mini|Bruce Onobrakpeya (2017) Bruce Obomeyoma Onobrakpeya (* 30. August 1932 in Agbarha-Otor, Delta) ist ein nigerianischer Druckgrafiker, Maler und Bildhauer. Er gilt als einer der Vordenker der nigerianischen Moderne.

Leben Onobrakpeya wuchs in Agbarha-Otor auf und studierte von 1957 bis 1961 Malerei am Nigerian College of Arts, Science and Technology in Zaria (heute Ahmadu Bello University). Im Jahr 1958 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Zaria Art Society („Zaria Rebels“), die eine „natürliche Synthese“ westlicher und nigerianischer Bildtraditionen anstrebte. 1963 wurde er Kunstlehrer am St. Gregory’s College in Lagos und illustrierte im selben Jahr die zweite Ausgabe von Chinua Achebes Roman No Longer at Ease. Zwischen 1967 und 1978 entstanden auf Anregung des katholischen Missionars Kevin Carroll zahlreiche christliche Auftragswerke, darunter die Fourteen Stations of the Cross für St. Paul’s in Lagos. Seit den späten 1980er-Jahren baute er in seiner Heimatstadt ein Kunstzentrum auf; 1998 fand der erste Harmattan Workshop in Agbarha-Otor statt. Für seine Leistungen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2017 den Nigerian National Order of Merit (NNOM).

Wirken Onobrakpeya gilt als experimenteller Erneuerer der Druckgrafik; er entwickelte Verfahren wie die tiefdruckartige „Plastograf“-Technik (1967) sowie weiterführende Formen wie plastocast-Relief und Metallfolien-Tiefätzung. Seine Bildsprache verknüpft Mythen und Zeichen der Urhobo-Kultur mit christlichen Motiven und einem postkolonialen Kontext; programmatisch zeigte dies die Serie The Mask and the Cross. In seinem Werk führte er ein eigenes Zeichen- und Schriftsystem namens „Ibiebe“ ein, eine aus ideografischen, geometrischen und geschwungenen Glyphen bestehende Schrift, die er in Druckgrafiken und Reliefs einsetzte. Seine Arbeiten wurden international ausgestellt und ausgezeichnet, darunter eine Honorable Mention bei der 44. Biennale von Venedig (1990). Im Jahr 2023 zeigte das High Museum of Art in Atlanta seine erste museale Einzelausstellung in den Vereinigten Staaten. 2024/2025 übernahm das Smithsonian National Museum of African Art in Washington, D.C. die Schau. Die jüngsten US-Präsentationen 2023 in Atlanta und 2024/2025 in Washington, D.C. würdigten sein Lebenswerk und seine Relektüre christlicher Ikonografie als wegweisend.

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