Der Mieterschutz Schweiz MSS GmbH ist eine Briefkastengesellschaft, die nach eigenen Angaben Beratungen für Mieter anbietet.

Der Einpersonengesellschaft wird u. a. vorgeworfen, den Mieterinnen- und Mieterverband Schweiz in Auftritt und Darstellung nachzuahmen, wodurch es bei Hilfe suchenden Mietern zu Verwechslungen kommt. Der Sitz des Unternehmens ist in Steinhausen ZG, betrieben wird es jedoch von Dubai aus. Post von Ratsuchenden wird von einem Businesscenter eingescannt und dem Inhaber per E-Mail zugestellt.

Das Unternehmen bietet Abonnenten Rechtsauskünfte per E-Mail an. Im Jahr 2023 kostete das Jahres-Abo 95 Franken. Der Mieterinnen- und Mieterverband hält diese Rechtsauskünfte jedoch nicht für ausreichend, zudem seien die übermittelten Informationen frei im Internet verfügbar. Daneben gebe es noch zwei Hotlines, die sowohl für Mitglieder als auch für Nichtmitglieder kostenpflichtig sind, jedoch auch nicht ausreichend beraten würden.

Ursprünglich als Verein gegründet, wurde das Unternehmen 2008 zu einer GmbH. Im selben Jahr warf die Thurgauer Zeitung dem Unternehmen vor, ein zweifelhaftes Geschäftsgebaren an den Tag zu legen. Nach einer Anzeige des SECO verurteilte das Zuger Strafgericht 2020 den Inhaber Fabian Strässle wegen Verstosses gegen das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb zu einer Geldstrafe. Das Obergericht als zweite Instanz halbierte die Strafe auf 11'700 Fr bei einer Probezeit von zwei Jahren. Dem Angeklagten wurde eine Busse von 5'400 Fr auferlegt. Das Urteil ist rechtskräftig. Wie die Vorinstanz sah das Obergericht eine Verletzung des Wahrheits- und Klarheitsgebots, da der Internetauftritt des Unternehmens suggeriere, es sei – wie der Mieterverband – in jedem Kanton vertreten und habe mehrere Mitarbeiter, obwohl tatsächlich nur eine einzelne Person tätig sei. Zudem darf das Unternehmen seitdem nicht mehr von einer «Zentralbuchhaltung» oder einem «Beratungszentrum» sprechen. Jedoch erlaubte das Obergericht Strässle, sich «Rechtsexperte» zu nennen, obwohl er kein Jurist ist. Auf Medienanfragen im Jahr 2023 reagierte Strässle nicht oder nur herablassend. Das Unternehmen ist weiterhin Teil der medialen Berichterstattung.

Der Mieterverband beschwerte sich in Pressemitteilungen darüber, dass das Unternehmen beim Verband abkupfere. Strässle bestritt das – Kunden könnten die beiden Angebote sehr wohl unterscheiden. Der Mieterverband solle eben nicht mit «Mieterschutz» im Internet werben.

Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Miete Kategorie:Steinhausen ZG Kategorie:Unternehmen (Kanton Zug) Kategorie:Unternehmensgründung 2008