Das Cabaret Rüeblisaft wurde 1953 von den Schauspielern Alfred Bruggmann, Oskar Hoby, Regine Brandt und Rosmarie Knöpfli gegründet und trat bis zu seiner Auflösung 1976 mit verschiedenen Programmen in der Schweiz und im Ausland auf.
Geschichte Gegründet wurde das Cabaret anlässlich des 150. Jubiläums der Gründung des Kantons Aargau. Die vier Schauspielenden Alfred Bruggmann, Oskar Hoby, Regine Brandt und Rosmarie Knöpfli waren zu dieser Zeit Ensemblemitglieder des Theaters St.Gallen, welches im Sommer jeweils in Baden spielte. Zur Gründung sagte das Cabaret zehn Jahre später: «Das Jubiläum war da – und wir waren da. Und weil wir 150 Jahre jünger waren als das gefeierte Staatsgebilde, ließen wir es am nötigen Respekt fehlen und taten uns ad hoc zu einem Cabaret-Ensemble zusammen.»
So trat das neu formierte Cabaret im Kurtheater Baden am 20. Juni 1953 zum ersten Mal auf, mit dem Programm "Früsche Rüeblisaft". Obwohl das Cabaret nur eine einmalige Sache sein sollte, führte der Erfolg dieses ersten Programms mit vielen Auftritten im In- und Ausland dazu, dass Bruggmann und Hoby kurzerhand ihre Anstellung als Schauspieler kündeten und die Gruppe ein Jahr später mit dem leicht umgeschriebenen, auf St.Gallen angepassten Programm "Sanggalle es bitzli anderscht" in St.Gallen auftrat.Cabaret Rüeblisaft, (Programmheft "Wer lacht, lebt länger – 20 Jahre Cabaret Rüeblisaft), 1973, Stiftung SAPA, Bestand A-1200 1954 stiess Ines Torelli dazu und ersetzte Rosmarie Knöpfli. Im gleichen Jahr trat das Cabaret Rüeblisaft mit dem neuen Programm "Ganz im Vertraue" auf, mit dessen Premiere das Theater im Kornhaus in Baden gegründet wurde, was fortan das Stammhaus der Gruppe war. Als Torelli 1956 die Gruppe verliess, kam Vera Furrer dazu. 1958 ersetzte Elfie Haas Regine Brandt. Später und bis zu seiner Auflösung trat das Cabaret Rüeblisaft nur noch mit Bruggmann, Hoby und Furrer auf, meist begleitet von dem Musiker Lutz Harteck.
Alle ein bis zwei Jahre brachte das Cabaret Rüeblisaft ein neues Programm auf die Bühne, was sie in der Regel erst für ein paar Monate in Baden im Theater im Kornhaus aufführten, dann für eine ähnlich lange Zeit im Hotel Hirschen in Zürich, um es dann mit einer Gastspieltournee in die ganze Schweiz zu bringen, die meist im Theater Fauteuil in Basel begann. 1958/59 traten sie in verschiedenen Grossstädten in Deutschland und Österreich auf, wie Berlin, München und Wien. Ihre Programme führten die Gruppe in insgesamt acht Länder, unter anderem nach Liechtenstein und England, wo sie für Auslandschweizer und -schweizerinnen auftraten. 1976 löste sich die Gruppe auf und Alfred Bruggmann und Vera Furrer, die inzwischen verheiratet waren, traten bis 1991 als Kabarett-Duo auf.
Texte Bezeichnend für ihre Programme war stets, dass sie sich typischen Situationen des Schweizer Alltags widmeten und Politisches selten bis nie zum Thema machten. Geschrieben wurden die meisten Texte von Alfred Bruggmann, aber auch weitere bekannte Schweizer Autoren wie Walter Lesch, Max Rüeger, Charles F. Vaucher, Hans Gmür und Fritz Sidler verfassten ein paar Nummern. Die Musik wurde von Sidler, Lutz Harteck, Tibor Kasics, Werner Kruse und Max Lang komponiert.
Name Der Name "Rüeblisaft" (dt. Karottensaft) geht auf das erste Programm zurück, welches "Früsche Rüeblisaft" hiess und noch unter dem Gruppennamen "Cabaret Rüebliland" aufgeführt wurde.Cabaret Rüeblisaft, Programmheft "Früsche Rüeblisaft", 1953, Stiftung SAPA, Bestand A-1200 Rüebliland (dt. Karottenland) ist eine Bezeichnung für den Kanton Aargau.
Programme Die Gruppe war mit folgenden Programmen auf der Bühne: 1953: Früsche Rüeblisaft (Darsteller: Alfred Bruggmann, Oskar Hoby, Regine Brandt, Rosmarie Knöpfli) 1954: Sanggalle e bitzli anderscht (Reprisenprogramm) (Darsteller: Alfred Bruggmann, Oskar Hoby, Regine Brandt, Margrith Scheu) 1954: Ganz im Vertraue (Darsteller: Alfred Bruggmann, Oskar Hoby, Regine Brandt, Ines Torelli) 1955: Mir chridet a (Darsteller: Alfred Bruggmann, Oskar Hoby, Regine Brandt, Ines Torelli) 1956: Chumm schick d Wösch (Darsteller: Alfred Bruggmann, Oskar Hoby, Regine Brandt, Vera Furrer) 1957: Hast noch der Brüder ja (Darsteller: Alfred Bruggmann, Oskar Hoby, Regine Brandt, Vera Furrer) 1958: Wir sind so frei (Auslandtournee, Reprisenprogramm) (Darsteller: Alfred Bruggmann, Oskar Hoby, Regine Brandt, Vera Furrer) 1959: Rette sich wer kann (Darsteller: Alfred Bruggmann, Oskar Hoby, Vera Furrer, Elfie Haas) 1962: Was wämmer no meh? (Darsteller: Alfred Bruggmann, Oskar Hoby, Vera Furrer) 1967: Situationen (Darsteller: Alfred Bruggmann, Oskar Hoby, Vera Furrer) 1973: Wer lacht lebt länger (20 Jahre Cabaret Rüeblisaft) (Darsteller: Alfred Bruggmann, Oskar Hoby, Vera Furrer)
Als Kabarett-Duo Furrer/Bruggmann:
1977: Spass-O-Doble (Darsteller: Alfred Bruggmann, Vera Furrer) 1979: Mach kei Witz! (Darsteller: Alfred Bruggmann, Vera Furrer) 1982: Alles Bluff (Darsteller: Alfred Bruggmann, Vera Furrer) 1986: Lachen erlaubt! (Darsteller: Alfred Bruggmann, Vera Furrer)
Archiv Der Nachlass des Cabarets Rüeblisaft befindet sich bei der Stiftung SAPA (Swiss Archive of Performing Arts) in Bern. Bis 2024 befand er sich im Cabaret-Archiv Thun unter der Leitung von Hansueli von Allmen, bevor dieses von SAPA übernommen wurde.
Eine Aufnahme des Lieds "Was wämmer no meh?" ist auf Memobase zu finden.
Einzelnachweise
Kategorie:Kabarett (Schweiz) Kategorie:Gegründet 1953 Kategorie:Aufgelöst 1976