Josef Ludwig Fischer (* 19. März 1879 in Ludwigsburg; † 1942 in MünchenPersonalien. In: Die Weltkunst. 19, 1942, Nr. 31/32 (2. August), S. 6 (Digitalisat).) war ein deutscher Kunst- und Musikhistoriker und -kritiker.
Leben Josef Ludwig Fischer war ein Sohn des Beamten Ludwig Fischer und dessen Frau Therese (geborene Speidel). Er besuchte die Gymnasien in Ludwigsburg und Rottweil und studierte anschließend an den Universitäten Tübingen und München.In zahlreichen seiner Schriften führt er den Doktortitel, jedoch ist eine Promotion bisher nicht nachweisbar. Nach einem Praktikum bei den Kunstsammlungen in München war er ab 1905 für die Presse als Musik- und Kunstkritiker tätig. In München gründete und betrieb er ein Tourneetheater, die Münchener Musikbühne. Gemeinnützige Wanderbühne für Oper und Operette. 1913 war er in der Redaktion der Zeitung Bayerischen Kurier für Theater zuständig.Paul Hoser: Die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Hintergründe der Münchner Tagespresse zwischen 1914 und 1934. Methoden der Pressebeeinflussung. Lang, Frankfurt u. a. 1990, ISBN 3-631-42631-3, Teil 2, S. 1083. In den 1920er Jahren war er künstlerischer Leiter der Theatergemeinde München. 1920 wurde ihm von der württembergischen Regierung der Titel Professor verliehen.Zeitschrift für Musik. Jg. 87, Nr. 24, 16. Dezember 1920, S. 478 (Digitalisat).
Sein Spezialgebiet war die Geschichte der Glasmalerei. Von 1912 bis 1915 gab er die kurzlebige Zeitschrift für alte und neue Glasmalerei und verwandte Gebiete heraus.
Familie Fischer war mit Margarete (geborene Spoerer) verheiratet, einer Tochter des Posthalters Spoerer, mit der er mindestens zwei Töchter hatte: Erika Fischer (* 22. September 1914) Annemarie Fischer (* 20. Dezember 1917 – 1988). Sie war Schauspielerin, Bühnenpartnerin und Geliebte von Karl Valentin.Alfons Schweiggert: Karl Valentins fesche Mizzi. Allitera-Verlag, München 2022, ISBN 978-3-96233-332-4.
Schriften (Auswahl) Vierzig Jahre Glasmalkunst. Festschrift der Kgl. Bayerischen Hofglasmalerei F. X. Zettler zum Gedächtnis ihres vierzigjährigen Bestehens. München 1910. Alte Glasgemälde im Schloss Hohenschwangau. Eine Sammlung Königs Maximilians II. von Bayern. Delphin-Verlag, München 1912. Ulm (= Berühmte Kunststätten 56). Seemann, Leipzig 1912. Katalog der Aufnahmen kunstgewerblicher Gegenstände, vornehmlich aus dem Königlich-Bayerischen Nationalmuseum in München. Teil VI: Verzeichnis der Sammlung von Photographien alter Glasgemälde der wichtigsten schwäbischen und bayerischen Schulen. München 1914. Handbuch der Glasmalerei für Forscher, Sammler und Kunstfreunde wie für Künstler, Architekten und Glasmaler (= Hiersemanns Handbücher. Band 8). Hiersemann, Leipzig 1914 (). 2., vollständig veränderte und verbesserte Auflage. Hiersemann, Leipzig 1937. Entwicklungsgeschichte des Benediktinerinnenstiftes Urspring. In: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige. Band 38, 1917, S. 199–234; Band 39, 1918, S. 45–67. mit Ludwig Lade (Hrsg.): Deutsche Musikpflege. Verlag des Bühnenvolksbundes, Frankfurt am Main 1925. Über die Zukunft der europäischen Kultur. Drei-Masken-Verlag, München 1929. Deutsches Mosaik und seine geschichtlichen Quellen. Verlag Karl W. Hiersemann, Leipzig 1939.
Literatur Fischer, Josef Ludwig. In: Degeners Wer ist’s? Band 10, 1935, S. 410–411 ().
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