Łupawsko (deutsch Lupowske, ab 29. Dezember 1937 Grünenwalde) ist ein Dorf im Verwaltungsbezirk Gmina Czarna Dąbrówka im Powiat Bytowski in der polnischen Woiwodschaft Pommern.
Geographische Lage Das Dorf liegt im östlichen Hinterpommern, am Jassener See (poln. Jezioro Jasień), etwa 13 Kilometer nordnordöstlich von Bytów, acht Kilometer nordnordöstlich des Kirchdorfs Pomysk Wielki und drei Kilometer südwestlich des Kirchdorfs Jasień am gegenüberliegenden Ufer des Sees.
Zwei Kilometer westsüdwestlich des Dorfkerns liegt an einem Ausfluss des Großen Schottow-Sees die Ortschaft Lipieniec.
Geschichte mini|Boot-Anlegestelle am Jassener See (2005) Im Jahr 1310 gab Markgraf Waldemar dem Kloster Oliva das Dorf Pomisco (Groß und Klein Pomeiske) mit 70 Hufen und allen Seen im Zubehör, insbesondere mit dem See Lupansko (Lupowske, später Jassener See), halben Obrowe (Wobberow) und einem Zug im Scotansko (Schottow) mit Lypeniza (Liebgen, früher Libienz), mit Heide, Jagden, Waldhonig; diese Schenkung bestätigte 1374 der pommersche Herzog Kasimir.Johann Ludwig Quandt: Pommerns Ostgränzen, in: Baltische Studien, S. 207–223, insbesondere S. 220 (Google Books). Auf der Lubinschen Karte von 1618 ist das Dorf unter dem Namen Thom Lupafsken verzeichnet, der Jassener See, an dem es liegt, als Lupofke Lacus. Um 1628, als der Ort Grunenwalde genannt wurde, gehörte er zum fürstlichen Domänenamt Butaw.Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 259, Nr. 146 (Google Books).
Zur Zeit der kurbrandenburgischen Besitzergreifung des Landes Butaw am 18. Juni 1658 hatte Lupowske einen Schulzen, vier Bauern und einen Schützen (Jäger), der im Wald bei Lipinetze (Libienz oder Liebgen) am Ausfluss des Schottow-Sees wohnte, zugleich Holzwärter war und über Fischereirechte für den Hechtfang verfügte. Der Schulze und die vier Bauern besaßen zusammen vier Kühe, vier Ochsen und zwei Pferde.Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, E. J. Dalkowski, Königsberg 1858, Band 1: Die Geschichte, Anhang S. 28, Nr. 10 (Google Books), und Anhang S. 33, Nr. 10 und Nr. 11 (Google Books). Um 1782 hatte Lupowske einen Freischulzen, vier Bauern und einen Krüger.
Um die Mitte des 19. Jahrhunderts sprachen in Lupowske fast alle Einwohner kaschubisch.Alexander Hilferding: Die Ueberreste der Slaven auf der Südküste des baltischen Meeres, in: Zeitschrift für slavische Literatur, Kunst und Wissenschaft, Band I, 2. Heft, Bautzen, 1862, S. 81–97, insbesondere S. 97 (Google Books).
Am 25. Juni 1881 wurde in Lupowske eine Postagentur eröffnet, die eine Filiale des Postamts in Damerkow war.Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Cöslin, Stück 26, Cöslin, 30. Juni 1881, S. 146, Bekanntmachung 250 (Google Books).
Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 868,3 Hektar großen Gemarkung der Landgemeinde Lupowske 38 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 29 Pferde, 86 Stück Rindvieh, 33 Schafe und 109 Stück Borstenvieh hielten.Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 4: Provinz Pommern, Berlin 1915, 2. Regierungsbezirk Köslin, 27. Kreis Bütow, S. 138–139, Ziffer 27 (Google Books).
Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Dampen eine Flächengröße von 8,7 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen insgesamt 34 bewohnte Wohnhäuser an sieben verschiedenen Wohnplätzen:
Um 1935 hatte Lupowske unter anderem einen Gasthof und eine Mühle.Klockhausʼ Kaufmännisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 1069 (Google Books).
