Die normalspurigen Tenderlokomotiven 501–503 waren laufachsenlose fünfachsige Dampflokomotiven für den Nebenbahnbetrieb des Herstellers Borsig in Berlin. Die drei Lokomotiven wurden an die französische Privatbahn Chemins de fer de l'Hérault im Département Hérault verkauft. Die Lokomotiven waren die stärksten Lokomotiven der Gesellschaft. Sie wurden von 1912 bis zu der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg eingesetzt. Es ist keine Lokomotive erhalten geblieben.
Geschichte
Die Lokomotiven sind nach Zeichnungen von S. Panabière um 1912 entstanden. Von der Größe her werden sie mit den Lokomotiven Württembergische Nebenbahnen 11 und 12 verglichen. Entstanden sind sie zeitgleich mit den ersten Lokomotiven der preußischen G 10.
Die Lokomotiven gehörten zu den leichtesten und kleinsten laufachslosen fünffach gekuppelten Tenderlokomotiven. Sie waren auf dem Privatbahnnetz der Chemins de fer de l'Hérault eingesetzt.Wolfgang Fiegenbaum, Ingo Hütter: Schwere Brocken, Regelspurige E-Tenderlokomotiven Band 3, Hartmann, Hohenzollern, Krauss (-Maffei), Grafenstaden und Borsig. Herdam Verlag, Quedlinburg-Gernrode, 2018, ISBN 978-3-933178-41-1 Die Maschinen fuhren Güterzüge auf den Strecken der Gesellschaft von Montpellier nach Rabieux, von Montpellier nach Béziers oder von Béziers nach Saint-Chinian. Die Lokomotiven konnten wegen Achslastbeschränkungen nicht auf allen Strecken. verkehren Jede Maschine hatte eine Stammstrecke.
Die Nummer 503 wurde bereits 1934 ausgemustert. Sie hatte bis dahin eine Laufleistung von 266.090 Kilometern in 22 Dienstjahren erreicht. Die verbliebenen Lokomotiven waren über den Zweiten Weltkrieg hinaus im Einsatz.
1956 wurden die beiden Lokomotiven 501 und 502 ausgemustert. Sie waren noch sechs Jahre nach Indienststellung der Diesellokomotiven der Geo D. Whitcomb Company im Einsatz und brachten es auf 44 Dienstjahre.
Konstruktion
Bei den Lokomotiven, die zu den kleinsten und leichtesten laufachslosen fünffach gekuppelten Lokomotiven gehörten, sind viele Details unbekannt. Da das Laufwerk mit der dritten Achse als Treibachse ausgebildet war, wird vermutet, dass die erste und die letzte Achse beidseitig seitenverschiebbar ausgeführt wurden. Sie besaßen Heusinger-Steuerung, Flachschieber, der Kreuzkopf wurde zweischienig auf der Gleitbahn geführt.
Der Kessel war in Naßdampfausführung entstanden, er besaß drei Schüsse. Auf dem zweiten Kesselschuss saß der Dampfdom und auf dem dritten der quadratisch ausgeführte Sandkasten. Von ihm gingen pro Fahrzeugseite 2 Sandfallrohre herab und konnten die zweite Achse von vorn sowie die vierte von hinten sanden. Der Lokführer hatte bei diesen Lokomotiven seinen Arbeitsplatz auf der rechten Seite, die Loks waren außer mit der Druckluftbremse und der Wurfhebelbremse mit einer Dampfbremse ausgerüstet.
Nach dem Zweiten Weltkrieg sind diese Lokomotiven noch mit einer Kesselwasseraufbereitungsanlage, einer sogenannten TIA-Anlage versehen worden. Für ihren Einsatz auf Strecken um Rabieux wurden die dort eingesetzten Maschinen mit einem Fahrtenschreiber ausgerüstet.
Literatur
Wolfgang Fiegenbaum, Ingo Hütter: Schwere Brocken, Regelspurige E-Tenderlokomotiven Band 3, Hartmann, Hohenzollern, Krauss (-Maffei), Grafenstaden und Borsig. Herdam Verlag, Quedlinburg-Gernrode, 2018, Seite 403–409, 419, ISBN 978-3-933178-41-1
Weblinks
PDF-Seite mit Berichtigungen über das Buch Schwere Brocken auf www.beitraege.lokomotive.de
Einzelnachweise
Kategorie:Tenderlokomotive Achsfolge E Kategorie:Triebfahrzeug (Chemins de fer de l'Hérault) Kategorie:Schienenfahrzeug (Borsig)