mini|hochkant|Sebastian Ostritsch (2025) Sebastian Ostritsch (* 1983 in Heidenheim an der Brenz)Eintrag im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek, Abruf am 4. Oktober 2025. ist ein deutscher Philosoph, Autor, Publizist und Literaturwissenschaftler. Er lehrt als Privatdozent an der Universität Heidelberg.

Leben Nach dem Abschluss eines Studiums der Philosophie und vergleichenden Literaturwissenschaft an den Universitäten Stuttgart und Paris erhielt er 2013 für seine Dissertation über Hegels Rechtsphilosophie als Metaethik seine Promotion an der Universität Bonn. Danach betätigte er sich in Forschung und Lehre am Institut für Philosophie der Universität Stuttgart. Als Publizist veröffentlichte er Texte für Die Welt,Hegel löst das Problem der Identitätspolitik. In: Die Welt. 28. März 2020 (welt.de).Eltern haben ein Recht auf Homeschooling – das steht im Gesetz. In: Die Welt. 15. Februar 2023 (welt.de)Der Irrtum vom Recht auf Suizid. In: Die Welt. 7. Juli 2023 (welt.de). die Neue Zürcher Zeitung,Warum es sich lohnt, Hegel zu lesen. In: Neue Zürcher Zeitung vom 28. August 2020 Corrigenda und ist seit Januar 2024 Redakteur der rechtskatholischen Wochenzeitung Die Tagespost.

Positionen Ostritsch ist römisch-katholisch und vertritt in seinen Publikationen konservative Ansichten unter anderem über Fragen der Ethik, Familienpolitik und Sexualmoral. So ist er zum Beispiel gegen das Anbringen von Regenbogenflaggen der LGBTQ-Bewegung an Kirchen, da dies seiner Auffassung nach im Widerspruch zur kirchlichen Lehre über Ehe und Sexualität steht. Zudem lehnt er Abtreibungen ab und spricht sich gegen ein Recht auf Selbsttötung aus. Er betont die Verantwortung des Staates, seine Bürger vor möglichen negativen Folgen einer seiner Ansicht nach „unkontrollierten Massenmigration“ zu schützen. Nach seiner Überzeugung kann die gemeinsame europäische Kultur nur durch eine Erneuerung des christlichen Glaubens, der in weiten Teilen Deutschlands unter massivem Bedeutungsverlust leidet, bewahrt werden. Er stimmte dem US-Vizepräsidenten JD Vance zu, der unter Berufung auf das augustinische Konzept des Ordo amoris erklärt hatte, man solle der Reihenfolge nach zuerst seine Familie und seine Nachbarn lieben, dann seine Landsleute und dann erst den „Rest der Welt“. Sowohl Papst Franziskus als auch sein späterer Nachfolger Robert Prevost, der selbst dem Augustinerorden angehört, haben diese Auffassung im Februar 2025 dezidiert zurückgewiesen. Ostritsch lobte den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán für dessen Familienpolitik und nahm mehrfach an Veranstaltungen von der ungarischen Regierung nahestehenden Organisationen teil. Ostritsch selbst ordnete sich 2022 der Priesterbruderschaft St. Petrus zu. 2022 wurde er in der tageszeitung (taz) als „rechter Scharfmacher“ bezeichnet.Elena Wolf: Glaube, Liebe, Hetze. Die Tageszeitung, 31. Dezember 2022, abgerufen am 19. Januar 2026 Ende 2025 veröffentlichte er einen Text auf der Internetseite des eng mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. verbundenen Vereins „Certamen“.Vortrag des Philosophen Sebastian Ostritsch abgesagt – Cancel Culture an Jesuiten-Hochschule, Artikel von Benjamin Leven am 27. November 2025 im Cicero. Abruf des kostenlosen Teasers am 8. Dezember 2025 (Volltext kostenpflichtig).

Rezeption Der Kulturjournalist der Süddeutschen Zeitung, Gustav Seibt, nannte Ostritsch

