Przewóz (deutsch Pschywors) ist ein Dorf in der Gmina Studzienice im Powiat Bytowski in der polnischen Woiwodschaft Pommern.
Geographische Lage Das Dorf liegt etwa 13 Kilometer südsüdöstlich der Stadt Bytów (Bütow), sechs Kilometer nordwestlich des Kirchdorfs Sominy (Sommin) und 3,5 Kilometer südsüdwestlich des Dorfs Studzienice (Stüdnitz). Westlich grenzt das Dorf an den Klonschener See (Jezioro Kłączno).
Geschichte mini|Dorfeingang Das Dorf und der südlich davon gelegene zugehörige Wohnplatz Prondsonka waren in älterer Zeit eigenständige Dörfer. Um 1628 gehörten beide zum fürstlichen Domänenamt Butaw und wurden Newen Klontzen (Neu Klonschen, später Pschywors genannt) bzw. Pronsoncke genannt.Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 295, Nr. 146 (Google Books). Zur Zeit der kurbrandenburgischen Besitzergreifung des Landes Butaw am 18. Juni 1658 und davor hatte Prſywors oder Neuw Klontzen vier sogenannte Lehnleute, die jährlich 24 Florin in polnischer Münze zahlten, und in Prondſonke waren ebenfalls keine Bauern oder Untertanen vorhanden, sondern zwei Freie, die gleichfalls pro Jahr 24 Florin in polnischer Münze abgaben und außerdem einen zusätzlichen Betrag wegen der Fischerei-Rechte.Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, E. J. Dalkowski, Königsberg 1858, Band 1: Die Geschichte, Anhang S. 28–29, Nr. 12 und Nr. 16 (Google Books). Im Jahr 1662 bestanden in Prſyworß vier Höfe, die 90 Florin an das Bütower Schloss abführten und an die Schlossfreiheit außerdem zum Bierbrauen zwölf Scheffel Gerste und vier Scheffel Hopfen. Ansonsten waren ihnen keine Dienstpflichten auferlegt, doch mussten sie im Bedarfsfall wie die Schulzen zu Pferde mit Gewehr dem Schloss dienen; Ähnliches galt für zwei Freie in Prondſonke.Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, E. J. Dalkowski, Königsberg 1858, Band 1: Die Geschichte, Anhang S. 32–33, Nr. 3–4 (Google Books).
Um 1782 hatte Przywos einen Lehnschulzen und zwei Lehnleute, die ihre Gebäude eigentümlich besaßen, sowie sechs Feuerstellen (Haushaltungen), und Prondſonke hatte zwei Höfe, die von Teerbrennern bewohnt wurden, sowie drei Feuerstellem. 1827 wird Prondſonke als Vorwerk von Przywos bezeichnet. Bei Prondsonka befand sich ein königliches Fort-Revier mit vorwiegend Nadelhölzern.Hermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises, Druck von B. Lilienthal, Bütow 1858, S. 15 (Google Books).
Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 877>4 Hektar großen Gemarkung der Landgemeinde Pschywors 41 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 34 Pferde, 115 Stück Rindvieh, 64 Schafe und 211 Stück Borstenvieh hielten. Die Imker des Dorfs hatten 33 Bienenstöcke.Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 4: Provinz Pommern, Berlin 1915, 2. Regierungsbezirk Köslin, 27. Kreis Bütow, S. 138–139, Ziffer 35 (Google Books).
Nach dem Ersten Weltkrieg musste der Wohnplatz Prondsonka am 10. Januar 1920 aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags am Polen abgetreten werden.Amtsbezirk Stüdnitz (Territorial.de)Historische Ortsbeschreibungen Kreis Bütow: Adolfsheide (bis 1934 Pschywors) (buetow-pommern.info)
Am 24. Januar 1934 wurde die Gemeinde Pschywors in Adolfsheide umbenannt.
Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Adolfsheide eine Flächengröße von 5,9 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen insgesamt 26 bewohnte Wohnhäuser an zwei verschiedenen Wohnplätzen: Adolfsheide Rinsch
Bis 1945 bildete Adolfsheide eine Landgemeinde im Landkreis Bütow im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Adolfsheide war dem Amtsbezirk Stüdnitz zugeordnet. Das Standesamt befand sich in Stüdnitz.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Region im März 1945 durch die Roten Armee besetzt. In der Folge wurde der Ort Teil Polens und in Przewóz umbenannt.
