Friedrich Levin August von Arentsschildt (* 12. Juni 1755 in Winsen; † 10. Dezember 1820 in Northeim) war britischer Oberst und kurhannoverischer Generalmajor sowie Mitglied der King’s German Legion (KGL) während der Napoleonischen Kriege.

Herkunft Seine Eltern waren der kurhannoverische Generalmajor Karl Christian Friedrich von Arentsschildt (* 27. Dezember 1709; † 16. Dezember 1792) und dessen Ehefrau.Der General war mit Sophie von Harling (* 5. Mai 1711) aus Detern verheiratete und heiratete nach ihrem Tod Anna Wilhelmine Heise († 1802) Sein Bruder Wilhelm ging in russische Dienste.

Leben Er ging in kurhannoverische Dienste und wurde am 27. Dezember 1770 Cornet im 1. Kavallerie-Leibregiment (Jonquieres). Am 16. Juli 1779 wurde dort Lieutenant, 1792 Captain. Er kämpfte im Ersten Koalitionskrieg, wo er sich bei den Vorpostengefechten in Rousselaire in Flandern auszeichnete. Anschließend kam er 1798 als Major in das 10. Kavallerie-Regiment (leichte Dragoner). Nach der Besetzung von Hannover durch die Franzosen und der Auflösung der Armee nach der Konvention von Artlenburg, wechselte er in britische Dienste, wo er als Major in die neuerrichtete King’s German Legion kam. Bereits kurze Zeit später kam er dort als Lieutenant-Colonel zu den 1st Light Dragoons KGL. Mit dem Regiment kämpfte er in Spanien gegen die Franzosen (Peninsular War). Am 25. September 1811 zeichnete sich seine Einheit im Gefecht bei El Bodon besonders aus. Von März bis Mai 1811 und von Juli bis September 1812 war er Kommandeur ad Interim einer Kavallerie-Brigade. im gleichen Jahr wurde er auch offiziell Offizier der britischen Armee und 1813 Brevet-Colonel. Von Januar bis April 1814 war er wirklicher Kommandeur der Kavallerie-Brigade, außerdem wurde er am 4. Juni 1813 zum Colonel befördert. Von 1814 bis 1816 war er Kommandeur des 3rd Hussar Regiment KGL. Während der Kämpfe um Toulouse (10. April 1814) war er zum Generalstab von Wellington abkommandiert.

Nach dem Ende der Kämpfe war er von 1814 bis 1815 in den Niederlanden stationiert. Dort kommandierte er nach der Rückkehr Napoleons 1815 die 7th Cavalry Brigade (bestehend aus dem 3rd Hussar Regiment KGL und dem britischen 13th Regiment of Light Dragoons) in Flandern und Frankreich sowie in der Schlacht bei Waterloo. Nach dem Ende des Krieges wurde er 1816 von britischer Seite auf Halbsold vom aktiven Dienst freigestellt und wechselte am 24. Dezember 1815 als Generalmajor wieder in hannoverische Dienste, wo er bis 1818 Kommandeur der 2. Kavallerie-Brigade sowie des 3. Husaren-Regiments in Göttingen war. Er starb am 20. Dezember 1820 in Northeim.

Grabmal mini|Arentsschildt-Grab 1900 mini|Grabstein 2023 Sein Offizierkorps beerdigte ihn auf dem dortigen Kasernenhof, dazu errichtete man ein Denkmal und pflanzte eine Eiche. Später wurde die Kaserne aufgelöst und in eine Bürgerschule verwandelt. Das Denkmal und die Eiche blieben aber noch lange ein Treffpunkt. 1973 wurde dann das Denkmal eingeebnet, das es ein Grab war, war bis dahin vergessen. Ein der ursprünglich vier Platten des Denkmals wurde 1975 an der Stadtmauer angebracht, die anderen drei sind verschollen. 2022 wurden Stromkabel verlegt und an der Stelle des Denkmals die Gruft wiederentdeckt.northeim.de Gruft von Generalmajor Arentsschildt wiederentdeckt Ursprünglich waren die Seiten des Denkmals mit folgenden Inschriften geschmückt:

Westseite Südseite Nordseite Schlummernder Held Wenn nimmer Dein Schwert mehr blikt in den Kriegsreih'n Bleibt den Deinen doch stets nahe Dein himmlischer Geist Drum sollen auch hier den Ruhenden Waffen umklirren Jüngling der du sie führst werde dem himmlischen gleichDas Verdienst des Verewigten lohnten im Leben das Kommandeurkreuz vom Bath und Guelphen Orden der Königl Portugiesische Orden vom Thurm und Schwert der Kaiserl Russische St Annen Orden der Niederländische Militärorden Wilhelms das Englische Militärkreuz für die Schlachtfelder seiner Ehre und die deshalb erteilte Medaille Was er als Mensch war bewahren die Herzen seiner zum unvergeßlichen AndenkenDer Verewigte englischer Oberst und Königl hannov Generalmajor diente dem Vaterlande als Soldat LI (51) Jahre. Im Kriege gegen des Vaterlandes Feinde war er in 11 Feldschlachten und vielen Gefechten. Die Tage des Ruhmes bei Talavera, Fuentes de Onoro, Salamanca, Vittoria, bei Toulouse und Waterloo sind auch zu seiner Ehre im Munde der Nachwelt

Orden und Ehrenzeichen Kommandeur des Guelphen-Ordens Honorary Knight Commander des Britischen Order of the Bath Ritter des Portugiesischen Turm- und Schwertordens Russischer St. Annenorden zweiter Klasse Niederländischer Militär-Wilhelms-Orden dritter Klasse Britisches Army Gold Cross mit Spangen für Talavera, Fuentes de Onoro, Salamanca, Vittoria, Toulouse Britische Waterloo Medal

Familie Arentsschildt heiratete am 11. Februar 1782 in Hechthausen Sophie Margarethe Marschalck von Bachtenbrock (* 20. Oktober 1748; † 9. Februar 1792). Das Paar hatte mehrere Kinder: Karoline Ulrike (* 1784; † 13. Mai 1849) ⚭ 1808 Karl Ludwig von Bobers (* 15. April 1773; † 27. Februar 1856), Justizrathttps://gedbas.genealogy.net/person/show/1407961284 Christiane Luise Wilhelmine Auguste (* 3. Juni 1785; † 30. August 1858) Frederike Sophie (* 29. Juni 1787; † 10. Februar 1869), Stiftsdame in Barsinghausen Arnold Daniel (* 22. August 1789; † 28. Januar 1852) ⚭ Karoline Wilhelmine von Marschalck (* 17. Juli 1800; † 19. September 1836)

Literatur Johann von Horn: Der Guelfenorden des Königreiches Hannover. 1821, S. 400f. Gothaisches genealogisches Taschenbuch der briefadeligen Häuser. 1908, S. 12f. Otto von Dassel (Hrsg.): Familiengeschichtliche Blätter. Band 1, Nr. 13, Januar 1904, S. 104. North Ludlow Beamish: Geschichte der koeniglich deutschen Legion. Teil 2, 1837, Anhang S. 50, Nr. 245.

Weblinks Biographie auf napoleon-series.org Bei Bauarbeiten vergessene Gruft von Friedrich Levin August von Arentsschildt wiedergefunden, 15. August 2022, Olaf Weiss Orden des Generalmajors v. Arentsschild in museum-digital:deutschland

Einzelnachweise In britischen Dokumenten auch: Frederick De Arentsschildt oder Frederick Baron de Arentsschildt

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