Adam Hörber (* 30. Juni 1827 in Rothenburg ob der Tauber; † 28. Oktober 1905 ebenda) war ein deutscher Glasermeister, Dichter und Kulturförderer. Er ist der Autor des Historienspiels Der Meistertrunk, das seit 1881 jährlich in Rothenburg ob der Tauber aufgeführt wird.

Leben mini|hochkant|Grabmal von Adam Hörber auf dem Friedhof in Rothenburg Adam Hörber wurde als Sohn des Webers Johann Sebastian Hörber in Rothenburg ob der Tauber geboren. Nach seiner Ausbildung im Glaserhandwerk absolvierte er eine dreijährige Wanderschaft, unter anderem in die Sächsische Schweiz und nach Thüringen. Zu seinen Lebensgewohnheiten gehörten das Wandern, das Rauchen einer Pfeife und das Schachspielen. Von 1849 bis 1852 diente er im Chevauxlegerregiment in Dillingen. 1856 legte er die Meisterprüfung ab und eröffnete eine Glaserwerkstatt in Rothenburg ob der Tauber. Von 1869 bis 1900 war er Mitglied der Stadtverwaltung und später des mittelfränkischen Landrats.Adam Hörber. In: hdbg.eu. Abgerufen am 4. Oktober 2025.

Adam Hörber verstarb am 28. Oktober 1905. Er liegt auf dem Friedhof an der Ansbacher Straße 6 in Rothenburg ob der Tauber begraben (Grabdenkmal bei der Friedhofskapelle).Hörber, Adam. In: Josef Walter König: Die Grabstätten der deutschsprachigen Dichter und Denker. Wimmer, Meitingen 2003, ISBN 3-89048-320-8, S. 159. Teile seines Nachlasses befinden sich im Stadtarchiv Rothenburg ob der Tauber und in Verwahrung beim Rothenburger Verein Meistertrunk.Nachlass Adam Hörber. In: literaturportal-bayern.de. Abgerufen am 4. Oktober 2025.

Die Mundartdichterin Martha Faber (1892–1972) war Adam Hörbers Enkelin.Nachlass Martha Faber. In: literaturportal-bayern.de. Abgerufen am 4. Oktober 2025.

Literarisches Schaffen Neben seiner Tätigkeit als Glasermeister war Hörber literarisch tätig. Er schrieb Novellen, Reiseberichte und Gedichte."

Der Meistertrunk 1880 beschloss ein Bürgerstammtisch, den einst fröhlich gefeierten Kirchweihmontag wieder zu Ehren zu bringen, indem man ein Erinnerungsspiel an die vor 250 Jahren geschehene Rettung Rothenburgs aus der Hand Tillys aufführte. Vorbild war eine dramatische Erzählung des Buchbindermeisters Wolff: Der Meistertrunk. Adam Hörber bearbeitete das Stück in größerem Maßstab und nahm eine Reihe einschneidender Veränderungen vor. Die Uraufführung fand 1881 am Kirchweihmontag im Kaisersaal des Rothenburger Rathauses statt.

Das Stück wirkte kulturfördernd und tourismussteigernd: Rothenburg wurde als „Schatzkästlein aus deutscher Vergangenheit“ bekannt, und Tausende Besucher kamen, um die romantische Stadt zu erleben.

Gedichte Adam Hörber verfasste zahlreiche Gedichte, darunter:

Die verunglückte Mittagssuppe (Entstehungsjahr unbekannt) Unserm lieben Kaiser Friedrich (1888) – veröffentlicht 1912 Fritz und Franz Hübscher – 1926 Der Alte aus der Bastei – 1926 Heimkehr – 1927 Splitter – 1927 Protokoll einer Landratssitzung – 1927

Viele Gedichte erschienen in der Zeitschrift Die Linde und zeigen seinen Sinn für Humor sowie die Verarbeitung alltäglicher und historischer Themen.

Auszeichnungen und Ehrungen mini|Gedächtnisplakette in der Galgengasse 47a Für sein Engagement und seine kulturellen Verdienste wurde Adam Hörber mit der Ludwig-Medaille ausgezeichnet, gestiftet 1826 von König Ludwig I. von Bayern. Besonders gewürdigt wurde sein Engagement für Der Meistertrunk und die Förderung der städtischen Kultur 1902: Medaille für Kunst und WissenschaftMartha Faber: Hörber, Adam. In: Anton Chroust (Hrsg.): Lebensläufe aus Franken. Band 3. Kabitzsch & Mönnich, Würzburg 1927, S. 238. Ehrenbürger von Rothenburg ob der Tauber Adam-Hörber-Straße in Rothenburg ob der Tauber Pavillon am Forstamt Rothenburg ob der Tauber (Kulturdenkmal) Gedächtnistafeln an Geburts- und Wohnhaus Plakette mit Porträtrelief in der Galgengasse 47a in Rothenburg ob der Tauber. An dieser Adresse befand sich ein von Hörber 1857 erworbenes Haus, in dem er bis zu seinem Tod wohnte (ursprüngliches Gebäude im 2. Weltkrieg zerstört)Wo einst eine Rothenburger Berühmtheit lebte. In: frankensein.de. Abgerufen am 4. Oktober 2025. Porträt im Rathaus Rothenburg ob der TauberWie eine Trinkwette Rothenburg ob der Tauber gerettet haben soll. In: Süddeutsche Zeitung. 2. Dezember 2017. Abgerufen am 5. Oktober 2025.

Literatur Martha Faber: Hörber, Adam. In: Anton Chroust (Hrsg.): Lebensläufe aus Franken. Band 3. Kabitzsch & Mönnich, Würzburg 1927, S. 235f.

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Einzelnachweise

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