Kłączno (deutsch Klonschen; kaschubisch Kłãczëno) ist ein Dorf in der Gmina Studzienice im Powiat Bytowski in der polnischen Woiwodschaft Pommern.
Geographische Lage Das Dorf liegt im östlichen Hinterpommern, etwa zwölf Kilometer südsüdöstlich der Stadt Bytów, sechs Kilometer südlich des Kirchdorfs Ugoszcz und 3,5 Kilometer südwestlich des Dorfs Studzienice.
Östlich grenzt das Dorf an den sich von Südwesten nach Nordosten 5,5 Kilometer weit erstreckenden See Kłączno (kaschubisch Jezoro Kłończno), dessen nördlicher Teil auch als Studzieniczno der südliche als Ryńskie bezeichnet wird.
Geschichte mini|Häuser des Dorfs am Ulrichsdorfer See Das heutige Kłączno, das früher Klonczen oder Klonschen hieß, war von alters her von Kaschuben bewohnt. In einer dem Deutschen Orden am 9. Oktober 1313 ausgestellten Urkunde, in der Markgraf Waldemar von Brandenburg die Grenzen des von ihm dem Orden verkauften Teils von Pommern festlegte, wird angrenzende See als Lacum Studenitzno (d. h. Stüdnitzer See) bezeichnet.Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, Band 1: Urkundenbuch, Königsberg 1858, S. 6–8 (Google Books). Bei dem in derselben Urkunde erwähnten Ort villa Goliczeuo handelt es sich möglicherweise um Kłączno. Laut Visitations-Rezess von 1437 lieferte Klonczen A, B, C dem Deutschen Orden sieben Pockoff Honig.Hermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises, Druck von B. Lilienthal, Bütow 1858, S. 107–108 (Google Books). Aus dem Jahr 1628 ist die Ortsbezeichnung Klontschen überliefert.Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 259 (Google Books).
Vor der kurbrandenburgischen Besitzergreifung des Landes Butaw am 18. Juni 1658 hatte Alt Klontzen einen Freischulzen-Hof und sechs Bauernhöfe. Infolge des Kriegs lagen fünf Bauernhöfe wüst, und ein Bauer hatte nur noch zwei Pferde und eine Kuh.Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, E. J. Dalkowski, Königsberg 1858, Band 1: Die Geschichte, Anhang S. 30, Nr. 25 (Google Books). Laut Vasallen-Tabelle besaßen um 1756 Michel von Skorka, Matthias von Skorka und Christoph von Skorka Anteile von Klonczen.Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 395, Ziffer 189–191 (Google Books). Um 1782 hatte Klonzen oder Klontschen einen aus drei Vorwerken bestehenden adligen Anteil sowie einen königlichen Anteil mit einem Freischulzen-Hof und vier Bauernhöfen von Freileuten; die Besitzer der drei Vorwerke waren Michael von Sikorski, Matthias von Mezyck-Sikorski (auch Kloschinski genannt) und Christoph von Sikorski.Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie, Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 447 (Google Books); Band 3: T–Z, Berlin 1858, S. 344 (Google Books). Durch einen Kaufvertrag vom 15. August 1801 erwarb Anton von Tempski Klonczen A von Michael von Sikorski für 2000 Florin. Laut Vasallentabelle von 1804 saßen der 77-jährige Michael von Sikorski auf Klonczen A, der 73-jährige Mathias von Sikorski auf Klonczen B und der 63-jährige Christoph von Sikorski auf Klonczen C.Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 495, Ziffer 135–137 (Google Books). Auf Klonczen A saß 1836 Anton von Tempski,Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon, Band 2: E–H, Leipzig 1836, S. 62 (Google Books) dessen Familie hier auch noch 1855 begütert war.Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 9, Leipzig 1870, S. 158 (Google Books).
Am 13. Dezember 1873 verlor Adlig Klonczen die Eigenschaft als Gutsbezirk.Amtsbezirk Stüdnitz (Territorial.de)
Am 31. August 1904 wurde die Landgemeinde Klonczen in Klonschen umbenannt.
Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 1293,1 Hektar großen Gemarkung der Landgemeinde Kathkow 60 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 40 Pferde, 129 Stück Rindvieh, 60 Schafe und 251 Stück Borstenvieh hielten.Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 4: Provinz Pommern, Berlin 1915, 2. Regierungsbezirk Köslin, 27. Kreis Bütow, S. 138–139, Ziffer 25 (Google Books).
Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Klonschen eine Flächengröße von 12,9 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen insgesamt 44 bewohnte Wohnhäuser an fünf verschiedenen Wohnplätzen:
Am 29. Dezember 1937 wurde die Landgemeinde Klonschen in Ulrichsdorf (Pom.) umbenannt.
Bis 1945 bildete Ulrichsdorf eine Landgemeinde im Landkreis Bütow im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Ulrichsdorf war dem Amtsbezirk Stüdnitz zugeordnet. Das Standesamt befand sich in Stüdnitz.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Region im März 1945 durch die Roten Armee besetzt. Infolge des Krieges kam der Ort an Polen und wurde in Kłączno umbenannt.
