Viking’s Dawn ist ein historischer Abenteuerroman des englischen Historikers und Schriftstellers Henry Treece, der im Jahr 1955 mit Illustrationen von Christine Price beim Verlag Bodley Head veröffentlicht wurde. Er ist der erste Teil der Wikinger-Trilogie The Viking Saga, die aus den weiteren Bänden The Road to Miklagard und Viking’s Sunset besteht.

Inhalt Ungefähr im Jahr 780 heuert Harald Sigurdsson, ein 15-jähriger norwegischer Junge, auf dem Wikingerschiff ‚Nameless‘ an und leistet einen Eid, dessen Kapitän Thorkell Fairhair zu dienen. Eigentlich hätte auch sein Vater Sigurd mitfahren sollen, doch beim Stapellauf des gerade fertiggestellten Schiffes erleidet dieser einen Beinbruch, sodass er seinen Sohn alleine ziehen lassen muss. Ziel der Reise ist, schwerbeladen mit geplünderten Schätzen von Schottland und den Hebriden zurückzukommen.

Die Mannschaft der Nameless besteht aus den unterschiedlichsten Männern, die weder die raue See noch den Kampf fürchten. Einer von ihnen ist Ragnar, ein wilder Wikinger, der Thorkell einst das Leben gerettet hat und dadurch zu seinem Blutsbruder geworden ist. Schon bald zeigt sich, dass ein Teil der Crew lieber unter dem Kommando von Ragnar stehen würde, was immer wieder zu Spannungen führt.

Als sie einem Schiff mit Pikten begegnen, kommt es zum Kampf, bei dem Harald lediglich passiver Zuseher ist. Das Morden, die Verletzungen und der Tod der ersten Schiffsmitglieder der Nameless hinterlassen einen bleibenden Eindruck bei dem Jungen. Aus der erhofften Beute wird jedoch nichts, denn die Pikten hatten lediglich Dinge geladen, die sie einem ihrer Götter auf hoher See opfern wollten. Die Wikinger lassen die Pikten, die den Kampf überlebt haben, ziehen und gehen an der nahegelegenen Küste an Land. Dass sie die Opfergaben nicht geplündert haben, wird ihnen von den Pikten hoch angerechnet und sie werden daher sogar zu einem Festmahl eingeladen. Doch der heißblütige Ragnar kann sich nicht damit abfinden, keine Beute gemacht zu haben und noch in der Nacht fällt er mit seinen Getreuen über das Schatzhaus der Gastgeber her. Aufgrund dieses Verrats kommt es neuerlich zum Kampf zwischen den Wikingern und den Pikten, bei dem Harald erstmals einen Gegner mit seinem Speer tötet und gleichzeitig schwer verletzt wird. Er erholt sich nur langsam von seinen Wunden, doch er ist hocherfreut und sehr stolz, als er von Thorkell zur Belohnung ein Wikingerschwert erhält.

Die Fahrt der Nameless geht weiter, doch sie geraten in einen Sturm und als der Schiffsmast bricht, wird Harald um Haaresbreite getötet. Die Männer müssen ununterbrochen rudern und sind völlig erschöpft, sodass an das Entern eines Handelsschiffes nicht zu denken ist und beinahe wären sie selbst geplündert worden, doch das fremde Wikingerschiff wird von Thorkells Cousin Knud befehligt und so entgehen sie dieser Gefahr gerade noch. Freundliche Fischersleute nehmen die Nameless schließlich in ihr Schlepptau und in ihrem Dorf haben die Wikinger die Gelegenheit, ihr Schiff wieder seetüchtig zu machen. Thorkell überanstrengt sich und ruiniert dabei seine Augen: Der raue Wind und der darin enthaltene Staub lassen ihn erblinden.

Mehrere Männer und weitere, die aus dem Dorf neu hinzugekommen sind, leisten ihren Eid daraufhin auf ihren neuen Anführer Ragnar, ehe die Fahrt zu den Hebriden fortgesetzt wird, wo sie mit irreführenden Lichtsignalen auf ein Riff gelockt werden und Schiffbruch erleiden. Die Mannen rund um den Iren Leire berauben und morden mit dieser Masche schon seit vielen Jahren vorbeifahrende Seemannsleute. Nicht besser ergeht es den Wikingern, die übermannt und in einen Kerker geworfen werden. Zwar gelingt Ragnar und seinen Getreuen die Flucht aus ihrem Gefängnis, aber sie kommen nicht weit und werden allesamt getötet. Thorkell und der kleine Rest an treuen Männern, die gemeinsam mit Harald im Kerker zurückgeblieben sind, werden zur Strafe ausgepeitscht. Ihre letzte Hoffnung ist ein Tunnel, der vom Kerker zum Strand führt. Mühsam gelingt es ihnen, die Pfosten zu beseitigen, die diesen Fluchtweg versperren. Der bärenstarke Aun Doorback opfert sein Leben für die übrigen Männer, indem er die herabfallende Decke stützt, ehe er selbst darunter begraben wird.

Mithilfe eines Curraghs gelingt die Flucht, doch nach und nach fordert die See ihren Tribut und von den entkräfteten Männern überlebt nur Harald hauchdünn den Kampf gegen das stürmische Meer, aus dem er von dänischen Seeleuten gerettet wird. Letztlich kehrt er zurück in das Dorf, wo er seinen verletzten Vater zurücklassen musste. Trotz all dieser Erlebnisse endet die Geschichte damit, dass Harald zusammen mit seinem Vater schon bald wieder Pläne schmiedet, erneut in See zu stechen.

Hintergrund Henry Treece betont im Vorwort zu dem Buch die Wichtigkeit der Pioniere, die häufig für später bekannt gewordene Helden mit ihren waghalsigen Unternehmungen den Weg geebnet haben und dabei so wie Thorkell und seine Crew nicht selten ihr Leben lassen mussten. Weiters weist Treece darauf hin, dass die Wikinger nicht nur auf ihre Brutalität und Kampfeslust reduziert werden sollten: Die geniale Schiffsbauweise der Wikinger beweise die Intelligenz dieses Volkes und jene Gesetze, die sich die Wikinger selbst auferlegt haben, hätten diese ohne Wenn und Aber befolgt.

Rezeption Janet Fisher schreibt in ihrer Buchrezension: „Niemand hat so gute Bücher über Wikinger geschrieben wie Henry Treece. […] Diese großartige Heldengeschichte beschreibt die Lebensart der Wikinger und ihre eingeschworene Männergemeinschaft. Den Historiker Treece faszinierten besonders die Wanderbewegungen der Menschen im Lauf der Geschichte.“

Referenzen Viking’s Dawn ist in dem literarischen Nachschlagewerk 1001 Kinder- und Jugendbücher – Lies uns, bevor Du erwachsen bist! für die Altersstufe 12+ Jahre enthalten.

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Kategorie:Jugendliteratur Kategorie:Literatur (Englisch) Kategorie:Literatur (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Wikingerzeit