mini|Die 1790 bis 1792 nach den Plänen von Jacques Denis Antoine erbaute Münzstätte am Gerberngraben in Bern, Aquarell von Johann Jakob Biedermann (1792) mini|In Bern geprägter Dicken (um 1560) In der Münzstätte Bern in Bern, der heutigen Bundesstadt der Schweiz, wurde nur wenige Jahrzehnte nach der Stadtgründung mit einer eigenen Münzprägung begonnen. Während die meisten Schweizer Münzstätten im Rahmen der Zentralisierung in der Helvetischen Republik keine Münzen mehr herstellten, wurde in Bern, Basel und Solothurn weiter geprägt. Nach der Mediation prägte der Kanton Bern in seinem Hauptort weiterhin Münzen. Die heute Swissmint genannte Prägestätte der Schweizerischen Eidgenossenschaft prägt weiterhin in Bern.
Münzherrschaften Stadt Bern Die Anfänge der bernischen Münzprägung sind nicht bekannt. 1228 wird erstmals eine Berner Münze urkundlich erwähnt. Jedoch ist nicht klar, ob es sich um in Bern geprägte Pfennige handelt oder um die in Bern gängige (Fremd-)Währung.Hans Ulrich Geiger: Berns Münz- und Geldgeschichte im Mittelalter. Schriften des Bernischen Historischen Museums, Band 12, Bern 2014, S. 21. 1246 wird ein Wernher namentlich als Münzmeister (monetarius) genannt.Heinrich Türler: Die bernischen Münzmeister. 1905, S. 97. Die städtische Münzprägung beginnt somit spätestens in den 1240er Jahren und dauert bis zum Ende des Ancien Régime. Dies deckt sich auch mit den bekannten Münztypen und ihrer Vergesellschaftung in Hortfunden.
Helvetische Republik Die vereinheitlichte Münzprägung der zentralisierten Helvetischen Republik wird nur noch in drei Münzstätten geprägt: Bern, Basel und Solothurn. Die Berner Münzen tragen das Münzzeichen B.
Kantone Bern, Aargau, Tessin und Uri Nach der Mediationsakte von 1803 wird das Münzregal wieder an die einzelnen Kantone delegiert. Der Kanton Bern prägt nun ab 1808 erneut Berner Münzen, die jüngsten datierten Münzen für den Kanton Bern tragen das Jahr 1837. Neben Münzen für den Kanton Bern wurden in der Berner Münzstätte auch Münzen für den Kanton Aargau (ab 1826), den Kanton Tessin (ab 1813)Fabio Luraschi: Coniazioni di monete ticinesi esterne alle zecche di Berna e Lucerna (1813-1841) In: Schweizer Münzblätter. Heft 231, Nr. 58, 2008, , S. 76–81 (PDF; 2,6 MB). und den Kanton Uri (1811) geprägt.
Standorte Mittelalterliche und frühneuzeitliche Münzstätte mini|Unmittelbar an die Westfassade des Berner Ratshaus anschliessend (heute Mani-Matter-Stutz) lag die mittelalterliche Münzstätte Berns. Die mittelalterliche Münzstätte der Stadt Bern lag unmittelbar westlich des Rathauses. Für das 15. Jahrhundert gibt es jedoch keine näheren Angaben zu Grösse oder Ausstattung. Zwischen 1530 und 1535 wurde die Münzstätte durch Ankauf erweitert und zwischen 1555 und 1565 umgebaut und neu eingerichtet. Im Jahr 1615 wird dasselbe Gebäude auf der Westseite des Rathauses erweitert. 1787 wird die Münzstätte von einem Brand zerstört, zwischenzeitlich musste Bern in Solothurn prägen lassen.
Münzstätte am Gerberngraben Von 1790 bis 1792 wurde eine neue Münzstätte am Gerberngraben nach den Plänen von Jacques Denis Antoine erbaut. Hier wurden nach den späten Stadtprägungen auch Münzen für die Helvetische Republik und für den Kanton Bern geprägt. Von 1853 bis 1905 war hier auch die eidgenössische Münzstätte angesiedelt, nachdem die Prägungen von 1850 und 1851 noch in Paris, in Strassburg und in Brüssel hergestellt worden waren. Die vormalige Berner Münzstätte am Gerberngraben wurde vom Bund für 115'000 Franken gekauft und am 1. September 1855 als erste Eidgnössische Münzstätte eröffnet.
Mit dem fortschreitenden Münzbedarf wurden die Räumlichkeiten und die technische Einrichtung der Münzstätte am Gerberngraben zu limitierend und eine neue, grössere und modernere Münzstätte wurde geplant.
Münzstätte im Kirchenfeld
Auf Beschluss der Bundesversammlung vom 10. Oktober 1902 wurde von 1903 bis 1906 die neue Münzstätte (heute: Swissmint) im Kirchenfeldquartier zwischen der Bernastrasse und der Aegertenstrasse errichtet. Der Neubau war vom Bundesarchitekten Theodor Gohl entworfen worden.
Personal Münzmeister
Wardeine, Probierer Peter Rohr (ab 1565) Hans Zehnder (1608 bis 1628), Guardin von Burgern (mit Unterbrechungen) Peter Koli (1608 bis 1628), Guardin von Burgern Anton Wyss (ab 1653) Daniel Wyss (1614–1619, 1626–1653)
Stempelschneider Peter Rohr (1562, 1565, 1568)
Literatur
Hans Ulrich Geiger: Berns Münz- und Geldgeschichte im Mittelalter. (= Schriften des Bernischen Historischen Museums. Band 12). Bern 2014, ISBN 978-3-9523269-9-2.
Thomas Markus Loertscher, Georg Germann: Währschafft, nuzlich und schön. (Ausstellungskatalog), Bern 1994. Hanspeter Koch, Monica Bilfinger: Die Eidgenössische Münzstätte in Bern. Hrsg.: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Schweizerische Kunstführer, Band 799, Serie 80. Bern 2006, ISBN 3-85782-799-8.
Siehe auch Swissmint Liste der Kulturgüter in Bern/Kirchenfeld-Schosshalde
Weblinks
Bern (Münzstätte). in: Historisches Lexikon der Schweiz. 14. November 2006 Münzstätte. in: Historisches Lexikon der Schweiz. 4. Dezember 2006 Münzgeschichte Bern. (PDF) auf: NumisBern
Einzelnachweise
Bern Kategorie:Geschichte (Bern) Kategorie:Münzprägung Kategorie:Ersterwähnung im 13. Jahrhundert Kategorie:Unternehmen (Bern)