Henry Ole Kulet († 16. Februar 2021 in Nakuru) war ein kenianischer Schriftsteller aus der Gemeinschaft der Maasai, dessen Romane zentrale gesellschaftliche und ökologische Fragen in Kenia thematisierten. Er wurde mit Blossoms of the Savannah, Vanishing Herds und The Elephant Dance bekannt, für die er 2009, 2013 bzw. 2017 den Jomo-Kenyatta-Preis für Literatur erhielt.
Leben Kulet wuchs in Enkare-Ngusur (Narok) auf und studierte Landwirtschaftsmanagement am Egerton College. Er arbeitete als Assistenzmanager bei der Kenya Farmers Association (Kericho-Zweigstelle) und beendete 1987 seine Landwirtschaftskarriere, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Für seine Verdienste um die Literatur wurde er 2019 mit dem staatlichen Orden Elder of the Burning Spear ausgezeichnet. Anfang 2021 verstarb er nach kurzer Krankheit im Mediheal Hospital in Nakuru.
Wirken Kulet verarbeitete in seinen Romanen Themen der Maa/Maasai-Kultur, naturschützerische Fragen sowie die Spannungen zwischen Tradition und Moderne. Besonders Blossoms of the Savannah erzählt die Geschichte zweier Schwestern und setzt sich kritisch mit weiblicher Genitalverstümmelung und Frühverheiratung auseinander. Viele seiner Bücher – darunter Blossoms of the Savannah, Daughter of Maa, Is It Possible?, Moran No More, Vanishing Herds, The Hunter, How to Become a Man und Bandits of Kibi – wurden in Kenia breit rezipiert; Blossoms of the Savannah war über Jahre ein obligatorisches Buch an kenianischen Sekundarschulen. Mit Blossoms of the Savannah (2009), Vanishing Herds (2013) und The Elephant Dance (2017) gewann Kulet dreimal den Jomo Kenyatta Prize for Literature, einen der wichtigsten Literaturpreise des Landes.
Einzelnachweise
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