Siegfried Wilhelm Ernst von Maltitz, eigentlich Wilhelm von Maltitz, (geb. 24. Juli 1739 in Kummerow; gest. 1. Februar 1808 in Beeskow) war ein preußischer Capitain und Landrat.
Herkunft und Leben Wilhelm von Maltitz war der Sohn des Siegfried Ernst Wilhelm von Maltitz (1705–1753) und dessen Ehefrau Johanna Charlotte (1713–1746), geb. von Zeschau. Der Vater war preußischer Hauptmann sowie Erbherr auf dem wiederum vom eigenen Vater vererbten Gut in Kummerow (auch Cummerow geschrieben). Wilhelm von Maltitz hatte mehrere Geschwister. Die ältere Schwester Margarethe Tugendreich (1738–1818) heiratete den Gutsherrn Ernst Erdmann von Wagenschütz-Streganz, die jüngere Schwester Christiane Charlotte (1741–1811), welche mit Friedrich Siegmund Ernst von Zerbst auf Helmsdorf verheiratet wurde.Antworten, In: Ad. M. Hildebrandt (Hrsg./Red.): Der Deutsche Herold. Zeitschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde. Nr. 12, Jahrgang XLII, Hrsg. Herold (Verein), Julius Sittenfeld-Carl Heymanns Verlag-Selbstverlag, Berlin Dezember 1911, S. 279–280. Der Geheime Kriegsrat und Chef der Kriegskanzlei Ernst Gottlieb von Maltitz (1736–1793) war sein älterer Bruder, galt in mehreren Quellen sogleich Erbe des väterlichen Gutes.Vgl. u. a. Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin (GStA-PK) I. Rep 22, Nr. 215a-b. Gleichso aus der Cummerow-Linie stammte der in Falkenberg bei Beeskow geborene Leutnant Georg(e) Siegmund von Maltitz (1743–1810), der sich mit seiner Familie in Ostpreußen niederließ und dort mehrere kleinere Güter erwarb. Aus der zweiten Ehe des Vaters mit Charlotta Sabina von Leipziger sind keine Halbgeschwister.
Nachdem er in das preußische Heer eingetreten war, wurde er im Siebenjährigen Krieg verletzt. Da er seinen Dienst aufgrund der Verletzung nicht mehr fortführen konnte, wurde er aus dem Regiment von Tauentzien im Rang eines Capitains verabschiedet. Ab 1768 assistierteRolf Straubel: Adlige und bürgerliche Beamte in der friderizianischen Justiz- und Finanzverwaltung. Ausgewählte Aspekte eines sozialen Umschichtungsprozesses und seiner Hintergünde (1740–1806). BWV-Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2010, S. 186, Anm. 405. er dem amtierenden Landrat des Beeskow-Storkower Landkreises Erdmann Gottlob von Löschebrand. Nachdem von Löschebrand das Amt als Landrat aufgegeben hatte, wurde von Maltitz ab Mitte 1781 dessen Nachfolger, war wohl zeitweise Feuersozitätsdirektor.Fritz Martiny: Die Adelsfrage in Preussen vor 1806 als politisches und soziales Problem. Erläutert am Beispiele des kurmärkischen Adels. Zugleich Inaugural-Dissertation Martin-Luther-Univ. Halle/Wittenberg-um 1937, In: Vierteljahrschrift für Sozial- und und Wirtschaftsgeschichte. Beiheft Nr. 35, W. Kohlhammer, Stuttgart 1938, S. 61. Zeitgleich übernahm er auch den Posten als Direktor des Kreises Beeskow-Storkow. Von Maltitz starb im Jahr 1808 als Erbherr auf seinem Vorwerk Beeskow.
Gut Cummerow blieb insgesamt von 1722 bis 1796 in Familienhand.Karl Friedrich Rauer (Hrsg.): Hand-Matrikel der in sämmtlichen Kreisen des Preussischen Staats auf Kreis- und Landtagen vertrenenen Rittergüter. 1857. Selbstverlag, Berlin 1857, S. 85. Vormalig stellten die Vorfahren mit Hans von Maltitz einen Commissarius, dem Landrat gleichzusetzen, für den Bereich Beeskow-Storkow.Ad. M. Hildebrandt: Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie. Jahrgang XII, Hrsg. Herold (Verein), Carl Heymanns Verlag, Berlin 1884, S. 476.
Persönliches Siegfried Wilhelm Ernst von Maltitz war seit dem 29. Mai 1768 zu Beeskow mit Christiane Dorothea Rosine (1734–1809), geb. von John und Witwe des Carl (Karl) Gottlieb Abraham von Prittwitz, verheiratet. Eigene Nachfahren sind nicht überliefert. Der Neffe Otto Friedrich Siegmund von Maltitz (1777–1834) bewirtschafte mit Myrtenhof einen Grundbesitz im ostpreußischen Kreis Isterburg.
Literatur Alexander Freiherr von Dachenhausen: Genealogisches Taschenbuch des Uradels. Band 2, Verlag von Friedrich Irrgang, Brünn/Rudolstadt April 1893, S. 367–368. Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15. In: Historische Kommission zu Berlin [Hrsg.]: Einzelveröffentlichungen. Band 85; K. G. Saur, München 2009, ISBN 978-3-598-23229-9, S. 611.
Quellen Margot Beck, Kärstin Weirauch: Kurmärkische Stände: (BLHA Pr. Br. Rep. 23 A), Hrsg. BLHA, Potsdam 1995, , S. 100. Malika-Beauty.de/Karte 521: Stammkarte Siegfried Wilhelm Ernst v. Maltitz, Stand 2025.
Einzelnachweise
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