350px Der franko-flämischer Komponist, Dichter und Kleriker Gilles Binchois erhält am Ende seines burgundischen Dienstes 1452 eine Pfründe beim Kollegiatstift Saint-Vincent in Soignies verbunden mit einem Kanonikat und der Propstwürde. mini|Doppelseite aus dem Lochamer Liederbuch Dieser Artikel behandelt das Musikjahr 1452.
Ereignisse Deutschordensstaat Der Komponist und Dichter Petrus Wilhelmi de Grudencz ist 1442 Kleriker der Diözese Kulm (Chełmno) und wird 1452 als Presbyter bezeichnet. 1452 unternimmt er eine Reise nach Rom und bezeichnet sich selbst als kaiserlichen cappellanus (Kaplan).
Heiliges Römisches Reich Burggrafschaft Nürnberg In Bayreuth werden „von Kirche und Stadtrat“ gelegentlich „geistliche Spiele aufgeführt, wie erstmals 1452 der Gevatter Tod.“
Freie Reichsstadt Nürnberg In Nürnberg entsteht in den Jahren zwischen 1452 und 1460 das Lochamer-Liederbuch. Es „besteht besteht aus zwei Teilen, dem Liederbuch und einer Orgeltabulatur“. Es handelt sich um eine umfangreiche Sammlung deutschsprachiger Lieder und enthält insbesondere dreistimmig gesetzte Lied- und Tanzkompositionen.
Herzogtum Bayern-München Der deutsche Komponist, Organist und Lautenist Conrad Paumann, der seit dem Jahr 1450 am Hof der Herzöge von Oberbayern in München wirkt, bringt 1452 sein Werk Fundamentum organisandi zu Papier. Es handelt sich um eine der frühesten bekannten Lehrschriften für Orgelspiel und Improvisation im deutschsprachigen Raum. Veröffentlicht wird sein Werk als zweiter Teil des Lochamer-Liederbuches. Als virtuoser Orgelspieler und als gesuchter Orgelsachverständiger macht Paumann zahlreiche Reisen in die Städte des Deutschen Reichs und trifft dort auf ein begeistertes, teilweise internationales Publikum. So kommt er 1452 nach Wien.
Herzogtum Savoyen Der flämische Komponist, Sänger und Musiktheoretiker Guillaume Dufay kehrt 1452 erneut nach Savoyen zurück und bleibt bis etwa 1458 in Italien, während er nach einer festen kirchlichen Pfründe oder dauerhaften Anstellung sucht. Seine Rolle dort ist inoffiziell bzw. ehrenhalber die eines Kapellmeisters (Choirmaster) für Herzog Louis von Savoyen bzw. Mitglied der savoyischen Hofkapelle.
Herzogtum Burgund Nach den Angaben eines gewissen Guillaume Benoit ist Gilles Binchois am burgundischen Hof Philipps des Guten im Jahr 1427 schon ein Begriff. Weil aber die Gehaltslisten von 1419 bis 1436 fehlen, ist nicht genau bekannt, ab welchem Jahr er tatsächlich der burgundischen Hofkapelle beitritt, um ihr bis 1452 aktiv anzugehören. Während seiner Zeit am burgundischen Hof erhält Binchois beträchtliche Zuwendungen, unter anderem bedeutende kirchliche Pfründen: am 7. Januar 1430 bei St. Donatian in Brügge zusammen mit seinem ersten Kanonikat, verbunden mit einer halbjährlichen Residenzpflicht, am 17. Mai 1437 bei St. Waudru in Mons, am Ende seines burgundischen Dienstes 1452 eine beim Kollegiatstift Saint-Vincent in Soignies verbunden mit einem Kanonikat und der Propstwürde.
Grafschaft Flandern Der Sänger und Komponist Johannes Boubert ist von 1452 bis 1461 in Brügge tätig. Er wird am 10. Mai 1452 Mitglied im Chor der Kollegiatkirche St. Donatian und am 23. Juni 1452 – zusammen mit Cornelius Heyns – zum Succentor ernannt. Der franko-flämische Komponist, Sänger und Kleriker Cornelius Heyns ist als Sänger ab dem 25. Oktober 1447 an der Kathedrale St. Donatian in Brügge nachweisbar. Von 1452 bis 1453 und 1463 bis 1465 ist er dort als Succentor tätig. Willem Hobrecht, der Vater von Jacob Obrecht, ist „von 1452 bis zu seinem Tod Stadttrompeter in Gent“.
Königreich England Der Komponist John Baldwyn – bekannt für zwei vierstimmige Magnificat-Vertonungen – ist möglicherweise identisch mit John Baldwyn, der zwischen 1448 und 1452 in königlichen Diensten steht und Schüler des Eton College ist. Der Komponist John Dunstable wirkt im Königreich England bis zu seinem Tod im Jahr 1453. Henry Soulbe ist von 1446 bis 1452 als Schreiber der königlichen Hofkapelle tätig. Er ist wahrscheinlich nicht identisch mit dem englischen Komponisten Soursby. Der englische Komponist N. Sturgeon, der durchgängig von 1413 bis 1452 Mitglied der Royal Household Chapel ist, hat während dieser Zeit „verschiedene Ämter als Schatzmeister und Verwalter“ bekleidet. In den Archiven von Windsor sind zwischen 1441 und 1451 Zahlungen an ihn verzeichnet.
Königreich Frankreich Der französische Komponist Jean Cousin, der „von 1446 bis 1448 ... gemeinsam mit Joh. Ockeghem und elf weiteren Sängern in der Kapelle Herzog Karls I. von Bourbon ... in Moulins nachweisbar“ war,, hat möglicherweise „seine Stellung gleichzeitig mit Ockeghem (etwa 1452) gewechselt“ und ist seitdem Mitglied der Hofkapelle des französischen Königs Karl VII. Der flämische Komponist, Sänger und Kleriker Johannes Ockeghem, der vom 24. Juni 1443 bis zum 23. Juni 1444 als erwachsener Sänger an der Marienkirche Antwerpen unter Johannes Pullois tätig und danach in Moulins in die Dienste von Charles I. de Bourbon, Herzog von Bourbon, getreten war, ist wahrscheinlich seit 1. Oktober 1451 Sänger an der Hofkapelle des französischen Königs Karl VII.
Geboren Geburtsdatum gesichert 15. April: Leonardo da Vinci, italienischer Künstler und Universalgelehrter († 1519) 17. April: Franciscus Niger, Grammatiker, Musiktheoretiker und Humanist († nach 1523)
Geboren vor 1452 Johannes Boubert, Priester und Komponist († nach 1461)
Gestorben Todesdatum gesichert Zwischen 23. und 31. Januar: Ugolino von Orvieto, Musiktheoretiker, Sänger und Komponist (* um 1380)
Gestorben nach 1452 Johannes Boubert, Priester und Komponist (* vor 1452)
Siehe auch
Quellen Grove Dictionary of Music and Musicians Die Musik in Geschichte und Gegenwart
Einzelnachweise