Rabai al-Madhoun (; * 1945 in al-Madschdal) ist ein palästinensisch-britischer Schriftsteller und Journalist. Für seinen Roman Destinies: Concerto of the Holocaust and the Nakba erhielt er 2016 den International Prize for Arabic Fiction und war damit der erste palästinensische Preisträger.
Leben Al-Madhoun stammt aus al-Madschdal (heute Aschkelon) im Süden des damaligen Völkerbundsmandat für Palästina. Im Jahr 1948 floh seine Familie nach Chan Yunis im Gazastreifen. Er studierte in Kairo und Alexandria, wurde aber 1970 wegen politischer Betätigungen aus Ägypten ausgewiesen. Zu jener Zeit gehörte er der Demokratischen Front zur Befreiung Palästinas an. Seit den 1970er-Jahren arbeitet er als Journalist und schrieb unter anderem für al-Quds al-Arabi, al-Hayat und Asharq Al-Awsat. Sein beruflicher Lebensmittelpunkt liegt seit vielen Jahren in London.
Wirken Zu al-Madhouns frühen Arbeiten zählen der Erzählungsband Ablah Khan Yunis (1977) und die autobiografische Prosa Taʿm al-Furāq (2001). Mit dem Roman The Lady from Tel Aviv (2009) erlangte er internationale Aufmerksamkeit; das Buch stand 2010 auf der Shortlist der International Prize for Arabic Fiction. Die englische Übersetzung von Elliott Colla wurde mit einem English PEN Writers in Translation-Award ausgezeichnet. Destinies: Concerto of the Holocaust and the Nakba (2015) ist formal in vier „Sätze“ gegliedert und setzt Motive und Figuren aus The Lady from Tel Aviv fort. Für Destinies erhielt al-Madhoun 2016 den International Prize for Arabic Fiction. Die englische Übersetzung von Paul Starkey erschien 2018 unter dem Titel Fractured Destinies.
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