Henry Crozier Keating Plummer (* 24. Oktober 1875 in Oxford; † 30. September 1946 ebenda) war ein englischer Astronom und Mathematiker.
Leben Henry Crozier Keating Plummer wurde am 24. Oktober 1875 als ältester Sohn von William Edward Plummer, Assistent an der Sternwarte der Oxford-Universität, und dessen Frau Sarah Crozier in Oxford geboren. Er studierte Mathematik und Physik am Hertford College. 1899 ging er für ein Jahr als Mathematikdozent an Owen’s College der Victoria University of Manchester, arbeitete anschließend als Experimentator am Clarendon Laboratory der Oxford-Universität und wurde ein weiteres Jahr später unter Herbert H. Turner zum Assistenten des Universitätsobservatoriums ernannt. Er blieb dort bis 1912, unterbrochen nur durch einen einjährigen Aufenthalt am Lick-Observatorium 1907, wo er sich mit spektroskopischen Methoden vertraut machte. Seine astronomischen Arbeitsgebiete umfassten eine Mitarbeit am Astrographic Catalogue, Kometenbahnen und der Einfluss des Strahlungsdrucks der Sonne und die Sternverteilung in Kugelsternhaufen, für die er eine polytrope Zustandsgleichung mit Exponent 1,2 fand und ein mittleres Gravitationspotential einführte, das heute sogenannte Plummer-Potential. Letzteres führte für viele Sternhaufen zu einem konsistenten Modell, allerdings gab es auch Ausnahmen, so fand Plummer bei Messier 3 eine im Zentrum höhere Massenkonzentration als das polytrope Modell vorhersagt.
1912 verließ Plummer Oxford und trat die Nachfolge von Edmund Taylor Whittaker am Trinitiy College in Dublin an. Er leitete auch das dortige Dunsink Observatorium, das allerdings nicht mehr über eine zeitgemäße instrumentelle Ausstattung verfügte. Wichtige Arbeiten aus dieser Zeit betreffen veränderliche Sterne. Er wies beim Cepheiden Zeta Geminorum nach, dass die beobachteten Dopplerverschiebungen nicht durch die Keplerellipsen eines Doppelsternsystem zu erklären sind und brachte die Theorie pulsationsveränderlicher Sterne auf. Es kam zu einer Reihe von Veröffentlichungen, zum Teil zusammen mit seinem Assistenten Charles Martin, über veränderliche Sterne, insbesondere über RR-Lyrae-Sterne.
Unzufrieden mit der Ausstattung am Dunsink Observatorium kehrte er nach England zurück und lehrte Mathematik an der Royal Military Academy in Woolwich. Eine weitere Gelegenheit für eine astronomische Anstellung bot sich ihm nicht mehr, er hatte aber noch einige astronomische Veröffentlichungen. Er blieb in der Royal Astronomical Society aktiv, er war Vizepräsident im Jahr 1936/37, von 1939 bis 1941 ihr Präsident und im nachfolgenden Jahr noch einmal Vizepräsident. Ab 1939 befasste er sich mit der Herausgabe von Newtons Schriften, eine Arbeit, die er unter Kriegsbedingungen nicht mehr vollenden konnte.
1924 heiratete Plummer Beatrice Howard, die Ehe blieb kinderlos. Nach Erreichen seines Ruhestandes zog das Paar von Woolwich nach Oxford zurück, wo sie ihren Lebensabend verbrachten. Beatrice starb im Frühjahr 1946, am 30. September desselben Jahres starb auch Henry Plummer im Alter von 70 Jahren.
Bücher Plummer ist Verfasser folgender Bücher:
Ehrungen Am 8. Dezember 1899 wurde Henry Plummer zum Mitglied der Royal Astronomical Society gewählt. Am 13. Mai 1920 wurde Plummer zum Mitglied der Royal Society ernannt. Von 1939 bis 1941 folgte er Harold Spencer Jones als Präsident der Royal Astronomical Society. Im Jahre 1970 benannte die Internationale Astronomische Union den Mondkrater Plummer offiziell nach Henry Crozier Keating Plummer.
Einzelnachweise
Kategorie:Astronom (19. Jahrhundert) Kategorie:Astronom (20. Jahrhundert) Kategorie:Engländer Kategorie:Brite Kategorie:Person als Namensgeber für einen Mondkrater Kategorie:Geboren 1875 Kategorie:Gestorben 1946 Kategorie:Mitglied der Royal Astronomical Society Kategorie:Mitglied der Royal Society Kategorie:Mann