Sophie Heidi Kam (* 3. Dezember 1968 in Ouagadougou) ist eine burkinische Schriftstellerin, Dichterin und Dramatikerin. Sie gilt als eine der bedeutendsten Dramatiker ihres Landes und wurde achtmal mit dem Grand Prix national des arts et des lettres der Semaine nationale de la culture ausgezeichnet. Ihr Gedichtband Mémoires vivantes erschien 2019. Dafür erhielt sie 2021 bei der Foire internationale du livre de Ouagadougou den Grand Prix du livre.

Leben Kam wurde in Ouagadougou geboren und absolvierte an der Universität Ouagadougou ein Literaturstudium. Zusätzlich absolvierte sie an der regionalen Cisco-Akademie der Universität eine Ausbildung in Netzwerktechnik und Telekommunikation. Im Jahr 2010 arbeitete sie in einer Residenz am Storyteller Museum in Warschau, wo sie gesammelte Erzähltexte sichtete und kategorisierte. Von April 2012 bis September 2013 schrieb sie als Szenaristin für das Population Media Center an einer 156-teiligen Radioserie zu Themen der öffentlichen Gesundheit. Sie lebt in Ouagadougou und widmet sich hauptberuflich dem Schreiben.

Wirken Ihr erstes Theaterstück Et le soleil sourira à la mer erschien 2008. Es folgten Nos jours d’hier (2013) und Qu’il en soit ainsi (2014). Du caviar pour un lapin veröffentlichte sie 2021 bei Sankofa & Gurli; das Stück spiegelt die prekären Arbeitsbedingungen Kunstschaffender wider und spielt mit metatheatralen Formen. Eine deutschsprachige Überblicksdarstellung ordnet ihr Debütstück von 2008 in den Kontext von Flucht- und Migrationserzählungen ein. Im Jahr 2009 veröffentlichte Kam mehrere Gedichtbände, darunter Offrande, Sanglots et symphonies, Pour un asile und eine Neuauflage von Quêtes. Zudem schrieb sie Jugendromane als Adaptionen der TV-Serie L’As du lycée von Missa Hébié (La rentrée des classes, 2010; Le devoir de classe, 2011; L’anniversaire und Le suspect, 2012). Mémoires vivantes verbindet Gedichte mit Werken der bildenden Kunst und entstand in Zusammenarbeit mit der Kunstszene; das Buch wurde 2021 auf der Foire internationale du livre de Ouagadougou ausgezeichnet. Für Mémoires vivantes erhielt Kam 2021 dort den Grand Prix du livre. Insgesamt veröffentlichte sie mehr als fünfzehn Bücher in den Gattungen Poesie, Theater und Prosa.

Einzelnachweise

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