mini|rechts|Heinz Küstner (1924) mini|Treffen bei Oskar Minkowski in Breslau 1922 (Heinz Küster: hintere Reihe, sechster von rechts) mini|Studien der Überempfindlichkeit von Carl Prausnitz und Heinz Küstner Joachim Heinrich „Heinz“ Küstner (* 16. Januar 1897 in Breslau; † 21. August 1966) war ein deutscher Gynäkologe und Geburtshelfer, der als Assistent von Carl Prausnitz an der Entwicklung des Prausnitz–Küstner-Tests mitwirkte.

Leben Heinz Küstner war jüngster Sohn des Mediziners und Hochschulprofessors Otto Küstner. Nach der Reifeprüfung im Johannesgymnasium Breslau 1914 studierte er Medizin an der Universität Breslau, in der er 1916 die ärztliche Vorprüfung bestand. Anschließend diente er im Ersten Weltkrieg von 1916 bis 1919 als Feldunterarzt unter anderem in Rumänien, wo er mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet wurde. Nach einer Krankheit und deren Genesung war er als Lazarettarzt tätig.Die folgende Darstellung der Lebensangaben orientiert sich an dem Eintrag im Catalogus Professorum Halensis und Hans-Dieter Göring: Die passive Übertragung der Soforttyp-Allergie im Selbstversuch durch Carl Prausnitz und Heinz Küstner – ein Meilenstein in der Allergieforschung. In: Aktuelle Dermatologie Band 33, Nr. 3, 2007, S. 87–91.

Nach Kriegsende legte Küstner 1919 das ärztliche Staatsexamen ab und wurde 1919 promoviert mit dem Thema Die moderne Behandlung der Placenta praevia unter besonderer Berücksichtigung der Nachgeburtsperiode. Ende 1923 erhielt er eine planmäßige Assistentenstelle an der Universitätsfrauenklinik in Halle. 1924 folgte die Habilitation mit der Arbeit Physikalische und anatomische Untersuchungen der Bauchwand, speziell der Muskulatur und wurde zum Oberarzt befördert.

1924 heiratete er Annemarie von Wiese, aus der Ehe gingen 2 Kinder hervor.Rat der Stadt Weißenfels Dienststelle Krankenhaus aus Stadtarchiv Weisenfels - Personalbogen und Lebenslauf von 1950

1926 folgte Küstner seinem Lehrer Hugo Sellheim an die Universität Leipzig und wurde Oberarzt der dortigen Frauenklinik. 1929 folgte die Ernennung zum außerordentlichen Professor an derselben Universität.

Küstner trat zum 1. Mai 1933 in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 2.984.514)Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/23981475 und 1936 ließ er sich als Facharzt für Frauenkrankheiten in Leipzig nieder. Während des Zweiten Weltkrieges war er von 1939 bis 1945 Chefarzt eines Lazarettzuges.

Nach Kriegsende trat er in die SPD ein, die ein Jahr darauf zusammen mit der KPD zur SED zwangsvereinigt wurde, und war als Frauenarzt in Dommitzsch bei Leipzig tätig. Für die SED hatte er verschiedene Ämter in der Kommunalpolitik bekleidet. 1949 übernahm er die Leitung des Kreiskrankenhauses in Weißenfels. In der Zeit wurde er 1954 als Verdienter Arzt des Volkes geehrt.

Küstner starb 1966 in Leipzig nach jahrelanger versehentlicher Impfung aus seinen eigenen Experimenten mit Antikörpern und Infektionserregern, die nach gynäkologischen Operationen isoliert worden waren.Metzger H (2003), "Two Approaches to Peanut Allergy", New England Journal of Medicine, 348 (11): 1046–1048, doi:10.1056/nejme030007, PMID 12637615C. Prausnitz, Heinz Küstner: Studien über die Ueberempfindlichkeit. In: Zentralbl Bakteriol. 86, 1921, S. 160–169.J. K. Stegman, E. Branger (Hrsg.): Stedman’s Medical Dictionary. 28. Auflage. Lippincott, Williams, & Wilkins, Baltimore, MD 2006, ISBN 0-7817-3390-1.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Hans-Dieter Göring: Die passive Übertragung der Soforttyp-Allergie im Selbstversuch durch Carl Prausnitz und Heinz Küstner – ein Meilenstein in der Allergieforschung. In: Aktuelle Dermatologie. Band 33, 2007, Nr. 3, S. 87–91.

Auszeichnungen Eisernes Kreuz II. Klasse Verdienter Arzt des Volkes

Weblinks Eintrag im Catalogus Professorum Halensis.

Einzelnachweise

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