Louis François Joseph Alhoy (* 7. November 1756 in Aire-sur-la-Lys; † 3. Juni 1826 in Paris)Paris, État civil reconstitué, vue 27/51. . war ein französischer Pädagoge, Administrator und Dichter des 19. Jahrhunderts. Nach seiner Ausbildung ging er in die Hauptstadt und tat sich durch verschiedene Aktionen zugunsten der Ausbildung im Institut national des jeunes sourds de Paris, das er 3 Jahre lang von 1797 bis 1799 leitete. Alhoy verfasste auch einige Schriften, darunter zwei poetische Werke.

Leben Alhoy war der Sohn des Apothekers Laurent Louis Alhoy und dessen Frau Marie Madeleine (geborene Ledez). Seine Ausbildung absolvierte er in der Kongregation vom Oratorium des heiligen Philipp Neri, trat jedoch nicht in den Orden ein.M. Prevost: Alhoy (Louis François Joseph). In: Dictionnaire de biographie française. Band 1: Aage–Alicot. Letouzey et Ané, Paris 1932.

Als Schatzmeister des Gehörloseninstituts von Paris musste er sich 1792 vor dem Wohlfahrtsausschuss des Departements rechtfertigen: Er wurde beschuldigt, Wein und Wertgegenstände an den Erzbischof von Paris weitergegeben und als Vermittler für ihn gedient zu haben. Er rechtfertigte sich recht problemlos gegen diese Verdächtigungen.

Im Jahr 1800 war Alhoy bei der Gründung eines der fünf Mitglieder der Verwaltungskommission der Pariser Hospize und blieb dies bis 1815. In dieser Funktion beaufsichtigte er mehrere Einrichtungen, sowohl Krankenhäuser als auch Hospize für Bedürftige.Nicolas-Marie Clavareau: Mémoire sur les hôpitaux civils de Paris. Prault, Paris 1805, S. 31–33 (französisch, gallica.bnf.fr). Diese Funktion inspirierte ihn zu einem Gedicht mit dem Titel Les Hospices de Paris, das aus 4 Liedern bestehen sollte, von denen jedoch nur eines im Jahr 1804 veröffentlicht wurde.Louis Gabriel Michaud: Alhoy (Louis). In: Biographie universelle ancienne et moderne. Band 1, Paris 1843, S. 466 (französisch, gallica.bnf.fr). Im Jahr 1826 schuf er ein Werk, dass das Thema aufgriff und überarbeitete.

Im Jahr 1801 war er Auditor von Jean-Baptiste de Lamarck am Nationalmuseum für Naturgeschichte.

Wahrscheinlich durch den Beruf seines Vaters inspiriert, war er einer der Befürworter von Impfungen und versuchte ein für die damalige Zeit gewagtes Experiment: Er legte geimpfte Kinder in die Betten infizierter Kinder und zog ihnen dieselbe Kleidung an, um die Wirksamkeit der Praxis zu beweisen und die Ergebnisse zu überwachen. Der Versuch endete glücklich, sowohl für ihn als auch für die betroffenen Kinder. Aufgrund dieser Erfahrung als Verwalter berichtete er in seinem Werk von 1826 auch über den Versuch eines Arztes, einen an Tollwut erkrankten Patienten zu behandeln, indem er ihn dreimal in die Seine tauchte.Michel Caire: Soigner les fous: Histoire des traitements médicaux en psychiatrie. Collection Histoire des sciences, Paris 2019, Nouveau monde éditions (französisch).

1824 kehrte er, nachdem er seine letzte Lehrtätigkeit aufgegeben hatte, nach Paris zurück, wo er mit der gemeinsamen Tochter seiner Frau Marie (geborene Metoyen) Rosa Henriette Alho lebte.

Pädagogik Alhoy arbeitete als Professor und lehrte Geisteswissenschaften an verschiedenen Hochschulen.

Am 28. April 1792 wurde er zum Assistenzprofessor bzw. -lehrerAlhoy, Louis François Joseph (1760–1826), administrateur et poète des hôpitaux. (französisch, textesrares.com). und Schatzmeister am Institut für Gehörlose in Paris ernannt, dass auch blinde Kinder aufnahm. Im Jahr 1794 ernannte der Ausschuss für öffentliche Bildung des Nationalkonvent Alhoy zu einem von acht Angestellten des «Bibliographiebüros».

