Uzo Egonu (* 25. Dezember 1931 in Onitsha; † 14. August 1996 in London) war ein nigerianischer Künstler. Seine Bildsprache verband Impulse der europäischen Moderne mit Motiven und Formkonzepten seiner Igbo-Herkunft zu einer charakteristisch geometrischen, farbintensiven Abstraktion. Im Jahr 2025 schloss die Tate-Modern-Ausstellung Nigerian Modernism: Art and Independence mit einem Egonu gewidmeten Schlussraum, der seine Bedeutung im Kontext nigerianischer und diasporischer Moderne hervorhob.

Leben Egonu wurde am 25. Dezember 1931 geboren. Er stammte aus Onitsha in Nigeria und kam 1945 im Alter von 14 Jahren ins Vereinigte Königreich. Von 1949 bis 1952 studierte er Fine Art, Design und Typografie an der Camberwell School of Arts and Crafts in London. In den 1950er-Jahren reiste er ausgedehnt durch Europa, kehrte 1954 nach London zurück und wurde dort mehrere Jahre von einem privaten Mäzen unterstützt. In den 1970er-Jahren kehrte er nur ein einziges Mal für zwei Tage nach Nigeria zurück. Ende der 1970er-Jahre setzte er sich in der Rainbow Art Group ein, einem Zusammenschluss von in London lebenden Künstlerinnen und Künstlern aus Minderheiten. Er starb am 14. August 1996 in London.

Wirken Aus dem Spannungsfeld von europäischer Moderne und Igbo-Ikonografie entwickelte Egonu eine eigenständige Bildsprache, die durch kräftige Farbflächen, klare Segmentierung und geometrische Reduktion gekennzeichnet ist. Wiederkehrende Themen waren urbane Topografien und Londoner Szenen; zu seinen Darstellungen gehört etwa der Piccadilly Circus, dessen beengte, von Bussen und Figuren bevölkerte Räume er in eine nervöse, geometrisch gefasste Moderne überführte. Im Jahr 1977 war er mit Werken im Rahmen des nigerianischen Kulturfestivals FESTAC ’77 vertreten, für das Arbeiten aus London nach Lagos gesandt wurden. 1989 wurde sein Werk in der Hayward Gallery in der wegweisenden Ausstellung The Other Story: Afro-Asian Artists in Post-War Britain gezeigt, in der sein Gemälde The Arts vorgestellt wurde. 1997/1998 war er Teil der transatlantischen Überblicksschau Transforming the Crown: African, Asian and Caribbean Artists in Britain, 1966–1996 an drei Institutionen in New York. 2015/2016 war sein Werk Bestandteil der Ausstellung No Colour Bar: Black British Art in Action 1960–1990 in der Guildhall Art Gallery in London. Zuletzt zeigten Institutionen im Vereinigten Königreich neue Präsentationen seiner Druckgrafik, darunter eine umfangreiche Schau im Museum of the Home als eine der größten Egonu-Präsentationen der letzten zwanzig Jahre.

Einzelnachweise

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