mini|Verbreitungsgebiet des Rostkappenvireos
Der Rostkappenvireo (Hylophilus poicilotis) ist eine Vogelart aus der Familie der Vireos (Vireonidae).P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
Der Vogel kommt in Nordargentinien, Ostparaguay und Südostbrasilien von Mato Grosso do Sul bis Espírito Santo, und bis Rio Grande do Sul vor.
Die Art wurde lange Zeit als konspezifisch mit dem Grauaugenvireo (Hylophilus amaurocephalus) angesehenCarl Eduard Hellmayr (1935), S. 159–160Rodolphe Meyer de Schauensee: A Guide To The Birds Of South America, Museum of Natural History; Nachdruck, 1970; ISBN 978-0-87098-027-5, unterscheidet sich aber durch die Augenfarbe und die Lautäußerungen.M. A. Raposo, R. Parrini und M. Napoli: Taxonomy, morphometry and bioacoustics of the species group Hylophilus poicilotis / H. amaurocephalus (Aves, Vireonidae). In: Ararajuba, Band 6, Heft 2, S. 85–109, 1998.(Portugiesisch, englische Zusammenfassung)
Der Lebensraum umfasst tropische oder subtropische feuchte Wälder, alten Sekundärwald bis mindestens 1000 m Höhe.D. Brewer: Rufous-crowned Greenlet (Hylophilus poicilotis), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Hylophilus poicilotis
180px|mini|Hylophilus poicilotis 1838, Nicolas Geneviève Huet und Jean-Gabriel Prêtre, In: Nouveau recueil de planches coloriées d'oiseaux
Merkmale Die Art ist 12–13 cm groß und wiegt zwischen 9 und 12 g. Charakteristische Merkmale sind die deutliche rotbraune Kopfkappe, die olivgrüne Oberseite, die graumelierten Ohrdecken und die gelblich graue Unterseite. Die Kopfkappe ist hell kastanienbraun und grau gegen die olivgrüne Oberseite abgesetzt, die Richtung Bürzel heller grün wird. Die Flugfedern sind gräulich schwarz, Hand- und Armschwingen haben an den Außenfahnen schmale grüne Ränder. Die Steuerfedern sind gräulich grün, mit helleren grünlichen Rändern an den Außenfahnen. Die Kehle ist blass grau, die Brust gelblich grau, an den Flanken und der Unterseite heller gelb werdend. Der Steiß ist matt gelblich. Die Iris ist dunkel rötlich braun, der Oberschnabel matt schwärzlich, der Unterschnabel grau bis rosafarben, die Beine sind gräulich. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Jungvögel sind am Rücken deutlicher olivfarben, an der Unterseite heller.
Teilweise im gleichen Verbreitungsgebiet kommt auch der ähnliche Grauaugenvireo (Hylophilus amaurocephalus) vor, der sich aber durch die Augenfarbe und die Lautäußerungen unterscheidet.
Geografische Variation Die Art ist monotypisch.IOC World Bird List Shrikes, vireos, shrike-babblersAviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025
Stimme Die Lautäußerungen werden als einfache Folge hoher Laute „sweet-sweet-sweet-sweet“ beschrieben, etwas höher endend, mitunter antwortet das Weibchen mit quäkenden Lauten. Populationen im Süden singen eher schneller und mit mehr Lauten. Der Kontaktruf in der Gruppe ist ein „chek“ oder „chi-chek“.
Lebensweise Die Art ist ein Standvogel und tritt typischerweise in kleinen Gruppen auf, auch mal mit anderen Arten zusammen in den Wipfeln oder mittleren Waldebenen. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Wirbellosen, auch Früchten, die in kurzen Flügen, klettern und an Zweigen hängend gesucht werden. Selten werden Insekten in der Luft gefangen.
Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Rostkappenvireos erfolgte 1822 durch Coenraad Jacob Temminck unter dem wissenschaftlichen Namen Hylophilus poicilotis. Als Verbreitungsgebiet gab er Brasilien an.Coenraad Jacob Temminck (1822), Tafel 173 Abbildung 2 & Text.Zur genauen Publikationsgeschichte des Werkes siehe Edward Clive Dickinson (2001). Mit der Art führte er die für die Wissenschaft neue Gattung Hylophilus ein.Coenraad Jacob Temminck (1822), Tafel 173 Abbildung 2 & Text. Der Begriff hat seinen Ursprung in und .Hylophilus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname hat seinen Ursprung in und .poicilotis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay keinen Balg zur Verfügung. In der Literatur sah er im Synonym Serpophaga cinnamocephala , 1901 im Departamento Alto ParanáArnaldo de Winkelried Bertoni (1901), S. 125–126. durch Arnaldo de Winkelried Bertoni und in SapucaiCharles Chubb (1910), S. 613 durch Charles Chubb als Nachweise für das Land.Alfred Laubmann (1939), S. 205–206 Carl Eduard Hellmayr verortete das Typusexemplar am Río Ipanema im Bundesstaat São Paulo.Carl Eduard Hellmayr (1935), S. 158–159 Cinnamocephala ist ein Wortgebilde aus und .
Gefährdungssituation Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).
Literatur
Weblinks
Macaulay Library
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Vireos