Vusi D. Mchunu, bekannt auch als Macingwane, ist ein südafrikanischer Dichter, Übersetzer und Ausstellungskurator, dessen Arbeit zwischen Poesie, Erinnerungskultur und Museumsarbeit angesiedelt ist. Für sein literarisches Gesamtwerk erhielt er 2022 den Lifetime Achievement Literary Award der South African Literary Awards.

Leben Mchunu wuchs in Clermont (Durban) auf und besuchte die katholische Inkamana High School in Vryheid, an der er 1974 das Abitur ablegte. Im Jahr 1975 kam er an der Universität von Zululand mit der Black-Consciousness-Bewegung in Berührung und wurde vom Bürgerrechtler Mapetla Mohapi geprägt. Während der Universitätsferien unterstützte er Mohapi in King William’s Town bei der Arbeit mit politischen Aktivisten; nach Repression und Inhaftierung floh er 1977 ins Exil nach Botswana und anschließend nach West-Berlin, wo er an der Freien Universität Dramatische Kunst und Heritage-Studies studierte. Er veröffentlicht unter seinem Zuluklannamen Macingwane und lebt in Johannesburg. Im Zusammenhang mit seinem Lyrikband Pleiades: Isilimela wurde eine Krebserkrankung thematisiert, die er als Überlebender verarbeite.

Wirken Als Schriftsteller legte Mchunu im Jahr 1990 den Band Stronger Souls: Poems and Essays vor, später die englische Übersetzung von Mazisi Kunenes Zulu-Gedichten (Pipe Dreams, 2013) sowie den Gedichtband Pleiades: Isilimela: 100 Poems (2019). Seine Lyrik verbindet persönliche Erfahrung mit einem panafrikanischen Blickwinkel und verweist auf Einflüsse der Black-Consciousness-Tradition; zugleich wendet er sich entschieden gegen Fremdenfeindlichkeit. Neben der Literatur arbeitet Mchunu als Kurator und Heritage-Praktiker: 2014 kuratierte er im ehemaligen Downtown Studio in Johannesburg die Ausstellung A Glimpse of South African Music Heritage, welche die Rolle von Musik im Widerstand dokumentiert. 2015 wurde er vom Downtown Music Hub zum Aufbau einer dauerhaften Ausstellung zur südafrikanischen Musikgeschichte beauftragt, die als erstes Musikmuseum des Landes charakterisiert wurde. Überdies wirkte er an der musealen Aufarbeitung des Samora-Machel-Monuments in Mbuzini mit. Im Kulturbereich übernahm Mchunu auch Leitungsaufgaben; 2013 trat er als Vorsitzender des Councils der Gedenkstätte Freedom Park in Pretoria öffentlich in Erscheinung. Für sein literarisches Lebenswerk erhielt er 2022 den Lifetime Achievement Literary Award der South African Literary Awards (zusammen mit Deena Padayachee und Mothobi Mutloatse).

Einzelnachweise

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