mini| Bernhard Wenig mit Frau und Tochter auf dem Lockstein in Berchtesgaden (1925)
Bernhard Wenig (* 1. Mai 1871 in Berchtesgaden; † 10. Dezember 1940 in München) war ein deutscher Maler, Bildhauer, Kunsthandwerker, Illustrator und Exlibriskünstler.Wenig, Bernhard (1871-1940), exakte Geburts- und Sterbedaten zu ihm auf der Webseite des Kalliope-Verbunds, online unter kalliope-verbund.info.
Leben und Wirken Bernhard Wenig wurde in Berchtesgaden geboren und verbrachte dort Kindheit und Jugend. Sein Vater war Lorenz Wenig († 1923), der das Schnitzerhandwerk erlernt und sich 1868 neben dem Schnitzen auch mit einer Schreinerei und einem Möbelgeschäft selbstständig gemacht hatte. Von 1888 bis 1915 war Lorenz zudem Berchtesgadener Gemeindebevollmächtigter und Magistratsrat.Hellmut Schöner (Hrsg.), A. Helm: Berchtesgaden im Wandel der Zeit. Reprint von 1929. Verein für Heimatkunde d. Berchtesgadener Landes. Verlag Berchtesgadener Anzeiger sowie Karl M. Lipp Verlag, München 1973, S. 389.
Nach dem Besuch der Schnitzschule in Berchtesgaden von 1884 bis 1888 studierte Bernhard Wenig anschließend in München für je drei Jahre an der Königlichen Kunstgewerbeschule und dann an der Akademie der Bildenden Künste bei den Professoren Rudolf Seitz (1842–1910) und Franz Stuck (1863–1928). Nach seiner Rückkehr 1896 wieder in Berchtesgaden, arbeitete er bis 1901 im Geschäft seines Vaters und trat dann an der Zeichenakademie in Hanau eine Stelle als Zeichenlehrer an.Atelier-Nachrichten, erster Beitrag. In: Deutsche Kunst und Dekoration Bd. 1, Oktober 1897 bis März 1898, S. 42, rechte Spalte. 1906 zog er nach München und lebte dort als freischaffender Künstler. Während des Ersten Weltkrieges war er von 1916 bis Kriegsende in einem Topographischen Büro beschäftigt. Ab 1920 wieder in Berchtesgaden wurde er erst als Lehrer, ab 1922 zum Direktor der inzwischen in Fachschule für Holzschnitzerei umbenannten, ehemaligen Schnitzschule berufen. Sein Atelier hatte er sich neben dem 1871 von seinem Vater errichteten Haus in der damaligen Haberlgasse direkt an das noch heute existierende Lebzelterhäuschen angebaut, das später dem Grafiker und Maler Fritz Richter (1904–1981) als Ausstellungs- und Verkaufsraum für die Abdrucke seiner Holzschnitte diente.
Parallel zu seinen Festanstellungen war er schon kurz nach seinen Studienjahren als freischaffender Künstler in vielfältiger Weise erfolgreich. So entstammen seiner Hand zahlreiche Entwürfe für Edelmetallarbeiten, TextilienSiehe zu seinen Entwürfen von Textilien auch Wiederentdeckte Arbeiten der Münchner Frauenarbeitsschule aus der Zeit von 1904 bis 1914, PDF S. 4 von 15 Seiten, online unter fv-textil.de. sowie Möbel, u. a. für Julius Glückert in Darmstadt. Größere Bekanntheit erlangte er aber nicht zuletzt als Buchillustrator und Spezialist für Exlibris-Entwürfe, von denen er über 150 geschaffen hat. Ab 1920 waren auch nach seinen Entwürfen gedruckte Notgeldscheine in Berchtesgaden und der damals noch eigenständigen Gemeinde Königssee in Gebrauch.