Im Jahr 1797 folgte er Abbé Sicard, der zum 18. Fructidor-Jahr V (4. September 1797) geächtet wurde. Er übte die Funktion e Jahre lang aus. Abbé Sicard erlangte seine Position nach dem 18. Brumaire (9. November 1799) wieder.

Als Direktor führte er ein Projekt von Sicard aus: Jungen und Mädchen in getrennten Gebäuden unterzubringen.Théophile Denis: Notice sur l'Institution nationale des sourds-muets de Paris depuis son origine jusqu’à nos jours (1760–1896). Paris 1896, S. 20 (französisch, gallica.bnf.fr). In dieser Position richtete er auch eine Petition an den Rat der Fünfhundert, „mit der Absicht, ein einfaches und leichtes Mittel zu finden, um die Existenz dieser Schule zu sichern und andere zu erhalten und zu gründen“. Er befürwortete die Finanzierung dieser Einrichtungen durch einen bescheidenen Betrag, der von den beiden Zeugen zu entrichten wäre, die gesetzlich bei jeder Geburt zur Feststellung des Personenstands vorgeschrieben sind. Der Abgeordnete Ménard-Lagroye verfasste im Auftrag der mit der Prüfung der Petition beauftragten Sonderkommission (Ménard-Lagroye, Pierre-Claude Daunou, Jacques Antoine Creuzé-Latouche) einen Bericht. Der Bericht befürwortete den Vorschlag von Alhoy und unterbreitete einen entsprechenden Resolutionsentwurf. Dieser wurde dem Rat in der Sitzung vom 13. Vendémiaire-Jahr VIII (5. Oktober 1799) vorgelegt. Einen Monat später wurde der Rat nach dem Staatsstreich des 18. Brumaire VIII durch Napoleon Bonaparte aufgelöst und die Petition blieb unbeantwortet.

Alhoy hatte den Auftrag, um 1810–1812 ein College zu eröffnen. Die Gemeinde Saint-Germain-en-Laye unterstützte ihn finanziell, der Präfekt von Seine-et-Oise gab seine Zustimmung und ein kaiserlicher Erlass vom 17. September 1812 formalisierte eine Stiftung, deren Organisation vom Grand-Maître de l’Université de France bestimmt wurde. Alhoy arbeitete dort als Direktor des städtischen Colleges von Saint-Germain-en Laye. Ohne wirklich überzeugende Ergebnisse musste er nach 2 Jahren aufgeben und das College wurde 1814 bei der ersten Restauration abgeschafft.

Da er dann arbeitslos war, wandte er sich an die Direktoren des von den Oratorianern geleiteten Colleges in Vendôme, um sich dort eingliedern zu lassen. Dort unterrichtete er bis 1824 Belletristik, musste aber schließlich kündigen, weil er sich weigerte, die religiösen Übungen durchzuführen, denen man ihnen unterziehen wollte.Bulletin de la Société archéologique, scientifique et littéraire du Vendômois. 1909, S. 327 (französisch, gallica.bnf.fr).

Werke Pétition an den Rat der Fünfhundert gerichtet, mit dem Ziel, den Fortbestand der Schule für Gehörlose zu sichern und weitere zu gründen, veröffentlicht im Jahr 1800. De l’éducation des sourds-muets de naissance, considérée dans ses rapports avec l’idéologie et la grammaire. 1800 (Broschüre basierend auf der Rede, die anlässlich der Eröffnung des Instituts für Taubstumme am 15. Brumaire VIII [6. November 1799] gehalten wurde). Les Hospices, poème. Paris 1804 (Text und Autor werden in einer Geschichte französischer Poesie erwähnt). Promenades poétiques dans les hospices et hôpitaux de Paris. Trouvé, Paris 1826 (babel.hathitrust.org).

Literatur M. Prevost: Alhoy (Louis François Joseph). In: Dictionnaire de biographie française. Band 1, Letouzey et Ané, Paris 1932. Louis Gabriel Michaud: Alhoy (Louis). In: Biographie universelle ancienne et moderne. Band 1, Paris 1843, S. 466 (französisch, gallica.bnf.fr).

Einzelnachweise

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