sie so vor einem schlimmeren Schicksal bewahrt hat. Ein körperlicher Vollzug dieser eheähnlichen Verbindung findet nicht statt.

Elloren entdeckt, dass Yvan ein geflügeltes Wesen ist und damit der Icaral aus der Prophezeiung sein muss. Sie selbst erkennt durch die Macht, die sie durch Verwendung eines als Zauberstab verwendeten Zweigs hervorbringt, die in der Prophezeiung erwähnte Schwarze Hexe zu sein, die gegen den Icaral zu kämpfen hat. Doch Yvan glaubt nicht an Prophezeiungen. Die beiden beschließen, zu den Vu Trin zu gehen.

Band 3: Black Witch - Rebellion

Mehrere Flüchtlinge aus dem Westen erreichen das Reich der Noi. Doch schon bald müssen sie entdecken, dass die in vielen Bereichen sehr liberale und offene Gesellschaft ebenfalls starke Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit pflegt. Auch Yvan flüchtet in den Osten, wird dort von einem Magus angegriffen und scheinbar getötet. Damit wäre der vermutete Icaral der Prophezeiung tot.

Bei den Vu Trin wird Ellorens Macht geprüft. Vom Ausmaß entsetzt beginnt eine Jagd der freien Völker auf die junge Frau, um sie und ihre Macht zu beseitigen. Lukas Grey versucht sie zu schützen und bringt sie auf das Anwesen seiner Familie. Doch auch hier überlebt sie nur knapp mehrere Anschläge. Elloren und Lukas wird die Notwendigkeit einer weiteren Flucht bewusst. Als einzig mögliches Zeitfenster sehen sie eine Tradition nach dem Vollzug der Verwindung. D.h. sie müssen miteinander schlafen, um diese Gelegenheit ergreifen zu können. Daher verbringen sie die Nacht miteinander und ergreifen am folgenden Tag erfolgreich die Flucht. Ellorens Aussehen wird mit einem Scheinzauber verändert. So kann sie unerkannt in den Osten fliehen und bleibt auch von ihren dortigen Feinden unentdeckt. Allerdings werden ihre Affinitätslinien von den Bäumen verändert; würde sie Macht einsetzen, würde sich diese gegen sie selbst richten und sie töten. Als Elloren den Osten erreicht, kann sie spüren, dass Yvan noch lebt.

Band 4: Black Witch - Enthüllung

Von Ellorens Freunden wird versucht, die durch den Wald veränderten Affinitätslinien zu korrigieren, damit die Schwarze Hexe wieder Zugriff auf ihre Macht erhält.

Marcus Vogel belagert und erobert Amazakaraan. Der überlebende Teil der Amaz kann in den Osten fliehen. Der Gardnerier beginnt anschließend unbemerkt seine Armee im Vo-Massiv vor Noilaan zu sammeln.

Die Noi bereiten sich auf die Zeit des Xishlon-Monds vor, der bei allen romantische Gefühle auslöst. In mehreren Kapiteln beschreibt die Autorin die Rendezvous' von Nebenfiguren der bisherigen Handlung – wie sie sich zueinander bekennen, küssen und teils die Nacht miteinander verbringen. Unterbrochen werden die romantischen Anwandlungen sehr jäh durch den Angriff von Vogels Armee.

Zeitgleich mit dem Angriff übernimmt Vogel mit Hilfe der Verwindungslinien die Kontrolle über Ellorens Körper. Er versucht die Macht der Schwarzen Hexe zu nutzen, um die Prophezeiung zu erfüllen und Yvan zu töten. Doch Yvan kann dies verhindern und Ellorens Körper retten. Lukas, der in Gefangenschaft geraten ist, gelangt in den Besitz eines Zauberstabs, sprengt mit diesem Vogels Truppen mitsamt dem halben Vo-Massiv und stirbt dabei selbst. Vogels Angriff ist damit vorerst gescheitert, seine im Osten befindlichen Truppen werden nach und nach zurückgedrängt.

Elloren wird zum Baum III gebracht, der von Dryaden gehütet wird. Der uralte Baum befreit sie von den Verwindungslinien und macht sie ebenfalls zur Dryade. Er zeigt ihr, dass die Gardnerier ursprünglich von Celten und Dryaden abstammen.

Band 5: The Dryad Storm