Demographie + Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner Anmerkungen 1782 – Dorf, mit einem Lehnschulzen und zwei Lehnleuten, denen ihre Gebäude eigentümlich gehören, und sechs Feuerstellen (Haushaltungen), zum königlichen Domänenamt Bütow gehörig, eingepfarrt zu der römisch-katholischen Kirche in StüdnitzLudwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1058, Nr. (28) und Nr. (27) (Google Books). 1818 34 Dorf, adelige Besitzung, zum Kirchspiel Bernsdorf gehörigAlexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 4: P–S, Halle 1823, S. 90, Ziffer 3250 (Google Books). 1825 47 Dorf, mit dem Vorwerk ProndsonkeFriedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1827, S. 287, Ziffer 24 (Google Books). 1846 112 DorfBütower Kreisblatt, No. 3, Bütow, 17. Januar 1849, S. 11–12, Einwohner-Tabelle, Ziffer 42 (bibliotekacyfrowa.eu, PDF) 1852 132 DorfTopographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 488 (Google Books). 1855 160 am Jahresende, sämtlich KatholikenHermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises, Bütow 1858, Anhang, Beilage 1, Ziffer 11 (Google Books)1864 205 am 3. Dezember, GemeindebezirkKönigliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin, 2. Kreis Bütow, Berlin 1966, S. 10–17, Ziffer 47 (Google Books). 1867 200 am 3. Dezember, Landgemeinde 1871 170 am 1. Dezember, davon fünf Evangelische und 165 KatholikenKönigl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, Regierungsbezirk Köslin, XII. Kreis Bütow, S. 174–175, Ziffer 30 (Google Books). 1885 237 am 1. Dezember, Landgemeinde, sämtlich KatholikenKönigliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen, IV. Provinz Pommern, Berlin 1888, Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 192–193, Ziffer 35 (Google Books). 1895 259 am 2. Dezember, Landgemeinde, sämtlich KatholikenKönigliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen. Band IV: Provinz Pommern, Berlin 1898, 2. Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 196–197, Ziffer 35 (Google Books). 1905 252 am 1. Dezember, Landgemeinde, sämtlich Katholiken, davon vier mit deutscher und 248 mit polnischer MutterspracheKöniglich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon für die Provinz Pommern. Auf Grund von Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen. Berlin 1908, 4. Kreis Bütow, S. 18–19, Ziffer 35 (pbc.gda.pl). 1910 282 am 1. DezemberPschywors, Dorf und Landgemeinde, Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912 (meyersgaz.org). 1925 189 Landgemeinde, in 39 Haushaltungen, darunter 13 Evangelische und 176 KatholikenDie Gemeinde Adolfsheide im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011) 1933 247 1939 235 2011 187 Główny Urząd Statystyczny, Ludność - struktura według ekonomicznych grup wieku Stand vom 31. März 2011, abgerufen am 11. Dezember 2025
Kirche Die heutige als auch vor 1945 hier lebenden Einwohner waren mehrheitlich römisch-katholisch. Das katholische Kirchspiel ist in Ugoszcz (Bernsdorf) eingepfarrt. Die evangelische Christen waren bis 1945 nach Sommin eingepfarrt. Seitdem befindet sich das evangelische Kirchspiel ist in Bütow.
Literatur Pschywors, Dorf und Landgemeinde, Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912 (meyersgaz.org). Klonschen, Dorf, Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Klonschen (Klonczen), Pschywors (Przywos, am Klonczener See gegenüber Klonczen) und dem Wohnplatz Prondsonke (Prondzonka, südlich von Klonczen) (meyersgaz.org). Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1058, Nr. (28) und Nr. (27) (Google Books).
Weblinks
Amtsbezirk Stüdnitz (Territorial.de) Die Gemeinde Adolfsheide im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011) Historische Ortsbeschreibungen Kreis Bütow: Adolfsheide (bis 1934 Pschywors) (buetow-pommern.info)
Fußnoten
Kategorie:Ort in Pommern Kategorie:Ort der Woiwodschaft Pommern Kategorie:Gmina Studzienice