Rosemarie Lierke, geborene Rosemarie Lindner (* Dezember 1934 in Berlin), ist eine deutsche Glaskünstlerin und Forscherin auf dem Gebiet der Geschichte und Technik der Glasherstellung.

Leben Nach dem Abitur 1953 in Schnepfenthal/Thüringen studierte sie von 1953 bis 1960 Mathematik in Berlin und Köln. Von 1962 bis 1967 war sie wissenschaftliche Angestellte an der TH Aachen und beim Aufbau einer Dokumentationszentrale für Ultraschall tätig. Daneben begann sie sich mit Emaillieren zu beschäftigen. 1967 ging sie mit ihrem Ehemann, dem Physikers Ernst-Günter Lierke (* 1935), nach Toledo (Ohio). Hier kam sie mit der amerikanischen Studioglasbewegung in Kontakt und begann mit der Anfertigung von Glasarbeiten. Diese setzt sie nach ihrer Rückkehr nach Deutschland 1970 fort. Von 1975 bis 1979 war sie als Mathematiklehrerin am Gymnasium in Sulzbach (Taunus) tätig. 1977 bis 1987 arbeitete sie in ihrer Glasbläser-Werkstatt in Schwalbach am Taunus. 1987/88 ging sie erneut mit ihrem Ehemann in die USA nach Pasadena (Kalifornien). Sie löste ihre Werkstatt auf und intensiviert ihre wissenschaftlichen Forschungen auf dem Gebiet der antiken Glastechnologie.Siehe

Ausgehend von ihrer praktischen Arbeit mit Glas und der Untersuchung von antiken und mittelalterlichen Gläsern legte sie neue Überlegungen zur Herstellung von Gläsern, insbesondere Kameogläser, Diatretgläsern und Hedwigsgläsern, vor. Diese sind in der Wissenschaft stark diskutiert und umstritten.Siehe die aufgeführten Rezensionen.

Zu ihrem 90. Geburtstag fand von Januar bis August 2025 eine Ausstellung ihrer Werke im Glasmuseum Bad Driburg statt.

Werke in Museen Zylindervase mit Emaildekor (1979), Düsseldorf, Museum Kunstpalast Inv. P 1979-5 Vase, Düsseldorf, Museum Kunstpalast Inv. Gl 2006-208 Vase Maigelein, Düsseldorf, Museum Kunstpalast Inv. Gl 2006-209 Vase (1979), Toledo Museum of Art Inv. 1980.1014

Schriften (Auswahl) Antike Glastöpferei. Ein vergessenes Kapitel der Glasgeschichte. Mit Beiträgen von Matthias R. Lindig, Albrecht Locher, Hans Mommsen, Beat Rütti, Barbara Schlick-Nolte, Erika Simon, Cornelius Steckner, Eva Marianne Stern und Carina Weiß. Philipp von Zabern, Mainz 1999, ISBN 3-8053-2442-1; Birgitta Hoffmann, Journal of Roman Archaeology 17, 2004, S. 621–630 (sehr negative Rezension, die Laien ausdrücklich von der Lektüre dieses Buches abrät); Erwin M. Ruprechtsberger, Archaeologia Austriaca 84/85, 2000/2001, S. 417; David Whitehouse, The Antiquaries Journal 81, 2001, S. 486–487. Die Hedwigsbecher. Das normannisch-sizilische Erbe der staufischen Kaiser. Mit einem Beitrag von Rudolf Distelberger. Verlag Franz Philipp Rutzen, Ruhpolding/Mainz 2005, ISBN 3-938646-04-7Rezensionen: Jens Kröger, Germania 85, 2007, S. 479–482 (Digitalisat); Hannes Möhring, KunstbuchAnzeiger.de; Katharina Siefert, Journal für Kunstgeschichte 10, 2006, S. 249–252 (Digitalisat). Die nicht-geblasenen antiken Glasgefäße – ihre Herstellung von den Anfängen bis zu den Luxusgläsern der Römer. Deutsche Glastechnische Gesellschaft, Offenbach, Main 2009, ISBN 978-3-921089-48-4Rezension: Sylvia Fünfschilling: Jahrbuch Archäologie Schweiz 93, 2010, S. 299–300 (Digitalisat bei infoclio.clio-online.net). Siehe Ein wichtiges Buch: Lierke, Die nicht-geblasenen antiken Glasgefäße. 2009 auf pressglas-korrespondenz.de.

Literatur Helmut Ricke: Neues Glas in Deutschland. Düsseldorf 1983, S. 73, 174 ff. Eva Schmitt: Rosemarie Lierke. Craquelé-Gläser in Lampenarbeit 1978–1987. Waldkircher Verlagsgesellschaft, Waldkirch 1991. Helmut Ricke: Zum 80. Geburtstag von Rosemarie Lierke In: Der Glasfreund. Heft 53, 2014, S. 38 (Digitalisat bei pressglas-korrespondenz.de).

Weblinks

Schriften bei academia.edu

Einzelnachweise

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