Barbara Kimenye (* 19. Dezember 1929 in Halifax; † 12. August 2012 in London) war eine britische Schriftstellerin. Sie gilt als eine der populärsten und meistgelesenen Kinder- und Jugendbuchautorinnen Ostafrikas. Ihre bekannteste Reihe ist Moses über einen schelmischen Internatsschüler. Insgesamt veröffentlichte sie mehr als 50 Titel, die als Schullektüre in Ostafrika weite Verbreitung fanden.

Leben Kimenye wurde als Barbara Clarke Holdsworth in Halifax als Tochter eines westindischen Arztes und einer englischen katholischen Mutter geboren. Sie besuchte die Keighley Girls’ Grammar School und ging anschließend nach London, um eine Ausbildung zur Krankenschwester zu absolvieren. In London heiratete sie William („Bill“) Kimenye aus Bukoba (damals Tanganjika), den Sohn eines lokalen Chiefs, und zog Mitte der 1950er-Jahre dorthin. Nach der Trennung zog sie mit ihrem kleinen Sohn nach Kampala in Uganda, wo sie zahlreiche Bekannte aus ihrer Londoner Zeit wiedertraf. Dort arbeitete sie unter anderem als Privatsekretärin des Kabaka von Buganda, Mutesa II., sowie als Journalistin für die Uganda Nation und als Kampala-Korrespondentin der kenianischen Daily Nation. Im Jahr 1965 wechselte sie nach Nairobi und arbeitete weiter journalistisch, etwa für die Daily Nation und The East African Standard. 1975 kehrte sie ins Vereinigte Königreich zurück und war in London als Race Relations Adviser beim Brent Council tätig. 1986 zog sie nach Uganda zurück, lebte dort drei Jahre und zog 1989 wieder nach Kenia. 1998 ließ sie sich endgültig in London nieder. Ihr Sohn Christopher starb 2005. Bei ihrem Tod hinterließ sie einen Sohn und eine Enkelin.

Wirken Bereits in Kampala begann Kimenye mit dem Schreiben; 1965 erschien bei Oxford University Press der Erzählband Kalasanda, 1966 folgte Kalasanda Revisited. In Nairobi setzte sie zugleich ihre journalistische Arbeit fort. Ihr literarisches Hauptwerk ist die zwischen 1968 und 1987 veröffentlichte Moses-Reihe, welche die Streiche eines Schülers am fiktiven „Mukibi’s Educational Institute for the Sons of African Gentlemen“ schildert. Die Figuren und der Ton der Reihe prägten Generationen einer ostafrikanischen Leserschaft. Im ersten Band Moses wechselt der fünfzehnjährige Moses Kibaya an das Internat, wo seine Probleme beginnen. Kimenyes Bücher waren und sind in ostafrikanischen Schulen als Lektüre weit verbreitet. Nach Kimenyes Tod erschienen Neuauflagen und Übersetzungen, darunter Kiswahili-Ausgaben wie Musa bei Oxford University Press East Africa. Als Übersetzer der Kiswahili-Ausgaben wird Enock Matundura genannt. Im Jahr 2013 legte OUP East Africa mehrere Bände, etwa Moses in a Muddle, in überarbeiteten Ausgaben neu auf.

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