Žďár nad Sázavou ([]; deutsch Saar an der Sasau) ist eine Stadt im Okres Žďár nad Sázavou in Tschechien. Sie liegt südlich der Saarer Berge an der Sázava in Mähren.

Geschichte mini|links|Historische Darstellung des Klosters aus dem 18. Jahrhundert Um 1100 befand sich im heutigen Zentrum der Stadt ein Dorf. Etwa zwei Kilometer nördlich wurde 1252 das Zisterzienserkloster Žďár durch Boček von Jaroslavice und Zbraslav gegründet. 1293 gelangte das Dorf Žďár in das Eigentum des Klosters. Ab dem 14. Jahrhundert wurde in der Gegend Eisenerz gefördert, Ende des Jahrhunderts wurden die ersten Eisenwerke gebaut. Während der Hussitenkriege brannte das Kloster 1422 ab. Durch Georg von Podiebrad, der es wieder erbauen ließ, gewann es bis 1638 an Bedeutung. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt 1647 von den Schweden geplündert. Während der Josephinischen Reformen wurde 1784 das Kloster aufgelöst und zu einem Schloss umgebaut.

In unmittelbarer Nähe des Klosters, auf einem Hügel, befindet sich die Wallfahrtskirche Zelená Hora mit dem Patrozinium des böhmischen Landesheiligen Johannes Nepomuk, die Anfang des 18. Jahrhunderts nach Entwurf des Baumeisters Johann Blasius Santini-Aichl errichtet wurde und durch besondere Formen und Stilelemente auffällt. Sie gehört seit 1994 zum UNESCO-Welterbe.

Im 20. Jahrhundert verzehnfachte sich die Einwohnerzahl, als Arbeitskräfte für Maschinenbau und Stahlindustrie um den alten Ortskern herum angesiedelt wurden.

1950 bis 1960 entstand die Saarer Neubausiedlung Na Ptáčkově kopci, später Sídliště Stalingrad, heute Žďár nad Sázavou 3. Das Wohngebiet besteht aus etwa 120 Wohnhäusern im typischen Stil des Sozialistischen Klassizismus.

Stadtgliederung mini|Žďár nad Sázavou mini|Zelená hora Die Stadt Žďár nad Sázavou besteht aus 11 Ortsteilenhttp://www.uir.cz/casti-obce-obec/595209/Obec-Zdar-nad-Sazavou und 31 Grundsiedlungseinheiten (ZSJ)http://www.uir.cz/zsj-obec/595209/Obec-Zdar-nad-Sazavou: Žďár nad Sázavou 1 – Staré Město, Nové Město, Dolní Libušín (13 ZSJ: Žďár nad Sázavou-střed, Kamenný rybník, Libušín, Nádraží, Strojírenská, U jámské cesty, U parku, U Sázavy, U stadionu, Ve smrčkách, Velká Strana, Vetla, Zadní Vetla)http://www.uir.cz/zsj-casti-obce/412805/Cast-obce-Zdar-nad-Sazavou-1 Žďár nad Sázavou 2 – Zámek, in Volksmund: Klášter (5 ZSJ: Zámek Žďár, Vápenice, Starý Dvůr, Pod Zelenou Horou, Pilská údolní nádrž)http://www.uir.cz/zsj-casti-obce/412813/Cast-obce-Zdar-nad-Sazavou-2 Žďár nad Sázavou 3 – inoffiziell: Stalingrad (4 ZSJ: Brodská-jih, Brodská-sever, Libická, Žižkova)http://www.uir.cz/zsj-casti-obce/412821/Cast-obce-Zdar-nad-Sazavou-3 Žďár nad Sázavou 4 – U průmyslové školy, Horní Libušín (ZSJ: U průmyslové školy) Žďár nad Sázavou 5 – Vysočany (ZSJ: Vysočany) Žďár nad Sázavou 6 – Nádraží - Přednádraží (ZSJ: Přednádraží) Žďár nad Sázavou 7 – Pod Vodojemem (ZSJ: Pod vodojemem) Mělkovice (Melkowitz) – (2 ZSJ: Mělkovice, Plíčky)http://www.uir.cz/zsj-casti-obce/195294/Cast-obce-Melkovice Radonín (Radonin) – (ZSJ: Radonín) Stržanov (Sterschanow) – (ZSJ: Stržanov) Veselíčko (Klein Wesseln) – (ZSJ: Veselíčko)

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Město Žďár, Zámek Žďár, Stržanov und Veselíčko u Žďáru nad Sázavou.http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/595209/Obec-Zdar-nad-Sazavou

Städtepartnerschaften Cairanne, Frankreich Flobecq, Belgien Schmölln, Deutschland

Sehenswürdigkeiten mini|Rathaus mini|Pestsäule Schloss und ehemaliges Zisterzienserkloster Wallfahrtskirche Zelená Hora, UNESCO-Welterbe Rathaus, gebaut am Ende des 16. oder am Anfang des 17. Jahrhunderts, klassizistische Fassade, derzeit Galerie und repräsentativer Saal im Stock. Festung, eines der ältesten Gebäude der Stadt, gebaut um 1300, Umbau mit Barockdach, heute der Sitz des Museums. Pfarrkirche mit dem Patrozinium des hl. Prokop, erste Erwähnung 1391, 1521–1560 im spätgotischen Still umgebaut; aus älterer Ausstattung ist eine gotisches Marienbildnis aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erhalten sowie das Altargemälde des hl. Prokop aus dem Jahre 1778 vom Guttenberger Maler K. Kautsch; aus den 1970er-Jahren stammen Zinnreliefs des Kreuzweges von K. Stádník. Kapelle mit dem Patrozinium der hl. Barbara aus dem Jahre 1729 Heilige-Dreifaltigkeits-Kirche, ursprüngliche Spital- und Friedhofskapelle, im 18. Jahrhundert umgebaut, Barock-Sakristei angeblich nach J. Santini Aichels Plänen von hinten zugebaut Pestsäule, barocke Dreifaltigkeitssäule am Marktplatz von Jakob Steinhübel aus dem Jahre 1706 Hotel Veliš, einstöckiges Gebäude am Marktplatz mit Jugendstilfassade aus dem Jahre 1906 Smeykal-Villa Zámeček (Schlösschen), 1903–1908 gebaut, Familienvilla des Fabrikanten Josef Smeykal an der Veselská-Straße Pestfriedhof (Žďár nad Sázavou)

Söhne und Töchter der Stadt

Augustin Koch (1754–1831), Benediktiner, Abt der Abtei Rajhrad in Mähren Emilie Trampusch (1814–nach 1865), Modistin, Lebensgefährtin von Johann Strauss Otto Leixner von Grünberg (1847–1907), Schriftsteller, Literaturkritiker, Journalist und Historiker Emmy Mauthner (1865–1942), Theater- und Filmschauspielerin František Drdla (1868–1944), Geiger und Komponist Tomáš Rolinek (* 1980), Eishockeyspieler Petr Vampola (* 1982), Eishockeyspieler

Literatur Otto Steinbach: Diplomatische Sammlung historischer Merkwürdigkeiten, aus dem Archive des gräflichen Cisterzienserstifts Saar in Mähren. 2 Bände. Schönfeld, Prag u. a. 1783, Digitalisat Bd. 1, Digitalisat Bd. 2.

Weblinks

Einzelnachweise