mini|Noni Jabavu Helen Nontando „Noni“ Jabavu (* 20. August 1919 in Ostkap, Südafrikanische Union; † 19. Juni 2008) war eine südafrikanische Schriftstellerin und Journalistin. Mit ihren Memoiren Drawn in Colour (1960) und The Ochre People (1963) gilt sie weithin als erste schwarze südafrikanische Autorin, die autobiografische Bücher veröffentlichte. 1961/1962 leitete sie kurzzeitig das in London wiederbelebte Literaturmagazin The New Strand und war damit eine Vorreiterin im britischen Literaturbetrieb.
Leben Jabavu wurde in der Provinz Ostkap in eine Literaten- und Intellektuellenfamilie geboren; ihr Vater war der Akademiker und Bürgerrechtler Davidson Don Tengo Jabavu. Ab dem Alter von dreizehn Jahren wurde sie im Vereinigten Königreich ausgebildet und besuchte das Quäker-Internat The Mount School in York. Während des Zweiten Weltkriegs ließ sie sich zur halbqualifizierten Ingenieurin ausbilden und arbeitete als Autogenschweißerin an Flugmotorenteilen. Anschließend war sie als Rundfunksprecherin und Produzentin für die BBC tätig. Im Jahr 1955 besuchte sie Südafrika für einen dreimonatigen Aufenthalt, den sie literarisch verarbeitete. Sie starb am 19. Juni 2008 im Alter von 88 Jahren. Sie wurde in East London beigesetzt und hatte 2005 den Lifetime Achievement Award der South African Literary Awards erhalten.
Wirken Jabavus erstes Buch Drawn in Colour: African Contrasts erschien im Jahr 1960 bei John Murray; 1963 folgte The Ochre People: Scenes from a South African Life. Der frühe Erfolg – Drawn in Colour wurde im ersten Jahr mehrfach nachgedruckt und ins Italienische übersetzt – verschaffte ihr breite Aufmerksamkeit. Vor diesem Hintergrund wurde sie 1961 zur Chefredakteurin des wiederbelebten The New Strand berufen; sie gab fünf Hefte (Dezember 1961 bis April 1962) heraus und legte das Amt nach wenigen Monaten nieder. 1977 schrieb sie unter dem Titel Noni on Wednesday eine wöchentliche Kolumne für die Zeitung Daily Dispatch in East London unter Chefredakteur Donald Woods. Diese Kolumnen wurden 2023 als Band A Stranger at Home neu herausgegeben und trugen maßgeblich zu einer Wiederentdeckung ihres Werks bei. Kritikerinnen wie Athambile Masola betonen die anhaltende Bedeutung von Jabavus Blickwinkel auf Zugehörigkeit, Migration und Identität. Die Auseinandersetzung mit ihrem Werk wurde durch Forschung und Archivarbeit, etwa von Makhosazana Xaba, systematisch vertieft.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Journalist (Südafrika) Kategorie:Zeitungsjournalist Kategorie:Chefredakteur Kategorie:Herausgeber Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Biografie Kategorie:Südafrikaner Kategorie:Geboren 1919 Kategorie:Gestorben 2008 Kategorie:Frau