Kontroverse um Vortragsabsage an der Hochschule für Philosophie München Ein im November 2025 angekündigter Vortrag an der vom Jesuitenorden geleiteten Hochschule für Philosophie (HFPH) in München wurde nach Protest von Studenten sowie Vorwürfen des Fundamentalismus und Rechtsextremismus gegen Ostritsch durch die Hochschulleitung abgesagt. Darüber wurde im Rahmen der Debatte um Cancel Culture kontrovers diskutiert.Alexander Cammann: Wenn Katholiken canceln. In: Die Zeit. 27. November 2025Louis Berger: Vortragsabsage in München: Was der Fall Sebastian Ostritsch zeigt. In: Kirche und Leben. 1. Dezember 2025, abgerufen am 1. Januar 2026Barbara Zehnpfennig: Wer ist hier der Extremist? Der Fall Sebastian Ostritsch und die Freiheit der Wissenschaft. In: Communio. 2. Dezember 2025 (herder.de). Die Chefredakteurin der Tagespost, Franziska Harter, schrieb die erste Meldung: „,Tagespost‘-Redakteur von Universität gecancelt“. In einem Kommentar warf sie der HFPH später vor, dem „wissenschaftsfeindlichen Druck“ eines „studentischen Mobs“ nachzugeben. Als erster griff der Würzburger Historiker Peter Hoeres auf X die Ausladung auf. Der österreichische Rechtsradikale Martin Sellner kommentierte diese auf X mit „unglaublich“. Ostritsch gab der Neuen Zürcher Zeitung und der Zeitung Junge Freiheit Interviews zum Thema. Der Zeit-Redakteur Alexander Cammann schrieb in der Zeit, Ostritsch habe das „eher klassische Profil eines klugen Rechtsintellektuellen, der Leben in die Bude bringt, weil er viele provoziert“. Er sei ein „katholischer Denker mit weit verbreiteten katholischen Positionen“.Alexander Cammann: Wenn Katholiken canceln. In: Die Zeit. 27. November 2025 Der Fundamentaltheologe Magnus Striet wies hingegen darauf hin, dass nun Kreise „eine Gefährdung des Prinzips der Wissenschaftsfreiheit durch die Ausladung von Ostritsch an[prangern], die alles andere als dafür bekannt sind, das Prinzip einer freien Wissenschaftskultur hochzuhalten, in der einzig und allein die argumentative Kraft von Gründen zählt“. Auf dem „gesamten gesellschaftlichen Feld“ lasse sich mittlerweile die Tendenz „Geschlossene Gesellschaft agiert gegen geschlossene Gesellschaft“ beobachten.Magnus Striet: „Causa Ostritsch“: Auf einmal ist die Wissenschaftsfreiheit in Gefahr? www.katholisch.de, 5. Dezember 2025 Ostritsch hielt den Vortrag über das Buch Serpentinen zu den darin behandelten Gottesbeweisen schließlich kurzfristig organisiert an einer anderen Stelle doch noch in München.Sebastian Ostritsch: Ein frischer Versuch, die Existenz Gottes zu beweisen. Rezension von Bert Rebhandl, am 5. Dezember 2025 veröffentlicht in der F.A.Z., abgerufen am 6. Dezember 2025.

Schriften (Auswahl) Hegels Rechtsphilosophie als Metaethik. Mentis-Verlag, Münster 2014, ISBN 978-3-89785-230-3. (mit Andreas Luckner) Existenz. De Gruyter, Berlin/Boston 2018, ISBN 978-3-11-027241-3. (als Mitherausgeber) Philosophie des Computerspiels : Theorie – Praxis – Ästhetik. J. B. Metzler, Heidelberg/Berlin 2018, ISBN 978-3-476-04569-0. (als Mitherausgeber) Welt und Unendlichkeit : Ein deutsch-ungarischer Dialog in memoriam László Tengelyi. Karl Alber, Freiburg i. Br. 2018, ISBN 978-3-495-81376-8. (als Mitherausgeber) Philosophie der Existenz: Aktuelle Beiträge von der Ontologie bis zur Ethik. J.-B.-Metzlersche Verlagsbuchhandlung und Carl-Ernst-Poeschel-Verlag, 2019, ISBN 978-3-476-04880-6. Zeit – Sprache – Gott. W. Kohlhammer, Stuttgart 2019, ISBN 978-3-17-034988-9. Hegel. Der Welt-Philosoph. Propyläen Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-549-10015-8. Hegel zum 250sten. Neues aus der Forschung. In: Philosophische Rundschau. 68 Nr. 4, 2021, S. 317–366. Ewigkeit und das Leiden an der Zeit. Verlag Editiones Scholasticae, Neunkirchen-Seelscheid 2024, ISBN 978-3-86838-286-0. Let’s Play oder Game Over? Eine Ethik des Computerspiels. Dtv Verlagsgesellschaft, München 2024, ISBN 978-3-423-26353-5. Serpentinen. Die Gottesbeweise des Thomas von Aquin nach dem Zeitalter der Aufklärung. Matthes & Seitz Berlin, Berlin 2025, ISBN 978-3-7518-6514-2; Rezension von Michael KöhlerDeutschlandfunk Büchermarkt vom 30. Januar 2026, abgerufen am 31. Januar 2026

Weblinks Persönliche Website von Sebastian Ostritsch

Sebastian Ostritsch auf der Website des Herder Verlags Sebastian Ostritsch Autorenseite von Die Tagespost Sebastian Ostritsch Autorenseite des Corrigenda-Magazins Sebastian Ostritsch Autorenseite von Verlag Matthes & Seitz Berlin Einzelnachweise

Kategorie:Philosoph (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg) Kategorie:Absolvent der Universität Stuttgart Kategorie:Absolvent der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Kategorie:Autor Kategorie:Sachbuchautor (Theologie) Kategorie:Sachliteratur (Philosophie) Kategorie:Publizist Kategorie:Person des römischen Katholizismus (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1983 Kategorie:Mann