Am 29. Dezember 1937 wurde die Gemeinde Lupowske in Grünenwalde umbenannt.Amtsbezirk Pomeiske (Territorial.de)
Bis 1945 bildete Grünenwalde eine Landgemeinde im Landkreis Bütow im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Grünenwalde war dem Amtsbezirk Pomeiske zugeordnet. Das Standesamt befand sich in Jassow.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Region im März 1945 durch die Roten Armee besetzt. Nach Kriegsende wurde Grünenwalde zusammen mit ganz Hinterpommern von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. In der darauf folgenden Zeit wanderten Polen zu, und die allermeisten Dorfbewohner wurden von der polnischen Administration aus Grünenwalde vertrieben. Der Ortsname wurde zu „Łupawsko“ polonisiert.
Demographie + Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1782 – Dorf, mit einem Freischulzen, vier Bauern, einen Krüger und sechs Feuerstellen (Haushaltungen), zum königlichen Domänenamt Bütow gehörig, eingepfarrt zu JassenLudwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1056, Nr. (16) (Google Books). 1818 35 Dorf, königliche Besitzung, zum Kirchspiel Groß Pomeiske gehörigAlexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 3: Kr–0, Halle 1822, S. 150, Ziffer 3696 (Google Books). 1825 70 Dorf am See gleichen Namens, mit den Büdnerwohnungen Libienz, Schluppe und Woberow sowie der Försterei JasseweFriedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1827, S. 286, Ziffer 13 (Google Books). 1846 197 DorfBütower Kreisblatt, No. 3, Bütow, 17. Januar 1849, S. 11–12, Einwohner-Tabelle, Ziffer 25 (bibliotekacyfrowa.eu, PDF) 1852 206 DorfTopographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 371 (Google Books). 1855 215 am Jahresende, davon 189 Evangelische und 26 KatholikenHermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises, Bütow 1858, Anhang, Beilage 1, Ziffer 37 (Google Books).1864 262 am 3. Dezember, GemeindebezirkKönigliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin, 2. Kreis Bütow, Berlin 1966, S. 2–9, Ziffer 29 (Google Books). 1867 258 am 3. Dezember, Landgemeinde 1871 263 am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 256 Evangelische, fünf Katholiken und zwei JudenKönigl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, Regierungsbezirk Köslin, XII. Kreis Bütow, S. 174–175, Ziffer 17 (Google Books). 1885 206 am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 203 Evangelische und drei KatholikenKönigliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen, IV. Provinz Pommern, Berlin 1888, Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 190–191, Ziffer 27 (Google Books). 1895 219 am 2. Dezember, Landgemeinde, davon 204 Evangelische und 15 KatholikenKönigliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen. Band IV: Provinz Pommern, Berlin 1898, 2. Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 196–197, Ziffer 27 (Google Books). 1905 236 am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 207 Evangelische (205 mit deutscher Muttersprache, zwei mit einer anderen Sprache) und 29 Katholiken (drei mit deutscher und 26 mit polnischer Muttersprache)Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon für die Provinz Pommern. Auf Grund von Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen. Berlin 1908, 4. Kreis Bütow, S. 18–19, Ziffer 27 (pbc.gda.pl). 1910 246 am 1. DezemberLupowske, Dorf, am Jassener See, Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Lupowske (meyersgaz.org). 1925 275 Landgemeinde, in 54 Haushaltungen, sämtlich EvangelischeDie Gemeinde Lupowske im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011) 1933 259 1939 226
Kirche Kirchspiel bis 1945 In Grünenwalde waren die Einwohner mit seltenen Ausnahmen Evangelische. Das evangelische Kirchspiel war in Groß Promeiske.
Das katholische Kirchspiel war in Bütow.
Polnisches Kirchspiel seit 1945 Die seit 1945 und Vertreibung der einheimischen Dorfbewohner anwesende polnische Einwohnerschaft gehört mit seltenen Ausnahmen der Römisch-katholischen Kirche in Polen an.
Das polnische evangelische Kirchspiel ist in Bütow.
Literatur Lupowske, Dorf, am Jassener See, Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Lupowske (meyersgaz.org). Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1056, Nr. (16) (Google Books).
Weblinks
Amtsbezirk Pomeiske (Territorial.de) Die Gemeinde Lupowske im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011) Historische Ortsbeschreibungen Kreis Bütow: Lupowske (buetow-pommern.info)
Fußnoten
Kategorie:Ort in Pommern Kategorie:Ort der Woiwodschaft Pommern Kategorie:Gmina Czarna Dąbrówka