Demographie + Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner Anmerkungen 1782 – Ortschaft mit dem königlichen Anteil Klonzen oder Klontschen, bestehend aus einem Freischulzen-Hof, vier Höfen von Freileuten und sechs Feuerstellen (Haushaltungen), und dem adeligen Gut Klonzen oder Klontschen mit drei Vorwerken und sechs FeuerstellenLudwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1056, Ziffer (12) (Google Books), und S. 1087, Ziffer (8) (Google Books). 1818 75 Dorf, königliche Besitzung, zum Kirchspiel Bernsdorf gehörigAlexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 2: Gr–Ko, Halle 1821, S. 354, Ziffer 2985 (Google Books). 1825 88 Dorf, mit den Vorwerken Hopfenkrug und SeemalyFriedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1827, S. 286, Ziffer 10 (Google Books). 1846 251 Dorf, davon 181 in Königlich Klonczen und 70 in Adelig KlonczenBütower Kreisblatt, No. 3, Bütow, 17. Januar 1849, S. 11–12, Einwohner-Tabelle, Ziffer 21–22 (bibliotekacyfrowa.eu, PDF) 1852 319 DorfTopographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 297 (Google Books). 1855 310 am Jahresende, davon 98 (17 Evangelische, 81 Katholiken) in Adelig Klonczen und 212 (zehn Evangelische, 202 Katholiken) in Königlich KlonczenHermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises, Bütow 1858, Anhang, Beilage 1, Ziffer 4–5 (Google Books)1864 374 am 3. Dezember, davon 249 in Gemeindebezirk Königlich Klonczen und 125 im Gutsbezirk Adelig KlonczenKönigliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin, 2. Kreis Bütow, Berlin 1966, S. 2–9, Ziffer 25–26 (Google Books). 1867 382 am 3. Dezember, davon 252 in der Landgemeinde Königlich Klonczen und 130 im Gutsbezirk Adelig Klonczen 1871 346 am 1. Dezember, davon 258 (28 Evangelische, 230 Katholiken) in der Landgemeinde Königlich Klonczen und 88 (19 Evangelische, 69 Katholiken) im Gutsbezirk Adelig KlonczenKönigliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, Regierungsbezirk Köslin, XII. Kreis Bütow, S. 174–175, Ziffer 14 (Google Books), und S. 176–177, Ziffer 51 (Google Books). 1885 332 am 1. Dezember, Landgemeinde Klonczen, davon 37 Evangelische, und 295 KatholikenKönigliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen, IV. Provinz Pommern, Berlin 1888, Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 190–191, Ziffer 24 (Google Books). 1895 391 am 2. Dezember, Landgemeinde Klonczen, davon 36 Evangelische und 355 KatholikenKönigliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen. Band IV: Provinz Pommern, Berlin 1898, 2. Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 198–199, Ziffer 43 (Google Books). 1905 365 davon 42 Evangelische (sämtlich mit deutscher Muttersprache) und 323 Katholiken (elf mit deutscher, zwei mit polnischer und 310 mit kaschubischer Muttersprache)Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon für die Provinz Pommern. Auf Grund von Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen. Berlin 1908, 4. Kreis Bütow, S. 18–19, Ziffer 24 (pbc.gda.pl). 1910 374 am 1. DezemberKlonschen, Dorf, Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Klonschen (meyersgaz.org). 1925 332 Landgemeinde, in 73 Haushaltungen, darunter 103 Evangelische und 226 KatholikenDie Gemeinde Klonschen im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011) 1933 256 1939 277 2011 137 Główny Urząd Statystyczny, Ludność - struktura według ekonomicznych grup wieku Stand vom 31. März 2011, abgerufen am 11. Dezember 2025
Kirche In Klonschen bildeten Katholiken die Bevölkerungsmehrheit. Das katholische Kirchspiel war in Bernsdorf. Die evangelische Christen waren nach Sommin eingepfarrt.
Die seit 1945 und Vertreibung eines Teils der einheimischen Dorfbewohner anwesende polnische Einwohnerschaft sowie die hier lebenden altangestammten kaschubischen Familien sind mit seltenen Ausnahmen katholisch und gehören heute der Römisch-katholischen Kirche in Polen an. Das polnische evangelische Kirchspiel ist in Bütow.
Söhne und Töchter des Orts Anton von Sikorski, Hauptmann a. D., † 1856 in BütowReinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, Band 1: Die Geschichte, Königsberg 1858, Anhang S. 104, Ziffer 44 (Google Books).
Weblinks
Die Gemeinde Klonschen im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011) Historische Ortsbeschreibungen Kreis Bütow: Ulrichsdorf (bis 1929 Klonschen) (buetow-pommern.info)
Fußnoten
Kategorie:Ort in Pommern Kategorie:Ort der Woiwodschaft Pommern Kategorie:Gmina Studzienice Kategorie:Ersterwähnung 1313