mini|Ustka, ehemalige evangelische Kirche Die Kirche des Heiligen Erlösers () in Ustka ist eine ehemalige protestantische Kirche, die in den Jahren 1885–88 erbaut wurde. Sie befindet sich in der ul. Marynarki Polskiej 81/1.
1945 wurde sie von der römisch-katholischen Kirche übernommen und als Pfarrkirche des Heiligen Erlösers genutzt.
Die erste Kirche in Ustka Die erste Kirche in Ustka war die Kirche St. Johannes der Täufer und St. Nikolaus. Diese Namensgebung erfolgte bei der Weihe im Jahr 1356. Sie stand an der Słupia auf einem kleinen Hügel. Weil sie mit 200 Plätzen nur eine geringe Anzahl von Sitzplätzen hatte, die für die wachsende Ortschaft nicht ausreichten, wurde sie ersetzt. Neben ihrer grundlegenden sakralen Bedeutung diente die Kirche aufgrund ihrer einzigartigen Form auch als Tages- und Nachtnavigationszeichen (durch die Lichter in den Kirchenfenstern). Vor dem Abriss der Kirche (der Abrissprozess startete am 20. März 1889) wurde bereits seit 1871 im Hafen ein Mast verwendet, auf den abends eine Petroleumlaterne mit Fresnel-Linse gezogen wurde.
Bau einer neuen Kirche Die Wahl des Ortes fiel auf den Rand der Siedlung, in der Nähe des Friedhofs.
Die Feier zur Grundsteinlegung fand am 18. Mai 1885 in Anwesenheit von Kirchenvertretern statt. Das eingemauerte Dokument berichtet über den Baubeginn der neuen St.-Nikolaus-Kirche in Ustka.
Der Bau wurde von der Werkstatt des Baumeisters Franz Draheim aus Ustka durchgeführt. Die Orgel wurde vom Orgelbauer Völkner aus Duninowo gebaut. Noch vor der offiziellen Einweihung wurde das Instrument am 19. Januar 1888 vom Organisten der Marienkirche in Słupsk geprüft. Organist Kutz bewertete diese Orgel als eines der besten Instrumente, die jemals aus der Werkstatt Völkners gekommen waren.
Die Kirche wurde im neugotischen Stil erbaut.
Die Weihefeier Die neue Kirche hatte 800 Sitzplätze (was für Ustka völlig ausreichte).
Die Feierlichkeiten zur Weihe der Kirche fanden am 10. Juli 1888 statt. Anwesend waren auch Gäste, darunter Vertreter der kirchlichen Behörden, protestantische Geistliche, Wilhelmini aus Stettin und Pötter.
Die Feierlichkeiten in der neuen Kirche begannen mit Glockengeläut und einer Prozession aus der alten Kirche. Währenddessen sangen Lehrer und Schüler das Choräle „Lobe den Herrn“. Anschließend erfolgte die feierliche Öffnung der Kirchentüren. Die Ordination wurde von Konsistorialrat Wilhelmi geleitet, die Liturgie und Predigt hielt Pastor Wildberg.
Literatur
Stolpmünder Chronik, Verfaßt im Jahre 1936 von WALTER DOMINICK, Herausgegeben anläßlich des Patenschaftstreffens in Glückstadt am 9. und 10. Mai 1959, von DR. WALTER KUSCHFELDT VERLAG: STOLPER HEIMATKARTEI, LÜBECK DRUCK: EUGEN RADTKE, LÜBECK
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