mini|Ehemalige evangelische Kirche Mętno Małe
Die ehemalige evangelische Kirche in Mętno Małe () ist eine kleiner mittelalterlicher Sakralbau in der Neumark. Die Kirche wird von der römisch-katholischen Pfarrei Unserer Lieben Frau in Chojna (deutsch Königsberg/Neumark) betreut. Das Kirchengebäude steht seit 1958 unter Denkmalschutz.
Geschichte Klein Mantel, 1270 erwähnt, war im Mittelalter eine kleine slawische Fischersiedlung. Eine Kirche entstand hier an der Wende des 14. zum 15. Jahrhundert als Filialkirche der Kirche in Mętno (Groß Mantel), die nur 700 m entfernt liegt. Das Dorf war damals ein Rittergutsbezirk der Familie Balkes. Von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis 1945 diente die Filialkirche der evangelischen Gemeinde. Während des Dreißigjährigen Krieges, in dem der letzte Balkes 1639 starb, verfielen Dorf und Kirche. Bei Instandsetzung der Kirche wurden die Fensteröffnungen vergrößert. Eine Erneuerung des Westportals erfolgte im Jahr 1855. 1853 erhielt die Kirche eine Orgel aus der Orgelbauwerkstatt von Friedrich Bütow. Mit der polnischen Übernahme der Region wurde die Kirche 1945 verlassen und verwüstet und ist seitdem ungenutzt.
Bauwerk Das spätgotische Kirchlein ist aus Feldsteinen und Ziegeln auf rechteckigem Grundriss mit halbrunder Chornische. Der Außenbau ist aus unbehandeltem Granitstein in unregelmäßigem Verband errichtet, wobei in den Ecken, den Fensterrahmen und im oberen Teil des Giebels der Westfassade auch Ziegelstein zum Einsatz kam. Der Baukörper trägt ein Satteldach, das über dem Altarraum in eine Apsis übergeht und auf der Westseite mit einem Giebel abgeschlossen ist. Die Fassaden sind schmucklos und haben segmentbogige Fenster. Die Seitenwände haben je zwei Fensteröffnungen und der Abschluss des Chors drei symmetrisch angeordnete Fenster, deren mittleres einen Spitzbogen aufweist. In der Mitte der Südfassade befindet sich ein spitzbogiges Portal mit dreiseitiger Laibung. Die Westfassade mit dem Hauptportal wird von einem dreieckigen Giebel abgeschlossen.
Wandmalereien Auf die kalkverputzten Innenwände wurden in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts polychrome Malereien aufgebracht, die in zwei Zonen angeordnet sind. Der untere Teil ist mit ornamentalen Vorhängen ausgefüllt, während der durch einen Fries abgetrennte obere Teil biblische Szenen und eine Heiligendarstellung zeigt: den Heiligen Christophorus, das Letzte Abendmahl, das Jüngste Gericht und die Pietà mit den Stiftern der Kirche. Die Malerei in der Chorapsis ist in drei großen Bildfeldern platziert. Weiter sind der auf einem Regenbogen sitzende Christus in einer Mandorla und stehende Heiligenfiguren zu seinen Seiten vor einem weißen, mit Sternen verzierten Hintergrund deutlich zu erkennen. Außerdem ist eine mehrfigurige Höllenszene in braunen Farbtönen zu erkennen, und eine Darstellung des Empfangs der Erlösten im himmlischen Jerusalem durch Petrus.
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Einzelnachweise
Kategorie:Gmina Chojna Kategorie:Kulturdenkmal in der Woiwodschaft Westpommern Metno Metno Metno Metno