Er war Mitglied im Deutschen Werkbund, im Münchner Bund und im Bayerischen Kunstgewerbeverein,Hellmut Schöner (Hrsg.), A. Helm: Berchtesgaden im Wandel der Zeit. Reprint von 1929. Verein für Heimatkunde d. Berchtesgadener Landes. Verlag Berchtesgadener Anzeiger sowie Karl M. Lipp Verlag, München 1973, S. 390. daneben bekleidete er ehrenamtliche Ämter wie die Mitgliedschaft im Vorstand des Berchtesgadener Künstlerbundes, des Berchtesgadener Volkskunstrates, der Berchtesgadener Bauernkunst GmbH und der hiesigen Liedertafel. Zudem war er Bezirksvorsitzender der Bayerischen Volkspartei und Bezirksleiter der Einwohnerwehr. In der letztgenannten Funktion hatte er im Juni 1921 als Verbindungsmann in Berchtesgaden auch Anteil an geheimen Waffentransaktionen nach Österreich.Hellmut Schöner (Hrsg.): Berchtesgaden im Wandel der Zeit. Ergänzungsband 1. Verein für Heimatkunde des Berchtesgadener Landes, Berchtesgaden 1982, ISBN 3-87490-528-4, S. 404, 405.
Die Grabstätte von Bernhard Wenig ist auf dem Alten Friedhof in Berchtesgaden.Alfred Spiegel-Schmidt: Alter Friedhof oder Friedhof am Anger in Berchtesgaden, PDF, S. 4 von 14 Seiten, online unter heimatkundeverein-berchtesgaden.de.
Ausstellungen (soweit bekannt) 1898: Kunstsalon Keller & Reiner, Berlin 1901: Schlesisches Museum für Kunstgewerbe, Breslau 1906: Deutsche Kunstausstellung in Dresden oh. Dat.: Glaspalast, mehrfach oh. Dat.: Bayerischer Kunstgewerbeverein, mehrfach
Auszeichnungen (soweit bekannt) 1904: Grand Prix und goldene Medaille Weltausstellung in St. Louis für Entwürfe zu Edelmetallarbeiten.
Abbildungen von Entwurfbeispielen Dekorative Seitenbegrenzungen
Exlibris u. Buchillustrationen
Glasmalerei und Textilien
Notgeld Unterschiedliche Pfennigbeträge als Notgeld von Gemeinden im Berchtesgadener Land:
Bibliografie (soweit bekannt) Exlibris Bernhard Wenig: Exlibris. Fischer u. Franke, Berlin 1902. Exlibris-Werkliste, 132 Arbeiten von Bernhard Wenig, z. T. datiert von 1897 bis 1927, zusammengestellt von Gernot Blum, Stand: Juni 2021Exlibris-Werkliste, zusammengestellt von Gernot Blum, Stand: Juni 2021 (bearb. 2019 von Heinz Decker, ergänzt 2021 von Anne Büsing), online unter exlibris-deg.de.
Illustrationen Karnevals-Vignetten / nach Originalzeichungen von Willi Wegener und Bernhard Wenig. Schriftgießerei Flinsch (hrsg.), Frankfurt am Main 1908 Roosevelt : Neue Buch- u. Akzidenz-Schrift in 3 Garnituren: normal, Kursiv und halbfett. Schriftgießerei Flinsch (hrsg.), Frankfurt am Main 1908, 2. Aufl. 1913. Toni Eichelmann: Berchtesgadner Sagen – in ein Büchl gebracht. Vonderthann & Sohn, Berchtesgaden 1914 (7. Aufl. 1935).
Literatur Hellmut Schöner (Hrsg.), A. Helm: Berchtesgaden im Wandel der Zeit. Reprint von 1929. Verein für Heimatkunde d. Berchtesgadener Landes. Verlag Berchtesgadener Anzeiger sowie Karl M. Lipp Verlag, München 1973, S. 389, 390. Hellmut Schöner (Hrsg.): Berchtesgaden im Wandel der Zeit. Ergänzungsband 1. Verein für Heimatkunde des Berchtesgadener Landes, Berchtesgaden 1982, ISBN 3-87490-528-4, S. 404, 405. Wolff, Fritz: Bernhard Wenig - Berchtesgaden, ausführliche Erörterung der Arbeitsweise von Bernhard Wenig. In: Deutsche Kunst und Dekoration – illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten August 1901; S. 365–373
Weblinks
Einzelnachweise
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