Monika Nöcker-Ribaupierre (geb. 1940) ist eine deutsche Musiktherapeutin, die sich auf die Anwendung und Erforschung von Musiktherapie bei frühgeborenen Kindern in der Neonatologie spezialisiert hat.
Leben und Werk Nöcker-Ribaupierre absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Diplom-Kapellmeisterin und begann dann ein Studium der Musiktherapie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, welches sie 1988 mit dem Diplom abschloss. Ihre praktischen Erfahrungen für ihren späteren Forschungsschwerpunkt sammelte sie als Musiktherapeutin auf der neonatologischen Intensivstation im Kinderspital der Ludwig-Maximilians-Universität München. Im Jahr 1994 promovierte sie zum Dr. sc. mus. an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg zu dem von ihr entwickelten psychotherapeutisch orientieren Ansatz der Förderung von Frühgeborenen durch auditive Stimulation.Monika Nöcker-Ribaupierre: Auditive Stimulation bei Frühgeborenen. Dissertation Hamburg 1994. Der Ansatz beruht auf dem Gedanken der Verknüpfung von prä- und postnataler Erfahrung durch die Stimme der Mutter, die eine Nachreifung des frühgeborenen Kindes fördert. Kann die Mutter nicht selbst beim Kind sein, wird die Stimme der Mutter über Lautsprecher im Inkubator übertragen, um den frühgeborenen Kindern Sicherheit und Bindung zu vermitteln. Diese Methode unterstützt nachweislich die neurologische und emotionale Entwicklung des Frühgeborenen. Zu ihren zentralen Anliegen zählt daneben die enge psychosoziale Betreuung von Eltern als Krisenintervention während der stationären Behandlung ihrer Kinder.Kurzbiografie in Jahrbuch Musiktherapie Band 2, Reichert, Wiesbaden 2006. S. 217.Thomas Stegemann, Sandra Lutz Hochreutener, Hans Ulrich Schmit (Hrsg.): Literaturkompass Musiktherapie. Eine Reise durch Praxis, Theorie und Forschung mit 101 Büchern. Psychosozial, Gießen 2023. ISBN 978-3-8379-3156-3. S. 114 262.
Sie gilt als Pionierin der Musiktherapie in der Neonatologie. Sie setzte sich international für die wissenschaftliche Fundierung und die Vernetzung im Bereich der Musiktherapie in der Neonatologie ein und ist Mitbegründerin und Ehrenmitglied des deutschsprachigen „Fachkreises Musiktherapie Neonatologie“. Ihr Buch Hören – Brücke ins Leben fand Aufnahme in den LIteraturkompass Musiktherapie.
Im Jahr 1995 gründete sie, gemeinsam mit Tonius Timmermann, eine berufsbegleitende Weiterbildung zur Musiktherapie BWM am Freien Musikzentrum München und blieb dort bis 2006, teilweise in leitender Funktion, als Dozentin tätig.Institut für Musiktherapie am Freien Musikzentrum München. Abgerufen am 16. Juli 2026.Monika Nöcker-Ribaupierre, Tonius Timmermann: Berufsbegleitende Weiterbildung Musiktherapie am Freien Musikzentrum München. In: Musiktherapeutische Umschau. Band 17, Nr. 4, 1996, ISSN 0172-5505, S. 338–344.
Berufspolitisch war Nöcker-Ribaupierre national und international engagiert: Sie war Mitglied der International Society Music in Medicine (ISSM), Security General der European Music Therapy Confederation (EMTC) sowie Mitglied der Commission on Education and Training of Music Therapy der World Federation of Music Therapy (WFMT). Die Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft verlieh ihr 2011 die Ehrenmitgliedschaft für ihre Verdienste im Wissenschaftlichen Beirat der Gesellschaft.
Publikationen (Auswahl) Autorschaft Auditive Stimulation nach Frühgeburt. Ein Beitrag zur Musiktherapie. (= Heidelberger Schriften zur Musiktherapie, Band 7), Elsevier, München 2000, ISBN 978-3-437-11637-7 (Zugl. Diss. Hamburg 1995). Mit Marie Luise Zimmer: Förderung früh geborener Kinder mit Musik und Stimme. Reinhardt, München 2004, ISBN 978-3-497-01721-8.
Herausgeberschaft Music therapy for premature and newborn infants. Barcelona Publishers, Philadelphia 2019. ISBN 978-1-891278-20-4. Musik in Therapie und Medizin. 25. Musiktherapie Tagung am Freien Musikzentrum München e. V. Reichert, Wiesbaden 2018. ISBN 978-3-95490-300-9. Oir, despertar a la vida. Kier, Buenos Aires 2016. ISBN 978-9-5017-1289-6. Hören – Brücke ins Leben. Musiktherapie mit früh- und neugeborenen Kindern. Forschung und klinische Praxis. Reichert, Wiesbaden 2012. ISBN 978-3-89500-869-6. Musiktherapie und Schmerz. 16. Musiktherapietagung am Freien Musikzentrum München e. V. . Reichert, Wiesbaden 2009. ISBN 978-3-7520-0163-1. Ritual, System, Ressource. Konzepte in der Musiktherapie Reichert, Wiesbaden 2005. ISBN 978-3-89500-458-2. mit Marie Luise Zimmer: Förderung frühgeborener Kinder mit Musik und Stimme. Reinhardt, München 2004. ISBN 978-3-497-01721-8. Hören – Brücke ins Leben. Musiktherapie mit früh- und neugeborenen Kindern. Forschung und klinische Praxis Vandenhoeck &. Ruprecht, Göttingen 2003. ISBN 3-525-46200-X
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