Miguel Ángel Russo (* 9. April 1956 in Lanús; † 8. Oktober 2025 in Buenos Aires) war ein argentinischer Fußballspieler und -trainer. Der Mittelfeldspieler war 17-facher Nationalspieler und gewann als Spieler zweimal die argentinische Meisterschaft. Sein größter Erfolg als Trainer war der Gewinn der Copa Libertadores 2007 mit den Boca Juniors.

Karriere Verein mini|hochkant|links|Russo als Spieler von Estudiantes Miguel Ángel Russo begann das Fußballspielen in der Jugend von Estudiantes und debütierte 1975 im Profiteam des Vereins. Er blieb dem Verein bis zu seinem Karriereende 1988 treu und gewann zwei argentinische Meisterschaften. Bei der Meisterschaft der Metropolitana 1982 stand Carlos Bilardo, der Russo ein Jahr später zum Nationalspieler machte, an der Seitenlinie. Die Meisterschaft der Nacional 1983 gelang unter der Leitung von Eduardo Manera. Unter beiden Trainern war Russo Stammspieler im defensiven oder zentralen Mittelfeld. 1988 wurde er Kapitän der Mannschaft, bestritt allerdings nur noch ein Spiel und wurde dann vom Verein entlassen. Als ablösefreier Spieler versuchte er, eine Anstellung in Italiens Serie B zu finden, konnte aber keine Einigung mit einem Klub erzielen und kehrte nach Argentinien zurück. Dort verkündete er sein Karriereende.

Nationalmannschaft Russo debütierte im August 1983 für die argentinische Nationalmannschaft bei der Copa América beim 2:2-Unentschieden gegen Ecuador. Argentinien schied als Gruppenzweiter hinter Brasilien in der Gruppenphase aus. Russo wurde Stammspieler der Nationalmannschaft und bestritt fünf der sechs Qualifikationsspiele zur Weltmeisterschaft 1986, für die sich Argentinien als Gruppensieger qualifizierte. Beim 3:0-Erfolg über Venezuela erzielte er zudem sein einziges Länderspieltor. Allerdings stand er nicht im Kader bei der Weltmeisterschaft, die Argentinien schließlich gewann, da er von Carlos Bilardo nach einer Knieverletzung nicht berücksichtigt wurde. Insgesamt bestritt Russo 17 Länderspiele und erzielte dabei ein Tor.

Trainer Nach seiner Rückkehr nach Argentinien begann Russo direkt seine Trainerkarriere beim CA Lanús, mit dem er sowohl 1990 als auch 1992 als Meister den Aufstieg in die höchste Spielklasse Argentiniens schaffte. 1994 kehrte er zu Estudiantes zurück und übte gemeinsam mit Eduardo Manera das Traineramt aus. Zusammen gelang den beiden die Meisterschaft des Torneo Nacional B und der damit verbundene Aufstieg. Ab Januar 1996 war seine erste Auslandsstation bei Universidad de Chile, wo er Jorge Socías ersetze. Trotz des Erreichens des Halbfinales in der Copa Libertadores 1996 wurde er am Saisonende entlassen, da er als Tabellenfünfter die erneute Qualifikation für den Wettbewerb verpasst hatte.

1998 qualifizierte sich Russo mit Rosario Central für die Copa Conmebol und kehrte 2002 nach Rosario zurück, nachdem er für verschiedene Vereine in Argentinien sowie für den UD Salamanca in Spanien und für Morelia aus Mexiko an der Seitenlinie gestanden hatte. Mit Los Andes war er 2001 aus der Primera División abgestiegen. Bei seiner nächsten Station bei Vélez Sarsfield gewann er in der Clausura 2005 seine erste argentinische Meisterschaft als Trainer. Im Dezember 2006 unterzeichnete Russo das erste Mal bei den Boca Juniors einen Vertrag. In seiner ersten Saison gewann er die Vizemeisterschaft der Clausura 2007 und die Copa Libertadores. Im Finale besiegte Boca um Juan Román Riquelme den brasilianischen Klub Grêmio in beiden Finalspielen mit insgesamt 5:0. Im Juni 2008 schloss sich Russo San Lorenzo an, bei dem er bis nach dem Ausscheiden in der Gruppenphase der Copa Libertadores 2009 blieb. Anschließend kehrte er zu Rosario Central zurück. Trotz des Erreichens des Klassenerhalts wurde sein Vertrag am Jahresende nicht verlängert. Weitere Stationen in Argentiniens Primera División folgten, unter anderem sein viertes Mal bei Rosario Central von 2012 bis 2014.

Im Dezember 2016 unterschrieb er einen Vertrag beim kolumbianischen Verein Millonarios, bei dem er Nachfolger seines Landsmannes Diego Cocca wurde. Er führte den Klub in der Finalización 2017 durch einen Sieg über Erzrivale Independiente Santa Fe zum Meistertitel. Nach diesem Erfolg wurde eine Krebserkrankung diagnostiziert und er begab sich in Chemotherapie. Im November 2018 trennten sich der Trainer und der Verein einvernehmlich. Weitere Auslandserfahrung sammelte er anschließend bei Alianza Lima in Peru, wo er allerdings nur wenige Monate blieb und anschließend bei Cerro Porteño in Paraguay, wo er ebenfalls nur wenige Monate blieb.

Zur Saison 2020 kehrte Russo zu den Boca Juniors zurück und gewann die Meisterschaft 2019/20. Im August 2021 wurde er wegen Erfolglosigkeit entlassen. Ab Dezember 2021 trainierte Russo mit dem saudi-arabischen al-Nassr seinen einzigen Klub außerhalb Südamerikas. Sein im Juni 2022 auslaufender Vertrag wurde nicht verlängert. Er kehrte nach Argentinien zurück und wurde das fünfte Mal Trainer bei Rosario Central. 2023 gewann er den Pokal der Copa de la Liga Profesional. Im August 2024 trat er aus persönlichen Gründen von seiner Trainerposition bei Rosario zurück. Im Oktober 2024 wurde er bei San Lorenzo ein zweites Mal Trainer. Sein bis ursprünglich Ende 2025 laufender Vertrag wurde im Mai 2025 nach dem verlorenen Halbfinale der Apertura aufgelöst. Im Juni wurde er erneut Trainer der Boca Juniors und betreute sie bei der Klub-Weltmeisterschaft in den USA. Sein Team schied nach zwei Unentschieden und einer Niederlage in der Gruppenphase aus.

Russo starb am 8. Oktober 2025 als Cheftrainer der Boca Juniors, die zu diesem Zeitpunkt, fünf Spieltage vor Ende der Gruppenphase, Tabellenführer der Zona A waren.

Erfolge Spieler Estudiantes Argentinischer Meister: M-1982, N-1983

Trainer Lanús Meister des Torneo Nacional B: 1991/92

Estudiantes Meister des Torneo Nacional B: 1994/95

Vélez Sarsfield Argentinischer Meister: 2005 C

Rosario Central Meister der Primera B Nacional: 2012/13 Meister der Copa de la Liga Profesional: 2023

Millonarios Kolumbianischer Meister: 2017-II Meister der Superliga de Colombia: 2018

Boca Juniors Copa-Libertadores-Sieger: 2007 Argentinischer Meister: 2019/20 Meister der Copa de la Liga Profesional: 2020

Sonstiges Sein Sohn Ignacio Russo ist ebenfalls Profifußballspieler.

Seit 2017 litt er unter Prostatakrebs und verlor im Oktober 2025 den Kampf gegen die Krankheit.

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Einzelnachweise

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